Montag, 29. April 2013

Buchrezension: Money Management von Bernhard Jünemann und Heinz Imbacher

Es gibt etliche Bücher, die mit Titeln wie "Börse kinderleicht" oder "schnell reich werden mit Aktien" Geldanleger locken. Doch wer anschließend seine ersten Erfahrungen an der Börse gemacht hat, wird rasch von der Realität eingeholt. Es ist weder kinderleicht noch lässt sich schnell viel Geld verdienen.
Risiken meistern, Kapitaleinsatz steuern, Gewinne maximieren, so lautet das Motto im vom Finanzbuchverlag erschienenen Buch Money Management von Bernhard Jünemann und Heinz Imbacher. Dieses Buch möchte ich Ihnen nun vorstellen.

Das Buch umfasst 14 Kapitel, die sich insgesamt gut lesen lassen. Es gibt zwar einige Berechnungen, die man aber selbst ohne ein Studium der Mathematik gut nachvollziehen lassen.

In den ersten Kapiteln werden zur Motivation des Money Management Beispiele aus der Vergangenheit genannt, in welchen Formen die Börse uns einen Streich spielen konnte. Hier merkt man leider, dass die Inhalte des Buches bereits vor einigen Jahren geschrieben wurden. Während die 3. Auflage Anfang des Jahres 2013 auf den Markt kam, ist die 1. Auflage bereits 2007 erschienen. Die Beispiele im Zeitraum von Ende der neunziger Jahre bis etwa 2006 haben zwar nichts an Relevanz zum Verhalten an der Börse verloren. Aber gerade neuere Leser fühlen sich mit aktuelleren Beispielen sicherlich etwas näher am Puls der Zeit. Der Preis ist zudem nicht gerade niedrig, so dass es die Mühe, einige aktuellere Beispiele aus jüngster Vergangenheit mit einzupflegen, schon wert gewesen wäre.

In den Kapiteln 3 bis 5 wird der Leser mit den Grundzügen der Behavioral Finance vertraut gemacht. Dort wird das typische Verhalten der Marktteilnehmer vorgestellt, die sich zu sehr von psychologischen Aspekten in ihrem Anlageverhalten leiten lassen. Begriffe wie "selektive Wahrnehmung", "Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen" werden dort ebenso erläutert wie die Psychologie in verschiedenen Trendphasen des Marktes und Übertreibungssituationen der Märkte am Chart zu erkennen. Zum letzteren gehört unter anderem die hier auf diesem Blog bereits häufiger genannte "Fahnenstange".
Money Management
 von Bernhard Jünemann
 und Heinz Imbacher

Im sechsten Kapitel wird erläutert, dass sich Money Management aus den Standbeinen Kapitalkontrolle, Diversifikation und Risikomanagement zusammensetzt. Der Schwerpunkt der Betrachtung wird auf das Risikomanagement gelegt. Dort erfährt der Leser wie man Stop-Loss-Kurse richtig setzt und wieviel Kapitel pro Wertpapier maximal eingesetzt werden sollte. Die Intention des Buches ist klar, mit möglichst geringem Risiko und einer gut vorbereiteten Ausstiegs-Strategie soll das verfügbare Kapitel weitgehend geschützt bleiben. Mit einer konsequenten Anwendung dieser Strategie vermeidet man quasi sicher einen Totalverlust des Anlagekapitals.

Abgerundet wird das Risikomanagement mit konkreten Berechnungsbeispielen je nach Kapitalgröße, den 20 Geboten für diszipinierte Anleger und einer Excel-Datei zum Download. Mit dieser Datei kann der Leser die Stoppkurse seiner Anlagen recht schnell ermitteln.

Fazit
Für Einsteiger, die ihre Ersparnisse in schwankungsfreudige Wertpapiere anlegen möchten, ist dies ein gutes Buch zu einem wichtigen Thema. Denn der Leser wird hier für ein ordentliches Money Managements ausgebildet.
Der Inhalt des hier behandelten Buches Money Management von Bernhard Jünemann und Heinz Imbacher ist im Grunde universal einsetzbar, ob als Trader oder als Investor. Zwar wird die Dividenden-Strategie in Kapitel 12 auf Seite 174 erwähnt, dennoch ist es ein Buch für Anleger, die vorwiegend auf Kursveränderungen achten. Das ist zwar nicht der Schwerpunkt dieses Blogs, aber Synergien zwischen Trading-Methoden und Investoren, die ihre Geldanlage langfristig und mit dem Ziel passives Einkommen zu erzielen ansehen, halte ich durchaus für überlegenswert. Ein Beispiel dazu können Sie im Artikel "Stop-Loss für Dividenden-Aktien?" nachlesen.

Zum Weiterlesen

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