Samstag, 9. März 2013

Buchrezension: Investment Punk

Das Buch "Investments Punk" von Gerald Hörhan" mit dem Untertitel "Warum ihr schuftet und wir reich werden" provoziert gleich beim Einstieg in das Werk. Ein Investmentbanker beschreibt die finanzielle Situation unserer Gesellschaft schonungslos und spricht den Leser mit teilweise derben Formulierungen an. Die Intention des Autors wird aber deutlich und vor allem hat er in weitaus vielen Punkten Recht.

Nach einer kurzen Vorstellung des Autors geht es gleich auf den ersten Seiten verbal ordentlich zur Sache. An die ruppigen und teilweise herablassenden Formulierungen muss man sich als Leser erst einmal gewöhnen. Es werden einige typische Szenen aus dem täglichen Berufsleben des Autors beschrieben und welcher Luxus in diesem Etablissement gängig ist. Der Leser erfährt, dass im Privatleben der Investmentbanker gerne auch Punk-Konzerte aufsucht. Sei ein Punker und hinterfrage die Gepflogenheiten der Gesellschaft, aber sei kein Arnacho-Punker, so die Botschaft.

Immer wieder kommt der Autor auf die "Mittelschicht" zu sprechen, die sich auf breiter Front ausbeuten lässt. Zunächst der Sklavendienst, im Mittelalter der Frondienst und nun der Schuldendienst, der durch mangelnde ökonomische Bildung funktioniere, heißt es gleich zum Anfang des Buches.
Investment Punk
von Gerald Hörhan

Hohe Kredite für Eigenheim
Die fehlende ökonomische Bildung mache sich dadurch bemerkbar, dass Arbeitnehmer hohe Kredite über Jahrzehnte für das Eigenheim aufnehmen. Damit fesseln diese sich an Ihren Arbeitgeber und sind vom Wohl des Chefs abhängig. Falls in der Planung irgendetwas schief laufe, sitzt man im ungünstigen Fall ohne Haus, aber mit einem Haufen Schulden da.
Besser sei es zur Miete zu wohnen und sich eine Immobilie zur Vermietung zu kaufen, damit die Mieter die Verbindlichkeit abzahlen. Diese Vorgehensweise hat einst Robert Kiyosaki mit Rich Dad Poor Dad als anerkannten Finanz-Motivator bekannt werden lassen.

Falsches Agieren am Finanzmarkt
Wenn die Mittelschicht in Wertpapiere wie Aktien investiere, dann kaufe sie vor allem die von der Werbung gerade angepriesene Aktien. Der jeweilige Kurs befindet sich dann nicht mehr weit vom Allzeithoch entfernt. Und wenn Aktien günstig zu haben sind, dann wird der Mittelschicht empfohlen zu verkaufen. Billig kaufen und teuer verkaufen werde selten eingehalten und häufig wird auf teure Finanzprodukte zurückgegriffen.

Angestellte werden nur in wenigen Fällen wohlhabend
Bei einem Job als Angestellter werde man nur in seltenen Fällen reich und viel zu wenige trauen sich den Weg in die Selbständigkeit, um dort die Möglichkeit zu haben deutlich mehr Geld zu verdienen. Es fehle vielen zudem das unternehmerische Denken
Es gibt aus der Sicht des Autors noch einige weitere Sünden, die von der Mittelschicht häufig begannen werden. Wie beispielsweise der Erwerb eines Neuwagens oder der Kauf von Finanzprodukten, die man nicht wirklich versteht.

Fazit
Wer regelmäßiger Leser dieses Blogs ist, der hat von den meisten Themen bereits gehört. Der im Buch "Investments Punk" von Gerald Hörhan" teilweise derbe Umgang mit den Lesern, ist für einige sicherlich gewöhnungsbedürftig. Jedoch wird hier Klartext gesprochen und es gibt nicht wenige Menschen, die erst dadurch ins Grübeln kommen. Für Einsteiger in Geldanlagen und Finanzen ist dieses Buch meiner Meinung unbedingt lesenswert.

Für Leute mit einer bereits fortgeschritten finanziellen Bildung bietet "Investments Punk" von Gerald Hörhan" keine großen Neuigkeiten, aber als Auffrischung der grundsätzlichen Sichtweise finde ich es weiterhin geeignet. Zumal es sich ohne größere Probleme an einem Tag durchlesen lässt, da die rund 190 Seiten mit gut leserlicher Schriftgröße bedruckt sind.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Lese gerne deinen Blog. Vielen Dank für deine Arbeit hier und viel Erfolg weiterhin.
    D.K.

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  2. Das Eigenheim ist wirklich der kritische Punkt. Aber auch das Auto. Die Unterhaltkosten sind enorm hoch und lassen sich besonders für Städter eigentlich nicht rechtfertigen.

    Mir ist allerdings aufgefallen, dass es zum Thema Immobilien Vermieten nur wenig Literatur gibt. Der Einstieg ist hier also sehr schwer... Meistens wird eher abgeraten, mit dem Argument, es könnten die Mieter ausbleiben.

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  3. Ich habe das Buch auch letztes Jahr gelesen. Fand es sehr gut geschrieben und ich habe es auch in einem Rutsch durchgelesen. Der Nachfolger Gegengift, war nicht mehr so toll.

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  4. Ich habe das Buch letztes Jahr ebenfalls gelesen. Den Tonfall fand ich teilweise unfreiwillig komisch - wie böse gewollt, aber nicht gekonnt. Insgesamt habe ich ein paar Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Autors. Aber insgesamt fand ich das Buch dann doch ziemlich unterhaltsam und gar nicht doof. Obwohl ich persönlich Wohnungen zum Vermieten nicht für sinnvoll halte (aber ich bin ja auch so ein doofer Mittelschichts-Typ, der arbeiten geht...).

    Viele Grüße
    Holger

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