Donnerstag, 18. April 2013

Ersparnisse in Intervallen investieren

In den letzten Tagen ereignete sich ein Crash beim Preis der Edelmetalle. Gerade wenn auch Gold davon betroffen ist, war dies in der Vergangenheit häufiger ein Indiz für eine baldige Korrektur am Aktienmarkt. In den letzten Wochen wurde ich häufiger gefragt, wie man sich in der derzeitigen Situation verhalten sollte. Jetzt noch Aktien kaufen oder lieber abwarten?

Niemand weiß im Vorfeld mit hinreichender Genauigkeit wohin sich der Aktienmarkt kurz- und mittelfristig hinbewegt. Langfristig betrachtet sieht die Sache anders aus. Zumindest wenn man sich den globalen Aktienmarkt anschaut, bewegt er sich langfristig aufwärts. Aber bereits bei einem Aktienkorb einer Region kann das "langfristig aufwärts" sehr lange auf sich warten lassen. Der japanische Aktienmarkt - immerhin eine der größten Volkswirtschaften der Welt - ist ein unrühmliches Beispiel. Selbst wenn zuletzt durch die extreme Abwertung des Yen der Nikkei eine Rally hinlegte. Von den Höchstständen bei rund 40.000 Punkten im Jahre 1990 ist der Nikkei derzeit noch Welten entfernt.

Dennoch gibt es, kurzfristig betrachtet, einige Zeiträume, in denen eine Richtung des Marktes wahrscheinlicher ist, als gewöhnlich. Das sind einmal Phasen mit einer Übertreibung nach oben, der Chart geht dann steil nach oben und erinnert fast an eine Fahnenstange. Zum anderen sind es Zeiten mit Übertreibungen nach unten, wenn also Angst und Panik herrscht. Ein gutes Merkmal ist in diesen Fällen, wenn sich der Kurs außergewöhnlich weit vom gleitenden Durchschnitt der 100 Tage-Linie oder 100 Wochen-Linie entfernt hat. Globale Bärenmärkte dauern im schlimmsten Fall nur wenige Jahre an.

Wie dem auch sei, in den meisten Fällen wissen wir nicht, ob der Markt in einem Jahr höher oder niedriger steht als heute. Daher sollte verfügbares Geld niemals komplett auf einmal in den Markt gebracht werden. Das gilt sowohl bei bereitstehenden Summen, die explizit für Investitionen gedacht sind als auch für das verfügbare Gesamtkapital. Der letztere Fall ist der einfache, denn wer sein gesamtes Kapital investiert, hat keine Reserven, wenn sich neue günstige Investments ergeben oder wenn für Notfälle im alltäglichen Leben Geld dringend benötigt wird.

Sobald ein größerer Geldbetrag bereitsteht investiert zu werden (zum Beispiel in den Aktienmarkt), dann würde ich dies lieber in festgelegten zeitlichen Abständen (monatlich, quartalsweise oder halbjährlich) tun. Der Vorteil ist die Unabhängigkeit von der aktuellen Marktsituation. Der Zeitraum bis das Investitionskapital komplett in den Markt gebracht wurde, kann dabei durchaus ein Jahr dauern. Bereits bei einem Zeitintervall von drei Monaten hätte man näherungsweise einen mittleren jährlichen Kurswert als Kaufpreis des gewünschten Investments erzielt. Dieses Vorgehen ist auch psychologisch vorteilhaft. Wenn nämlich nach dem kompletten Investieren der Markt crasht, könnte man psychologisch derart unter Druck geraten, dass anschließend Fehler gemacht werden.


Kritiker dieser Vorgehensweise weisen auf die verpasste Rendite-Chance hin, sofern der Markt das gesamte Jahr aufwärts laufen sollte. In der Tat, das ist aber schon der "Worst Case", denn ein ununterbrochener Aufwärtstrend ist schon recht unwahrscheinlich. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Gebühren bei mehrmaligen Käufen. Allerdings sprechen wir hier im Standardfall von eher langfristigen Geldanlagen. Da sind die Kaufgebühren vernachlässigbar.

Zur Erinnerung oder für neue Leser dieses Blogs. Das Hauptziel ist regelmäßiges passives Einkommen zu erzielen und das lässt sich mit Wertpapieren nur dann bewerkstelligen, wenn man auch investiert ist. Von häufigem Kaufen und Verkaufen - je nach Marktphase - halte ich daher nichts. Das kostet wirklich Gebühren und der regelmäßige passive Geldfluss ist nur im investierten Zustand vorhanden.

Fazit
Mit dem Investieren in Tranchen, vermeidet man einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt. Die dabei anfallenden Ordergebühren sind bei einer langfristigen Geldanlage nahezu vernachlässigbar

Wenn bereits ein diversifiziertes Depot aufgebaut wurde, ist immer auch ein Liquiditätspolster vorhanden, das einem in schwächeren Marktphasen einer Anlageklasse ermöglicht günstige Anteile nachzukaufen. Dieses sogenannte Rebalancing der Anlageklassen "zwingt" einen förmlich dazu diszipliniert zu handeln. Wer regelmäßig frisches Kapital ins eigene Portfolio einbringen kann, der kauft vor allem in den schwächeren Anlageklassen hinzu, bis die gewünschte Asset Allocation wieder erreicht wurde.

Zum Weiterlesen

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