Freitag, 27. März 2015

Das wertvollste Geschenk für ein Kleinkind

Junge Eltern stellen sich bei der Gründung einer Familie oft die Frage, womit sie ihrem Nachwuchs etwas richtig Gutes tun können. Und zwar nicht nur für jetzt oder ein paar Tage, sondern nachhaltig und dauerhaft. Etwas wofür ihre jetzigen Kleinkinder in vielen Jahren einen echten Vorteil haben und höchstwahrscheinlich sogar bis in das eigene hohe Alter davon profitieren. Natürlich denken jetzt viele an eine gute Erziehung und eine hervorragende Ausbildung. Das ist selbstverständlich ebenfalls sehr wichtig, damit die eigenen Kinder einen guten Start ins Leben haben werden. Gemeint sind aber noch zwei andere Dinge.

Beim langfristigen Vermögensaufbau ist Zeit die wichtigste Komponente, noch wichtiger als die Höhe der Sparrate. Das heißt, je früher man mit dem Vermögensaufbau beginnt, desto beeindruckender wird im Laufe der Jahre und Jahrzehnte die erzielte Geldmenge sein. Grund dafür ist der Effekt des Zinseszins. Nur wenige Menschen haben dessen Wirkung ernsthaft verinnerlicht, weil das Ausmaß erst in ferner Zukunft so richtig zur Geltung kommt.

Erkenntnis kommt oft zu spät, Zeit ist dann verloren
Oft höre ich, dass man nun bereits 50 oder 60 sei, sich erst jetzt richtig mit der Geldanlage oder Altersvorsorge beschäftigt habe und gar nicht mehr soviel Zeit verfügbar ist, um den Zinseszins für sich arbeiten zu lassen. In der Tat, wenn ein 60-jähriger bei Null anfängt und langfristig Vermögen aufbauen möchte, ist das zwar noch möglich. Allerdings wird er im Vergleich zu einem jungen Menschen einen Nachteil haben.

Also lasst uns aus den Erfahrungen lernen, dass viele Menschen die Zeit - aus welchen Gründen auch immer - ungenutzt verstreichen lassen und geben wir dieses wichtige Wissen an diejenigen weiter, die noch viel Zeit haben.

Ich weiß, dass hier einige Leser erst Anfang oder Mitte 20 sind und sie haben noch sehr viel Zeit, den eigenen Vermögensaufbau erfolgreich gestalten zu können. Noch wesentlich mehr Zeit für dieses wichtige Thema haben die Kleinsten unter uns.
Nun wäre ich etwas verwundert, wenn hier schon 5-jährige Kleinkinder mitlesen, aber vielleicht - nein, hoffentlich! - tun dies deren Eltern. Denn sie haben es in der Hand für ihren Nachwuchs bereits die Weichen für den späteren finanziellen Wohlstand zu stellen.

Dazu braucht nicht ein Elternteil unbedingt ein erfolgreicher Konzernlenker mit hohen sechsstelligen Gehältern zu sein - was ich übrigens häufiger höre. Es reichen bereits 100 Euro pro Monat aus, um ihren Nachwuchs im fortgeschrittenen Erwachsenenalter zum Millionär werden zu lassen.

Woher langfristig sichere hohe Rendite?
Jetzt kommen wir zu der Frage, wo wir die 100 Euro monatlich so anlegen, dass daraus in einigen Jahrzehnten tatsächlich ein Vermögen entstanden ist? An mehreren Stellen dieses Blogs haben wir festgehalten, dass auf Sicht von 20 Jahren und mehr mit Aktien eine jährliche Rendite von 8 Prozent zu erwarten ist. Dazu nehmen wir jetzt nicht einfach eine Aktie von Siemens oder Bayer und beginnen dort zu sparen. Zwar sehe ich gute Chancen, dass es beide Konzerne auch noch in Jahrzehnten gibt, aber warum sollen wir ein unnötiges Risiko eingehen? Selbst solide Konzerne können durch einen unglücklichen Umstand in der Versenkung verschwinden und es geht hier schließlich um das langfristige Vermögen Ihres Kindes.


Also nehmen wir einen globalen Aktien-ETF. Ein solcher kostet heutzutage kaum noch Gebühren und die Wahrscheinlichkeit, dass das investierte Kapital verloren geht, tendiert gegen Null. Denn das würde bedeuten, alle Konzerne auf dieser Welt gehen in die Insolvenz. Wenn ein weltweit anlegender Aktien-ETF wertlos werden sollte, dann haben wir auf dieser Erde ganz andere Probleme.

Normalerweise bevorzuge ich ausschüttende globale Aktien-ETFs, um einen regelmäßigen Ertrag durch Dividendenzahlungen zu erhalten. Allerdings möchten wir in diesem Fall sehr langfristig vermögen aufbauen, dazu reichen ein bis drei globale Aktien ETFs, die zum Beispiel auf der Seite Weltdepot genannt werden.

Langfristiger Aufbau von Vermögen mit monatlichen
Sparraten von 100 Euro in einen globalen Aktien-ETF
(8% Rendite)
Was werden aus monatlich 100 Euro in 50 bis 60 Jahren?
Sagen wir in einem Alter von 5 Jahren - natürlich kann man schon früher beginnen - werden jeden Monat 100 Euro für die kleine Tochter oder den kleinen Sohn gespart und regelmäßig in einen weltweit investieren Aktien-ETF angelegt. Nach 26 Jahren sind aus den investierten 31.200 Euro bereits 100.000 Euro geworden. Nicht schlecht, oder? Wie viele 31-jährige Menschen können bereits 100.000 Euro ihr Eigen nennen?

Aber jetzt kommt der Zinseszins-Effekt erst richtig in Fahrt. 19 Jahre später hat sich das Vermögen verfünffacht, obwohl bis dahin nur 54.000 Euro investiert wurden. Das bislang investierte Geld hat sich fast verzehnfacht. Allerdings geht es beim Zinseszins nun erst richtig zur Sache. Nur 9 Jahre später, im Alter von 59 Jahren hat unser einstiges Kleinkind den Status eines Millionärs erreicht. Nur 7 Jahren später, im Alter von 66 Jahren ist das Vermögen auf 1,6 Millionen Euro angewachsen.

Finanzielle Bildung
Neben der Einrichtung eines Sparplans auf einen globalen Aktien-ETF gibt es noch ein zweites Geschenk, was Sie ihrem Kind machen können.
In vielen Familien spricht man am Frühstückstisch über die aktuellen Fußball-Ergebnisse, welcher Spieler zu welchem Verein wechselt oder über die Vorzüge von Autos. Warum also nicht einmal darüber sprechen, von welchen Unternehmen die Frühstücks-Artikel auf dem Tisch eigentlich herkommen? Oder womit die Firma, bei der man selbst arbeitet, eigentlich Geld verdient. Was sind Vermögenswerte? Und worin besteht der Unterschied zwischen einer Anschaffung und einer Investition? Was sind Aktien?

Im Alter von 5 Jahren ist es dafür sicherlich zu früh, aber mit 13 oder 14 Jahren, wenn die eigenen Ansprüche der Kinder steigen, dann ist es allerhöchste Zeit den richtigen Umgang mit Geld beizubringen. Je früher die eigenen Kinder einen Einstieg in die finanzielle Bildung erhalten, desto klüger gehen sie später mit Geld um. In der Schule wird jede Menge Stoff gelehrt, aber der intelligente Umgang mit Geld gehört leider nicht dazu.


Zum Schluss noch die Anmerkung, dass nicht nur Eltern, sondern auch Großeltern ihrem Enkel einen Sparplan auf einen weltweiten Aktien-ETF einrichten können. Dann wären es für Eltern und Großeltern sogar nur jeweils 50 Euro monatlich. Ob von Mama, Papa oder Oma und Opa, im späteren Erwachsenenalter wird das jetzige Kleinkind darüber sehr dankbar sein.

  • Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
  • Die Zeiten einer knappen Kasse soll bei Ihnen der Vergangenheit angehören?
  • Ihr Geld soll endlich einmal hart für Sie arbeiten? 
  • Sie möchten langfristig Vermögen aufbauen?
  • Sie möchten mehr zu passivem Einkommen erfahren?
  • Sie möchten sich über den aktuellen Status der Aktienmärkte informieren?

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Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Zitat: "In der Schule wird jede Menge Stoff gelehrt, aber der intelligente Umgang mit Geld gehört leider nicht dazu."

    Dieses eklatante Defizit wird von der Politk so wehement ignoriert, dass ich daraus schon eine gewisse Absicht ableiten würde. Finanziell unabhängige Menschen sind nicht gewünscht, da man sie nicht "unter Kontrolle" halten und zum Arbeiten zwingen kann. Menschen die für Konsumverführungen und Schulden auf ständigen Nachschub von Geld angewiesen sind, lassen sich leicht steueren. Wie der alte Spruch schon sagt: Wessen Brot ich ess dessen Lied ich sing.

    Als Selbstständiger habe ich bereits vor 20 Jahren auf Aktien gesetzt und bereits eine gewisse Unabhängigkeit erreicht.
    Für meinen Sohn habe ich vor 5 Jahren einen Aktiensparplan in den DWS Top Dividend mit 100% Discount auf den Ausgabeaufschlag gestartet. 100€ monatlich hat im letzen Monat zum Überspringen der 10.000€ Marke geführt. Nicht schlecht für einen 5-Jährigen.

    Auf diesem Wege möchte ich ein ganz großes Lob für diese Website aussprechen. So fundiertes Wissen unendgeltlich zu bekommen ist schon einzigartig.

    Ihr treuer Leser
    Andreas K.

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  2. Die meisten Leute werden doch noch eh (wenn sie überhaupt an Vorsorge denken tun /können!) weiter brav zu den Versicherungsgesellschaften dackeln und sich deren Zeugs andrehen lassen.
    Die werden ja gleich nach der Geburt schon zugemüllt mit allerlei Werbeprospekten ihrer VGs und lassen sich davon einlullen.Hab da im Bekanntenkreis einige solche Situationen diskutiert, bei den meisten ist wenig Einsicht da, und dann lässt mans auch.

    Kindern den Umgang mit Geld überhaupt richtig beizubringen ist wichtig. Wie schon erwähnt ist es doch ein Unding, dass die Schule es anscheinend für wichtiger erachtet, irgendwelche Gedichte durchzudeklinieren anstatt zu erklären wie man Vermögen aufbaut oder wenigstens den gröbsten Beschiss vermeidet um nicht arm zu werden. Natürlich ist das zu einem gewissen Grad von den Mächten ja auch so gewollt. Die Industrie sowieso will ja erstmal den willigen Konsumenten, und auch der Staat könnte einen finanziell aufgeklärten Bürger auch nicht so leicht an der Nase herumführen.

    Aber ok, ist man halt als Eltern in der Pflicht, den Jungen zu erklären wo a) das Geld überhaupt herkommt und b) wie man es auch behält und vermehrt. Das geht schon da los, dass man im Supermarkt eben nicht eine "wäh wäh will ich sofort haben !" Mentalität bedient sondern garnicht erst aufkommen lässt, dass setzt sich nämlich bis später fort und verfestigt den glauben an Anspruchsdenken wo man alles erfüllt bekommt wenn man nur laut und lang genug rumquengelt.

    Zu den Aktien/ETFs, wenn man die Kleinen auch früh genug dran beteiligt macht es denen dann auch richtig Spaß, beim wachsen "ihres" Depots zuzusehen. Richtig stolz kann man sein, wenn sie schon selbst von sich aus sagen, dass man gewisse Taschengeldzahlungen nicht gleich verkonsumieren tut sondern investieren wollen weil sie den später verstärkenden Zinseszins verstanden haben.

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    1. Chris , es gibt aber auch gute Versicherungslösungen , wenn mann das Langlebigkeitsrisiko umkehrt . D.h.
      früh eine sofort beginnende Rente abschliest . Bei den derzeitigen Zinsen , jedoch auch nicht wirklich spaassig , aber je nach persönlichen Steuersatz auch eine Möglichkeit sein Geld anzulegen .
      Aber dieses ist der Grund , warum einige Versicherungen auch keine Rentenversicherungen mehr anbieten. Das Langlebigkeitsrisiko.
      Für einen Kapitalaufbau , ist sicherlich Lars seine Seite hier besser geeigent . Ob allerdings in der Zukunft auch noch bei Aktienanlagen immer diese hohen Erträge erwirtschaftet werden können , ist ja auch noch unklar .
      ( Wo soll denn noch das Wachstum herkommen ) Aber es bleibt spannend . Ps. Ich habe noch mehrmals über deinen Satz über den Mangel ( und der Überwindung dessen ) nachgedacht , evt. ist dieses tatsächlich für die Erziehung weiterführend . Wir werden sehen . LG

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  3. Sehr wichtiger Beitrag! Auch ich sorge auf die vorgeschlagene Weise für meine 2 Kleinkinder bereits vor. Nicht thematisiert wurde hier das Thema der Abgeltungssteuer. Wenn man einen Fond ohne oder mit geringer Ausschüttung wählt, nutzt man nicht den Freibetrag bis 801 bzw. 8800€ (inkl. Nichtveranlagungsbescheinigung), den Kinder ja jährlich haben können. Deshalb nutze ich einen globalen Dividendenfond, z.B. DBX1DG. Diesen jährlichen Freibetrag sollte man doch ausnutzen, oder? Sonst muss man später unnötigerweise mal Steuern zahlen, wenn das Geld dann doch mal gebraucht werden sollte. Oder irre ich mich?

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  4. Hallo,
    Wollte für meine beiden Kinder den DBX1MW über die Consorsbank bespannen. Dies kostet aber Gebühren. Wie macht ihr das Kostenfrei?
    Ist der ETF der Deutschen Bank ok ?
    Dachte an 100€ /mtl.
    Danke für eine Antwort
    Gruß

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    1. Infos zu den Sparplankonditionen der einzelnen Broker findet man ja bei Google leicht, z.b. hier https://www.justetf.com/de/etf-sparplan/sparplan-vergleich.html

      Sparpläne kosten immer was, und man sollte die Gebühren so niedrig wie möglich halten (plus die Sparrate so hoch wie möglich). Wer "nur" 25 Euro im Monat bespart, aber dafür 5 Euro Gebühren jedesmal abgehen.... der hats echt nicht kapiert.

      Und vorsicht auch genauer hinschauen bei "kostenlosen" Sparplänen. Das sind meist "Aktions-Angebote" zum locken. Also zeitlich begrenzt! Für ein halbes Jahr oder so "kauft" sich der ETF-Anbieter halt eine Sonderpromotion beim Broker und erlässt die normalen Gebühren, aber wenn dann erstmal genügend Kunden eingefangen sind wird dann wieder ganz normal weitergezahlt.

      Plus wie eben schon gesagt, sind nicht alle ETFs "sparplan-fähig" (und davon noch weniger "kostenlos sparplanfähig"), man schränkt seine mögliche Auswahl also massiv ein (ist ja auch das Ziel der Anbieter, Kundenbindung). Deshalb mache ich selbst keinen automatischen Sparplan (so toll ich das Prinzip ja auch finde) sondern ordere meine ETF Nachkäufe lieber weiter normal "von Hand" (aber natürlich regelmäßig).

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  5. Danke an Chris für den tollen Link.
    Werde mir hier ein Musterdepot nachbilden.
    LG

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  6. Persönlich halte ich mehr von Unabhängikeit . Da lieber einfach mal einen Betrag umgebucht ( Alter mal 1000,00 Euro ) und Depot zur Anlage eröffnet . Somit eigene Spielwiese hergestellt , und mann kann dann auch über seine eigenen Anlagen einsichtsfrei verfügen. ( Also dann lieber etwas sparen , und dann in einen Betrag umbuchen , da m.M. nach der Kostenanteil sonst zu hoch wäre )
    Steuerliche Zuordnung dann auch beim Kind , und somit wieder vom eigenen getrennt .
    Da ich persönlich auch mehr Einzelaktien mag , denke ich , das dieses in der Anlageform mit Stückelung unter 1000,00 Euro auch nicht besonders ( wegen der Kosten ) sinnvoll ist.
    Außer um einen einmaligen Lerneffekt für Kosten bei einen Kauf nur einer Aktie zu erzeugen ( Lach / Prozentrechnung müsste dann bei dem Kind schon mal verstanden worden sein )
    Da denke ich schon eher wie Chris . Lieber vorher erstmal ewas sammeln . Auch die Erträge daraus sammle ich erstmal weiter , bis wieder eine Summe ca. 1000 - 1500,00 Euronen zusammen gekommen ist , und wieder neu angelegt werden kann .
    Für diejenigen , die aber unbedingt monatlich sparen wollen , möchte ich nochmal kurz anmerken , das auch einige Aktien-Unternehmen ( Meist US Unternehmen ) auch eigene Sparpläne in deren Aktien ( Unternehmen ) anbieten , ggf. wäre das ja eine überlegung wert . Dieses ist , glaube ich , sogar ohne Depot , bei den einzelnen Unternehmen möglich . Dieses würde dann ja doppelt Kosten sparen . Allerdings wie dieses dann rechtlich aussieht , kann ich nicht beurteilen . Ich kaufe da doch schon lieber über ein Depot , welches ja dann auch die Forderung verbrieft . Siehe auch Clearstream Bank / Aktie ist EK des UN .
    Ob sich das bei einer Insolvenz ( kaufen über Depot ) denn dann auch auswirkt , kann ich aber auch noch nicht beurteilen . Möglicherweise ist die andere Kaufweise auch i.O.. Habe mich da bisher noch nicht eingelesen , da ich mich selbst auch gerne manchmal am handeln beteilige . Aber evt. ist diese Möglichkeit ja für den ein oder anderen etwas . Achso , es hat noch einen weiteren Vorteil ( Wenn der Markt ansonsten nicht beobachtet wird ) regelmässig anzulegen , es ist relativ sicher , das mal viel Geld und mal wenig Geld für die Anlage bezahlt wird , und mann dann eine glättung in seiner Anlage hat . Also Zufall , Gut / Schlecht gleich glättung .

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