Donnerstag, 30. Juni 2016

ETFs mit Smart-Beta-Strategien - Artikelserie Teil 6, Performanceuntersuchung der verschiedenen Faktoren

In den ersten Teilen der Artikelserie "ETFs mit Smart-Beta-Strategien" haben wir besprochen, welche Ideen hinter den Smart-Beta-Strategien eigentlich stecken. Anschließend haben wir uns Beispiele von diversen Faktoren angeschaut. Jetzt stellt sich die Frage, welche Performance mit vom Markt-Index abweichenden Strategien überhaupt zu erwarten ist. Dieses spannende Thema wollen wir uns jetzt hier anschauen und wird jeden interessieren, der nicht nur zufällig, sondern systematisch mehr als die durchschnittliche Marktrendite erhalten möchte.
Gleichzeitig stellen Chris und ich unser neues eBook über Smart Beta Strategien vor.

Noch einmal zur Erinnerung: Ein Privatanleger ist ohne größere Erfahrung in der Lage, den globalen Aktienmarkt mit Hilfe des „Indexing“ passiv abzubilden. Mit ein bis vier Aktien-ETFs lässt sich dies bereits umsetzen und damit ist selbst ein Einsteiger besser als viele andere Anleger, oft sogar erfolgreicher als etliche professionelle Marktteilnehmer. So können Fondsmanager von aktiv gemanagten Fonds oft nur in kürzeren Zeiträumen eine bessere Performance erzielen als der jeweilige Vergleichs-Index. Je länger der Zeitraum andauert - Aktien sind eine langfristige Geldanlage - desto häufiger setzte sich letztendlich der Marktdurchschnitt durch. Daher genießt das "Passiv Investieren" bei etlichen Anlegern eine so hohe Beliebtheit.

Die Suche nach einer Überrendite

Nichtsdestotrotz ist jemand mit passiven Geldanlagen letztendlich "nur" so gut wie der Marktdurchschnitt, nicht schlechter, aber mit Sicherheit auch nicht besser. Daher gibt es immer wieder das Bestreben, dennoch Strategien zu finden, um dauerhaft Ergebnisse oberhalb des Marktdurchschnitts zu erzielen. Entscheidend ist hier das Wort „dauerhaft“, denn kurzzeitig erfolgreicher als das Mittel aller Marktteilnehmer abzuschneiden, das kommt wie eben besprochen häufiger vor.

Die Frage wie Strategien, die von der bekannten Index-Zusammensetzung mittels der Marktkapitalisierung abweichen, in einem langfristigen Zeitraum performen, hat Chris und mich nicht mehr losgelassen. Daher haben wir die Daten der Faktoren über viele Jahre hinweg analysiert und ausgewertet. Die Untersuchung ist sehr umfangreich geworden und würde den Rahmen von einem oder zwei Blog-Artikel sprengen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, den langfristigen Performance-Vergleich der Smart Beta Strategien in einem eBook zu veröffentlichen.

Als Grundlage der Untersuchung dienten uns dabei Indexdaten von MSCI ( www.msci.com ). Die Kursdaten der Indizes sind frei verfügbar und können im Excel-Format heruntergeladen werden. Als Startzeitpunkt haben wir 1988 gewählt. Natürlich ist es immer umso besser, je mehr Daten man hat, um aus einer längerfristigen Betrachtungsweise mehr verallgemeinerungsfähige Erkenntnisse ziehen zu können. Einige der Indizes reichen auch bis in die 1970er Jahre zurück, aber 1988 war das erste Jahr ab dem Daten von allen fünf Faktor-Indizes (Value, Quality, Size, Momentum und Volatility) zusammen vorlagen.
Um die Untersuchung vergleichbar zu halten, wurde also dieser Zeitpunkt gewählt. In diesen mehr als 25 Jahren liegen ja auch einige Booms und Crashs, so dass man das Verhalten der Faktoren über verschiedene Marktzyklen einigermaßen ausreichend vernünftig bewerten kann. Alle Indexstände sind dabei in US-Dollar Währung und "gross" notiert, also Total Return mit reinvestierten Ausschüttungen.

Als ein Beispiel für das Abschneiden der verschiedenen Faktoren habe ich hier den Fünf-Jahres-Zeitraum von 1995 bis 1999 abgebildet.

Kumulierte Excess Returns der Faktoren von 1995 bis 1999 -

Vereinfacht gesagt, ist hier die Performance der Faktoren im Vergleich zum MSCI World zu sehen. Werte über 100 deuten auf ein besseres Abschneiden als der Welt-Vergleichsindex hin.
Dieser Zeitraum war insgesamt geprägt von Euphorie am Aktienmarkt mit einer sehr starken Hausse in den Jahren 1998 bis Anfang 2000. Die Faktoren Quality und Momentum ließen den MSCI World weit hinter sich. Die Faktoren Size und Volatility, aber auch Value performten teilweise deutlich schwächer als der Welt-Index. Was kumulierte Excess Returns bedeuten und warum diese Betrachtung sinnvoll ist, wird im eBook genau beschrieben.

Als ein weiteres Beispiel für das Abschneiden der verschiedenen Faktoren habe ich nun noch den Fünf-Jahres-Zeitraum von 2000 bis 2005 ausgewählt.

Kumulierte Excess Returns der Faktoren von 2000 bis 2005 -
Quelle: Smart Beta Strategien

Die Zeit von 2000 bis 2005 war geprägt durch das Platzen der Dotcom-Blase und einem dreijährigen Bärenmarkt. Die Faktoren Quality und Momentum schnitten in dieser Phase etwas schlechter als der MSCI World ab. Value und Size waren in diesem Zeitraum sehr stark, obwohl diese Faktoren in dem Zeitraum davor schwächer abschnitten.

Smart Beta Strategien von
Christopher Strauß und
Lars Hattwig
Die in unterschiedlichen Zeiträumen wechselnde Performance der Faktoren ist ein markantes Merkmal der verschiedenen Smart Beta Strategien, was auch ein Grund für die vielfach skeptische Einstellung gegenüber diesen Verfahren sein könnte.

Wie man mit diesen wechselhaften Ergebnissen in verschiedenen Zeiträumen umgeht, welche Faktoren am Ende die Nase vor dem MSCI World hatten und wie ein Anleger vorgehen kann, wenn er "ziemlich sicher" besser als der der MSCI World abschneiden möchte, erfahren Sie im eBook Smart Beta Strategien.
Dort erfahren Sie zusätzlich, welche Risiken bei der Nutzung von Smart Beta Strategien zu beachten sind und erhalten einen Vorschlag für die Gewichtung von Index-ETFs sowie Faktor-ETFs, um die Vorteile beider Investmentansätze nutzen zu können.

Für wen ist das eBook Smart Beta Strategien geeignet?

Das Buch ist grundsätzlich erst einmal für alle Anleger wertvoll, die mit Aktien-ETFs Vermögen aufbauen möchten. Es ist für allem auch für Freunde des "Passiv Investierens" lesenswert, um hier mögliche Investment-Alternativen kennenzulernen, die realistische Chancen für eine Überrendite gegenüber dem Marktdurchschnitt bieten.
Im deutschsprachigen Raum dürfte eine derartige Performanceanalyse mit langjährigen historischen Daten von Smart Beta Strategien ziemlich einzigartig sein.

Das eBook ist weniger geeignet für diejenigen, die mit ETFs vor allem hohe Dividendenzahlungen erhalten möchten oder mit Aktien schnell Geld verdienen wollen.

Fazit

Chris und mich hat das Ergebnis der Untersuchung ziemlich beeindruckt, weil wir gesehen haben, dass der Marktdurchschnitt noch nicht die Oberkante der praktisch umsetzbaren Investment-Möglichkeiten bietet - sofern dabei jedoch einige Regeln beachtet werden.
Natürlich wird es zwischen der theoretischen Vergangenheitsrendite reiner Indexdaten und der praktisch erzielten Rendite im echten ETF-Produkt immer einen Unterschied (Tracking Differenz) geben, der mehr oder weniger groß ausfällt. Da die konkreten auch hier auf dem Blog besprochenen ETFs aber allesamt noch sehr jung sind, bleibt einem für eine langfristige Betrachtung einzig der Weg auf Indexdaten zurückzugreifen. Ein sehr spannendes Thema und wir werden von Zeit zu Zeit auch darüber berichten, wie die Performance der ETFs mit diesen Verfahren gegenüber dem Marktdurchschnitt ausfällt.

Das war der sechste und letzte Teil der Artikelserie "ETFs von Smart-Beta-Strategien" über die Performance von Smart Beta Strategien im Vergleich zum Marktdurchschnitt.
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