Freitag, 17. Juni 2016

US-Notenbank Fed erwartet noch lange niedrige Leitzinsen

Die Fußball-EM ist im vollen Gange mit teilweise drei Spielen pro Tag und sie ist das vordergründige Thema in diesen Wochen. Dadurch gehen viele andere Ereignisse mehr oder weniger unter. Ein Ereignis gab es jüngst in den USA, welches für Geldanleger eine große Relevanz hat, und zwar die Notenbanksitzung in den USA am letzten Mittwoch. Grundsätzlich hörten die Marktbeobachter dort keine großen Neuigkeiten, aber dann in einigen Nebensätzen gab es dennoch einen Paukenschlag.

Die regelmäßigen Sitzungen der großen Notenbanken sind bei Marktteilnehmern immer ein besonderes Ereignis. Das ist bei der Europäischen Zentralbank EZB unter der Leitung von Mario Draghi, aber erst recht bei der US-amerikanischen Federal Reserve unter der Leitung von Janet Yellen der Fall. Nicht nur, dass Investoren rund um den Globus eine Einschätzung der aktuellen Marktbedingungen erhalten, sondern auch eine meist vorsichtige Aussicht auf zukünftige Entwicklungen der Leitzinsen. In einigen Sitzungen gleicht das Statement einem semantischen Strategiespiel, bei dem es darauf ankommt, ob eine bestimmte Formulierung verwendet wird oder nicht. Dass die Worte der größten Notenbanker Gewicht haben sieht ein Marktbeobachter auch an den Kursentwicklungen der Devisen- und Aktienmärkten. Diese weisen während eines solchen Statements teilweise extrem hohe kurzfristige Schwankungen auf. Erst nach dem Ende der Rede normalisiert sich die Kursentwicklung wieder.



Am zurückliegenden Mittwoch war es wieder einmal soweit als Janet Yellen vor die Presse trat. Für interessierte Marktbeobachter gab es keine großen Überraschungen. So hieß es, die Leitzinsen blieben aktuell unverändert, die Zentralbanker behielten sich für die Zukunft alle Möglichkeiten offen und der Zustand der amerikanischen Wirtschaft sei ordentlich.

Allerdings gab es Äußerungen über den sogenannten neutralen Zins, der für die Notenbänker als eine Art Leitlinie für Zinsentscheidungen genutzt wird. Dieser bleibt nach Einschätzung von Janet Yellen auch auf mittelfristiger Sicht sehr niedrig. Als Gründe wurden die wirtschaftlichen Entwicklungen im Rest der Welt, ein schwaches Produktivitätswachstum in den USA und vergleichsweise wenige Haushaltsneugründungen in den USA genannt.
Ups, das ist im Grunde ein heftiger Paukenschlag, der kaum Beachtung in der Öffentlichkeit fand. Denn vor einigen Monaten sollte eine nachhaltige Zinswende einsetzen, bei der der US-Leitzins durchaus auf mehrere Prozentpunkte ansteigen sollte. Die Zahl 3 Prozent las ich häufiger, und dass sich das Devisenpaar Euro/US-Dollar mindestens Richtung Parität bewegen sollte, war im Markt fast schon Konsens.

Nach der ersten und bislang einzigen Zinsanhebung in den USA Ende des Jahres 2015 wurde bald klar, dass die Zinsanhebungen möglicherweise nur langsam und nur mit kleinen Schritten vollzogen werden könnten. Aber diese Äußerung von Janet Yellen bringt eine Neubewertung der Situation. Einen lesenswerten Artikel zum Thema und wie der neutrale Zins berechnet wird, dazu mehr auf der Seite von FAZ.net.

Leser dieses Blog wussten schon lange vor dem ersten Zinsschritt, dass sich die Zinswende als Rohrkrepierer erweisen wird. Dies hatten wir zuletzt im Artikel: "Warum die US-Notenbank Fed keine Zinswende einleiten kann" besprochen.

Die Entwicklung der Leitzinsen bestimmen einerseits den Wert von Währungspaaren und damit indirekt die Kursentwicklung am Aktienmarkt. Zum anderen hängt es vom Niveau und der Tendenz der wichtigen Leitzinsen ab, ob der Aktienmarkt eher gebremst oder beflügelt wird. Da zuletzt auch in der Eurozone keine Signale für ein steigendes Zinsniveau zu vernehmen war, sollten sich Privatanleger für längere Zeit keine großen Hoffnungen auf eine gute Verzinsung machen, wenn sie größere Geldbeträge in Bankeinlagen oder Versicherungen liegen haben.

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Kommentare:

  1. Die Machthalter auf beiden Seiten des großen Teichs werden versuchen, ihre Enteignungsstrategie ala Griechenland eine Weile aufrecht zu erhalten, bevor der große Kollaps kommt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.

    Und dann lohnt sich der Zugriff. Wer es bis dahin nicht aushalten kann, der soll sich mit Hebelprodukten an den Märkten vergnügen. Dem höheren Gewinn- und Verlustrisiko stehen deutlich geringere erforderliche Kapitaleinsätze gegenüber. Damit bliebe der Großteil des Kapitals für den gr0ßen Knall übrig. Sofern EZB und Co. nicht die Konten leer räumen. Ich traue denen inzwischen alles zu. Nicht umsonst wird die Bargeldabschaffung systematisch voran getrieben.

    Gruß

    Ralf

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  2. Die Notenbanken werden massiv die Kontrolle verlieren. Mit Gelddrucken haben die Notenbanken die Aktienmärkte viele Jahre lang nach oben getrieben. Es kommt der Tag wo dieses Lügengerüst zusammenbrechen wird. Und dann werden auch die Aktienmärkte kollabieren. Mich würde interessieren: Wer traut sich derzeit, größere Einmal-Geldbeträge zu investieren, vor allem im Vorfeld der Brexit-Entscheidung?

    Steve

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    1. Ich nicht. Allerdings mache ich derzeit mich Hebelgeschäften und einem Bruchteil des bisherigen Kapitaleinsatzes meine Gewinne. Was viele vergesssen: Der Zins ist ja der wichtigste Preis von einer Volkswirtschaft. Wird der wie derzeit künstlich gedrückt, kommt es zu enormen Fehlinvestitionen und Fehlentwicklungen. Irgendwann kommt das Gewitter und der Prozess wird schmerzhaft sein.

      Daher mache ich derzeit nur kurzfristige Geschäfte und verdiene damit noch mehr als bei der normalen Strategie. Zusätzlich halte ich dadurch viel Kapital bereit wenn der Fall X eintritt und die Märkte zum Kauf blasen.

      Gruß

      Ralf

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