Dienstag, 20. August 2013

Warum die Kluft zwischen Reich und Arm immer größer wird

In diversen Talkshows, aber auch in anderen Medien hört und liest man immer wieder, dass die Schere zwischen reichen und armen Leuten immer größer werden würde. Meistens geht diese Feststellung mit einer gewissen Empörung einher und der Forderung, dass irgendwer irgendetwas dagegen machen müsse. Nur die wenigsten Berichterstattungen legen den Fokus darauf, warum die wohlhabenden Menschen immer mehr Geld bekommen und wie dieses Wissen andere Leute möglicherweise ebenfalls nutzen könnten.

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Mit Geld lässt sich viel mehr Geld verdienen
Mit irgendeiner Sache erst einmal zu starten ist schwierig. Wenn jemand einmal 20 Kilo an Gewicht zugelegt hat, dann hat dies im Standardfall auch seinen Grund. Meist waren die Lebensgewohnheiten eine Hauptursache. In dieser Situation ist es schwierig sich für eine nachhaltige Änderung der Lebensgewohnheiten zu entscheiden und damit auch wirklich zu beginnen.
Die ersten Tage und Wochen werden hart, wenn der Körper nicht mehr seine gewohnte Menge Kalorien bekommt und nun stattdessen auch noch regelmäßig Sport treiben muss. Aber nach einigen Wochen hat man sich immer mehr an die veränderten Lebensumstände gewöhnt und man entwickelt ein gewisses Momentum, dass die Pfunde nur so purzeln.

Vergleichbar ist dies auch mit dem Weg zum finanziellen Wohlstand. Zunächst einmal muss man sich für diesen Weg entscheiden und ihn vor allem auch ernsthaft beginnen. Solange man Schulden abzuzahlen hat oder noch kein Geld hat, ist dies ein harter und steiniger Weg.

Das Fehlen von Geld ist oft der Grund, warum mehr als 80% von kleinen Unternehmen scheitern. Die ersten Schritte auf dem Weg zum Reichtum sind die schwierigsten.
Denn es fehlt das Kapital um in das eigene Unternehmen und in die eigenen Produkte zu investieren.
Es fehlt die Erfahrung mit dem ordentlichen Handling von schwierigen Situationen.
Es fehlt das Netzwerk von Freunden, um erfolgreich zu sein.

Das ist ein Grund, warum die Reichen immer reicher werden, denn man benötigt Geld und daraus mehr Geld zu generieren. Ohne Kapital kann man nicht in Unternehmen investieren.
Während jemand mit 1 Millionen Euro "nur" eine Rendite von 10% benötigt um auf 100.000 Euro zu kommen (das ist vergleichsweise einfach), braucht jemand mit 100.000 Euro eine 100% Rendite (das ist viel härter) um auf dieselbe Summe zu kommen.
Die Macht des Zinseszins lässt herzhaft grüßen.

Das soziale Netzwerk
Im mittelalterlichen Europa, übernahm jemand - sofern er männlich war - denselben Beruf, den der Vater hatte. Wenn der Vater ein Schmied war, wurde man ebenfalls ein Schmied. Wenn der Vater ein Ritter war, wurde man ein Ritter.
Das bedeutete, man hatten einen ähnlichen sozialen Umgang wie der eigene Vater, denn bei gesellschaftlichen Ereignissen war der Sohn im fortgeschrittenen Alter dabei.

Wenn heutzutage jemand einen Hedgefonds-Manager als Vater hat, ist die Möglichkeit, Karriere in der Finanzbranche zu machen viel höher als wenn der Vater Gymnasiallehrer ist. Das liegt daran, dass man fast schon automatisch viel mehr von der Branche mitbekommt und die entsprechenden Leite kennenlernt.

Wenn jemand zu einem sozialen Netzwerk von reichen Familien gehört, in denen die Eltern vorwiegend über profitable Geschäftsideen reden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch ebenfalls ein erfolgreicher Geschäftsmann zu werden. Für das Kind eines Lehrers, ist Unternehmer zu werden viel schwieriger als für den Sohn eines Unternehmers auch Unternehmer zu werden.

Die Reichen haben den Zugang zu Informationen, die man benötigt, um Geld zu machen. Daher ist deren Ausgangslage einfacher, weil sie viel mehr über das Unternehmertum wissen als der "Durchschnittsbürger".

Wie die finanzielle Bildung große Vorteile bringt
Ausgangs des Mittelalters wurden in einem mediterranen Dorf  zwei Wasserträger gesucht. Sie sollten die Versorgung des Dorfes mit Wasser sicherstellen. Beide erfüllten ihren Job und bekamen für jeden Eimer Wasser ihren Lohn. Einer lebte davon gut und gab seinen Verdienst in der Taverne am Abend gleich wieder aus. Dem anderen missfiel die Aussicht, für viele Jahre, Tag für Tag, die körperlich schwere Arbeit zu verrichten. Daher begann er, nach dem eigentlichen Feierabend an einer Wasserleitung zu bauen. Die Leute lachten ihn aus, weil er nach seiner eigentlichen Tätigkeit noch weiter schuftete.

Nach einem Jahr harter Arbeit, hatte er bereits die Hälfte der Leitung fertig gestellt. Weil er das Wasser bereits umgeleitet hatte, musste er auch nur noch die Hälfte des Weges die Eimer tragen. Daher war der Arbeitstag für ihn schneller beendet und er hatte mehr Zeit für den weiteren Bau der Pipeline. Sein Kumpel schleppte noch immer tagsüber die Eimer und die harte Arbeit wurde zunehmen mühsamer.

Es verging noch einige Zeit und dann hatte der Pipeline-Bauer seine Leitung fertig gestellt. Niemand der Dorfbewohner lachte mehr. Sie bewunderten seine Weitsicht, seinen Mut und sein Durchhaltevermögen. Und, er bekam noch immer für die Maßeinheit eines Eimers seine Entlohnung, obwohl er längst keine Eimer mehr schleppen musste. Stattdessen konnte er sich seine Vorlieben zuwenden.

Was soll uns diese Parabel sagen? Die unterschiedliche finanzielle Bildung entscheidet wie jemand mit Geld umgeht. Hier hat sich jemand in dem einen Fall einen Strom von passivem Einkommen erschaffen (Pipeline-Bauer), während der andere nur auf seine Arbeitskraft setzt (Wasserträger). Das ist ein entscheidender Unterschied beim Umgang mit Geld zwischen den finanziell Wohlhabenden und der Mittelschicht.

Technologie bietet eine Chance die Schere zwischen Arm und Reich zu verkleinern
Bislang haben wir ein Ungleichgewicht gesehen, je nachdem in welchem Umfeld jemand aufwächst. Wessen Eltern einen ordentlichen Batzen Geld zur Verfügung haben, das soziale Umfeld mit den entsprechenden Kontakten haben und wem die finanzielle Bildung frühzeitig beigebracht wird, hat sicherlich einen Vorteil gegenüber denjenigen, die dieses Elternhaus nicht haben.

In diesem Abschnitt sehen wir, dass auch viele Leute die Chance verpassen die Kluft zwischen Arm und Reich überbrücken.

Technologie ist ein wunderbares Werkzeug, wenn man richtig damit umgeht. Es ermöglicht Menschen, effizienter zu werden, beschleunigt Kommunikationswege und ermöglicht Tätigkeiten auf eine bessere Art und Weise durchzuführen.
Zum Beispiel ermöglicht die richtige Nutzung des Internets viel mehr Menschen an Informationen zu gelangen, Kontakte zu knüpfen, ein Business aufzubauen und für sich zu werben. Nicht nur das, denn innerhalb kurzer Zeit ist es möglich sehr viel Geld zu verdienen.
Prominente Beispiele sind Steve Jobs, der ehemalige "Kopf" von Apple und Marc Zuckerberg mit Facebook. Im Artikel "Neid auf vermögende Leute ist kein guter Ratgeber" hatte ich noch mehr Beispiele genannt.

Natürlich schafft es nicht jeder gleich einen großen Welt-Konzern zu erschaffen. Aber um ein Geschäft aufzubauen und ein bisschen Geld zu verdienen, reichen die Möglichkeiten, die die heutige Technologie bietet oft schon aus.
Leider nutzen die meisten Menschen die Möglichkeiten der Technologie eher für andere Dinge. Sie konsumieren Spiele und vertrödeln damit unglaublich viel wertvolle Zeit. Andere schreiben mehrere Dutzend SMS an Leute, die um die Ecke wohnen oder die sie in wenigen Minuten eh treffen. Kurzum, es sind diejenigen, die eine Minderheit durch den eigenen Technologie-Konsum wohlhabend werden lassen. Selbst wenn man mit Internet, Smartphone, Tablet PC kein Geschäft aufbaut, kann man ohne größere Probleme an der Konsumlaune der anderen Geld verdienen. Mehr darüber im Artikel "Wenn viel getrunken, geraucht und konsumiert wird, ist dies ein Grund zur Freude"

Etliche Menschen, die sich über die Kluft zwischen Arm und Reich beschweren, suchen die Schuld woanders als sich dazu aufzuraffen und überlegen wie sich ein finanziell erfolgreicheres Leben aufbauen lässt. Die Reichen lässt das kalt, denn sie nutzen die heutigen Möglichkeiten um noch mehr Wohlstand aufzubauen.


Die gute Nachricht
Kommen wir nun zu der guten Nachricht. Die Reichen scheinen alle Vorteile haben. Allerdings liegt es nur zum Teil an den günstigeren Voraussetzungen, die reichen Leuten Vorteile verschafft.
Es gibt kein Naturgesetz, dass Nachkommen von wohlhabenden Menschen ebenfalls finanziell erfolgreich sind. Beispiele sind der Sohn von Warren Buffett oder die Kinder von Bill Gates.

Sie haben alle aufgrund ihres Elternhauses eine gute Ausgangsbasis und doch scheitern sie. Alle Türen zu Gelegenheiten sind offen, doch sind sie nutzlos. Warum?
Denn ihnen fehlt die wichtigste Zutat für den Erfolg, der Antrieb!

Wenn sie in eine Familie geboren werden, mit allem, was man sich wünscht, warum sollte man dann noch hart arbeiten? Man hat ja bereits alles! Das ist, warum die Söhne von reichen Menschen die eigenen Väter selten übertreffen. Anders als die Nachkommen war der Vater zuvor oft Teil der Mittelschicht und war damit nicht zufrieden. Also hat er hart gearbeitet - in dem er passive Einkommensquellen erschaffen hat - dass er aus dieser Situation herauskommt. Eine gewisse Unzufriedenheit ist oft der entscheidende Antrieb etwas Großes zu bewirken. Zufriedene Menschen sind satt und es fehlt ihnen der Antrieb auch unbequeme Wege außerhalb der eigenen Komfortzone zu begehen.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Ein wirklich guter Artikel! Habe ihn mit genuss gelesen. Ich sehe das in meinem Umfeld genauso: Menschen arbeiten ihren Stiefel und ruhen sich danach aus. Aber keiner mag sich wirklich intensiv damit befassen, wie man Vermögen aufbaut. Sich mit Geld zu beschäftigen gilt als spießig und versnobt. Naja. Für mich ist es ein tolles Hobby mit der Hoffnung auf Erfolg. =)

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  2. Danke für den toll geschriebenen Artikel Lars. Wir beide und viele andere Leser arbeiten bereits an ihrer persönlichen Pipeline!

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  3. Ich stimme dem Kommentar von Rico zu - „…keiner mag sich wirklich intensiv damit befassen, wie man Vermögen aufbaut“.
    Die Hoffnung/Glaube/Illusion vom „kleinen“ Mann: „in Zukunft wird es schon besser werden“.
    Das ist ein Irrglaube. In Zukunft tauchen „unerwartet“ neue Ausgabenposten oder die alten erreichen unerwartet solche Höhen, dass man ja Höhenangst bekommt.

    Eine kleine Ergänzung zum Artikel von mir:
    Das Thema Inflation. Trifft zwar „gleichermaßen“ die Armen und die Reichen.
    Wenn man jedoch zwei Aspekte berücksichtigt
    1) Die höchste Inflationsrate sehen wir immer wieder bei Lebensmitteln, Energie (Strom, Gas/Öl, Sprit) und (aktuell) Mieten – also alles lebensnotwendige Ausgaben, auf die man kaum verzichten oder die man spürbar reduzieren könnte.
    2) Der Anteil der Ausgaben für diese Posten vom Haushaltseinkommen ist bei armen Haushalten extrem hoch und steigt mit der Inflation.

    D.h. wenn man nichts unternimmt, wird es mit der Zeit nur schlimmer. Man soll sich immer mehr/länger anstrengen um freie Mittel zu generieren und sich dem Strudel zu entziehen.

    Tipp: sich über Vermögensaufbau informieren und damit anfangen so früh wie es geht – am besten sofort.

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