Donnerstag, 26. April 2012

"Cash is king": Die "Kriegskasse" muss immer gut gefüllt sein

"Cash is king", dieser Slogan ist ist wohl den meisten bekannt. Ein hohes Liquiditätspolster kostet im Gesamt-Portfolio Rendite, aber welche Vorteile Sie haben, wenn Sie Ihre "Kriegskasse" immer gut gefüllt lassen, wollen wir jetzt einmal betrachten.
Im Beitrag "Die Meilensteine zum Vermögensaufbau und zur finanziellen Freiheit" haben wir bereits gesehen, dass für den finanziellen Schutz 6- bis 12-mal die durchschnittlichen monatliche Ausgaben gut erreichbar z.B. auf einem Tagesgeldkonto abgelegt werden sollten. Damit lassen sich die allermeisten unvorhergesehenen Ereignisse, die Geld kosten, abdecken.

Allerdings sollten auch für die Geldanlage ausreichend Geldreserven (Liquiditätspolster wird oft dazu gesagt) vorhanden sein. Bei Geldanlagen in Dividenden-Aktien gehen Investoren anders mit Kursrückgängen um, als diejenigen, die rein auf Kursgewinne (oder z.B. mit Put-Optionsscheinen auf Kursrückgänge) spekulieren. Sollte der Wert der Dividenden-Aktie eines Unternehmens dauerhaft fallen, dann könnte mit dem Unternehmen etwas nicht mehr in Ordnung sein und eine Dividendenkürzung oder gar eine Insolvenz könnte die Folge sein.
Aber bei einer Vielzahl von Dividenden-Aktien ist es sehr unwahrscheinlich, dass die meisten Unternehmen ernsthafte substantielle Probleme haben. In diesen Fällen sieht man die Kursrückgänge oder gar Crash-Situationen eher als Chance, um neue Anteile günstig erwerben zu können. Um in der Lage zu sein derart vorzugehen, sollte man:
1.) die Weltuntergangsszenarien in den Medien gedanklich ausblenden, denn die (Aktien-)Kurse erzeugen Nachrichten, nicht umgekehrt
2.) eine genügende Geldreserve zur Verfügung haben, um Schritt für Schritt neue günstige Anteile nachkaufen zu können.

Wer sich nicht zutraut oder keine Zeit hat einzelne Unternehmen jederzeit im Blick zu haben, der greift auf Dividenden-ETFs zurück. Vor allem bei ETFs mit hundert Unternehmen ist die Chance Ihr Geld komplett zu verlieren nahezu 0%. Es gibt eine gewisse Chance, dass sich ein Aktien-ETF vom Kurs her selbst in einem Zeitraum von 10 Jahren schwächer entwickelt, aber dafür kassieren Sie bis dahin regelmäßig eine Dividendenzahlung. Aber die größte Chance bei Dividenden-ETFs mit soliden Unternehmen besteht langfristig darin, neben den Dividenden auch höhere Kurse zu sehen als zum Zeitpunkt des Einstiegs.

Wichtig ist aber immer ein ausreichend großes Liquiditätspolster zu halten. Stellen Sie sich vor, Sie wären mit all Ihrem Geld voll investiert und auf einmal gibt es einen Aktien-Crash. Dann müssen Sie sich das Blutbad in Ihrem Depot anschauen, ohne neue Anteile erwerben zu können. Womöglich verkaufen Sie vor lauter Panik gerade im Bereich des Tiefpunktes. Dann haben Sie Verluste realisiert und schauen der anschließenden Erholungsphase unzufrieden hinterher. Investoren, die solide Dividenden-Aktien besitzen, nutzen die Kursrückgänge dazu, billig neue Anteile zu erwerben und erfreuen sich an der zukünftig höheren Rendite aus Kursanstieg, aber vor allem an der Dividende. Falls Sie Autofahrer sein sollten, handeln Sie an der Börse ähnlich wie an der Tankstelle. Immer dann wenn die Preise niedrig sind, dann muss gekauft werden!

Im Jahr 2008 ist es bei mir das letzte Mal vorgekommen kein Geld mehr für Investments zu haben. Seitdem habe ich immer genügend Liquidität übrig, selbst im Sommer 2011, als besonders die europäischen Kurse martialisch einbrachen. Grundsätzlich investiere ich bei fallenden Kursen mehr in den Aktienmarkt als bei steigenden Kursen. Das hat mir auch 2011 geholfen, als ich seit Jahresbeginn zwar gut in Aktien investiert war, aber kaum noch neue Anteile kaufte. Daher besaß ich bei dem Crash im Spätsommer 2011 auch genügend Liquidität um beherzt "shoppen" zu gehen.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Ich moechte einen Aspekt hinzufuegen, den ich bei Warren Buffet und auch anderen Profis gelesen habe. Mich hat ueberzeugt, dass man immer einen festen Prozentsatz in Aktien haben sollte, der an die persoenliche Risikobereitschaft angepasst ist. Bei mir eher 25%. Am Beispiel von 50% bedeutet dies bei 100 teur vermoegen 50 teur in Aktien zu haben. Steigen diese um 50 % heisst es sich von einigen zu trennen, fallen diese um 50% heisst es nachkaufen. So kauft man automatisch bei schwachen Märkten und reduziert bei starken.

    Gruss Baldur

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    1. Das Thema "Asset Allocation" habe ich hier im Blog bislang noch gar nicht richtig thematisiert. Es wurde lediglich auf einer anderen Seite von mir: Investieren
      angerissen.

      Danke für den Hinweis, das Thema ist bei mir auf der ToDo als zukünftiger Blog-Eintrag.

      VG
      Lars

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