![]() |
Verbraucherpreis-Entwicklung in der Eurozone - Quelle: European Central Bank |
Bemerkenswert ist dieser Zustand unter dem Hintergrund, dass die Leitzinsen in der Eurozone vor einigen Monaten erst auf den Rekordtiefststand von 0,5% gesenkt wurde.
Zur Erinnerung, die europäische Zentralbank EZB hat als Zielgröße eine moderate Inflationsrate um etwa 2%. Nun folgen den gesenkten Leitzinsen, die eigentlich die Inflation anfachen sollte, auch die Teuerungsraten auf ein derart niedriges Niveau.
Diese Entwicklung wird der EZB mit ihrem Präsidenten Mario Draghi nicht gefallen. Denn was soll sie denn noch tun um eine moderate Inflation herbeizuführen? Im Moment steuert die Eurozone auf eine Deflation zu und das in Kombination mit einer hohen Arbeitslosigkeit in den südeuropäischen Staaten. Möglicherweise wird die europäische Zentralbank die Leitzinsen noch weiter senken, wobei der Spielraum nach unten mittlerweile begrenzt ist.
Im Grunde bleibt der EZB nichts anderes übrig als in die Fußstapfen der US-amerikanischen FED und vor allem auch der japanischen Notenbank zu treten. Das heißt mit konventionellen und unkonventionellen Maßnahmen - dazu gehören irgendwann auch Anleihen von Staaten mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen zu kaufen - noch mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen. Dies bedeutet noch mehr Geld drucken und damit gleichzeitig auch den Wert des Euro zu drücken.
Ich kann noch so viel darüber nachdenken, aber aus meiner Sicht wird die EZB für längere Zeit keine Chance bekommen die Leitzinsen zu erhöhen. Im Grunde hat sie es selbst vor einigen Monaten schon gesagt, dass der Leitzins lange niedrig bleiben wird.
![]() |
Der Kupferpreis in US-Dollar seit 2009 - Quelle: Comdirect |
Was bedeutet dies konkret für Geldanleger?
- Die finanzielle Repression wird noch längere Zeit - womöglich mehrere Jahre - andauern. Geld auf Sparbüchern, Tagesgeldkonten, Bundesanleihen, Kapitalversicherungen wird systematisch weniger wert.
- Die Anlageklasse Rohstoffe kann man derzeit wegen der gesunkenen Preise durchaus aufstocken, aber man sollte nicht erwarten, dass der Trend bereits in wenigen Wochen oder Monaten wieder aufwärts gerichtet ist.
- Die niedrigen Leitzinsen sind generell ein günstiges Umfeld für Aktien. Wenn irgendwo von Inflation die Rede ist, dann in dieser Anlageklasse. Hier fließt offenbar das Geld hinein, was seit einigen Jahren alle Menschen wohlhabender werden lässt, die Aktien in ihrem Portfolio haben. Diesen Umstand konnten wir bereits im Artikel "Verteilung von Vermögen in Deutschland" erkennen.
- Ein Teil des Geldes fließt offenbar auch in Immobilien an wirtschaftlich interessanten Standorten. Auch in Deutschland ziehen die Preise in München, Frankfurt, Hamburg und vor allem auch in Teilen Berlins deutlich an.
Diese Ausgangslage ist für Geldanleger durchaus nicht ungefährlich. Sofern man seine Ersparnisse liquide lässt, werden diese systematisch an Wert verlieren. Also werden viele Leute geradezu zu den derzeit nicht mehr unbedingt günstigen Anlageklassen Aktien und Immobilien getrieben. Wer in dieser Situation die Grundregel der Diversifikation missachtet, könnte am Ende auf dem falschen Fuß erwischt werden.
Bei uns in Österreich sieht die Situation etwas anders aus, die Benzinpreise stiegen zwar nicht signifikant aber bei den Lebensmitteln müssen die Konsumenten schon eine Erhöhung der Preise verzeichnen. Ich als Bürgerin glaube, dass es zur Zeit am Besten ist, das Geld unter die Leute zu bringen, also die Kaufkraft zu erhöhen. Sparen ist zurzeit nicht wirklich attraktiv, da ist es besser, sein Geld in neue, meist schon dringend benötigte Haushaltsgeräte o. Ä. zu investieren. Da ich als Studentin jedoch generell zurzeit nicht so viele finanzielle Mittel zur Verfügung habe, bleibt mir auch nicht recht viel Geld über welches ich zur Bank bringen könnte....
AntwortenLöschen