Freitag, 6. Januar 2012

Bullenflagge und der Euro zeigt bald grandiose Stärke gegenüber dem US-Dollar?

Ich werde häufig aufmerksam, wenn sich ein Großteil der Marktteilnehmer scheinbar einig ist. Hier auf diesem Blog möchte ich auch Szenarien präsentieren, die sich abseits der allgemein vorherrschenden Meinung befinden.
Nicht, dass die USA vor wirtschaftlicher Potenz derzeit strotzen, aber in Europa scheinen die Probleme offenbar größer, oder zumindest präsenter in den Medien. Ich bin überzeugt davon, dass man in vielen Fällen das "Rauschen" der Informationen in den Medien einfach nicht zu ernst nehmen sollte und schauen sollte, was der Markt für Hinweise gibt.

Es gibt nicht wenige Leute, die eine Betrachtung von Charts als unrelevant betrachten. Aber wir sollten nicht vergessen, ein Chart ist der Spiegel der Marktmeinung aller globalen Marktteilnehmer.
Seit einigen Wochen verliert der Euro gegenüber dem US-Dollar permanent an Wert, auch die Marke von 1,30 US-Dollar wurde mittlerweile nach unten überquert.

Scheinbar ist alles klar, der Euro verliert immer weiter an Boden gegenüber dem US-Dollar. Üblich sind bei der Betrachtung von Charts die Zeitebenen "Tag" und "Wochen". Heute schauen wir uns allerdings den Monats-Chart des Währungspaares Euro/US-Dollar an. Dort fällt die Hausse des Euro von 2002 bis 2008 auf, während danach der Euro gegenüber dem US-Dollar langsam aber sicher an Wert verlor.




Wenn wir uns die grundlegenden Regeln der Charttechnik anschauen, dann könnte der derzeitige Abwärtstrend des Euro nach der langen Hausse lediglich eine sogenannten "Bullenflagge" sein. Demnach wäre ohne Probleme noch "Luft" für den Chart nach unten bis 1,15 US-Dollar. Dann wäre die letzte Welle der Bullenflagge vollendet und der Euro könnte erneut massiv an Wert gegenüber des US-Dollar gewinnen.


In der dunklen Abbildung ist exemplarisch die typische Bullenflagge dargestellt. Auch fundamental könnte dieses Szenario passen. Erst in den nächsten Wochen stellt die globale Öffentlichkeit fest, dass es in der Eurozone doch nicht so negativ aussieht, wie ursprünglich zu befürchten war und die USA doch noch mehr Probleme haben.
Ich bin sehr gespannt, ob dieses Szenario wirklich eintrifft, für so furchtbar unwahrscheinlich halte ich es nicht...

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Hallo Lars, Sie haben eine spannende Website.

    Mit Blick auf den Euro-Dollar-Kurs fand ich die vergangenen Monate und Jahre den Euro sehr stark.

    Woran ich das ausmache? Wenn mich Freunde in New York besuchen, dann kaufen die immer wie die Weltmeister ein. Die können kaum glauben, wie günstig die Preise in NYC sind. So kaufen sie jede Menge Kleidung, Elektronik, Kunst und Schmuck.

    Auch Autos sind hier viel günstiger. Zum Teil beträgt die Differenz 30 bis 40 Prozent. Insofern dachte ich immer, dass der Euro einfach zu teuer ist.

    Wenn ich mir dann noch die wackelige Lage in Europa mit all den Sorgenfällen (Griechenland, Spanien etc.) anschaue, dann ist das ein zusätzlicher Punkt, dass der Euro zu teuer ist gegenüber dem Euro. Wie kann es sein, dass Frankreich von den Ratingagenturen "AAA" bekommen und die USA nur "AA"? Die Probleme in Frankreich sind mindestens so schlimm wie in den USA.

    Aber die Kurse bilden sich ja nicht immer aufgrund von Fakten, sondern aufgrund von Gefühlen und Trends. Insofern haben Sie vielleicht Recht, dass der Euro mittelfristig vor einem Ausbruch bzw. Erstarken steht.

    Beste Grüße und weiter so mit Ihrem Blog!

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  2. Hallo Tim,

    vielen Dank für den Erfahrungsbericht aus New York. Vor rund 2,5 Jahren war ich in New York und hatte ebenfalls den Eindruck, dass dort insgesamt alles recht günstig ist (damals stand der Kurs Euro/US-Dollar etwa bei 1,35 US-Dollar).

    Im Augenblick kann ich mir "gefühlt" auch nicht vorstellen, dass der Wert des Euro bald wieder deutlich gegenüber dem des Greenbacks ansteigen wird. Ich schaue mir aber gerne Indizes auf verschiedenen Chart-Ebenen an, da fiel mir die vermeintliche Bullenflagge auf.

    Zudem war die Stimmung in der Eurozone in den letzten Wochen und Monaten schon wirklich sehr schlecht und die Medien hier waren voll von Fragen wie "Soll Deutschland raus aus dem Euro?" oder "Bricht der Euro auseinander?". Daraufhin wurde ich bereits von Leute gefragt, die sich sonst mit Finanzen nicht beschäftigen, wie sie sich jetzt zum Euro verhalten sollten. Das ließ mich stutzig werden.

    Viele Grüße über den großen Teich!
    Lars Hattwig

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