Mittwoch, 16. April 2014

Bereitet die EZB einen neuen Schub für den Aktienmarkt vor?

Ende März und Anfang April ging die Meldung umher, dass die Europäische Zentralbank EZB laut darüber nachdenkt, erstmals Staatsanleihen von Ländern der Eurozone zu kaufen. Das war zum Beispiel in der Süddeutschen.de zu lesen und selbst die sonst so konservativen Vertreter aus Deutschland inklusive des Bundesbankpräsidenten Weidmann kehren von ihren mahnenden Worten für den Erhalt der Preisstabilität ab. Ob die Europäische Zentralbank EZB unter der Leitung von Mario Draghi diesen Schritt letztendlich gehen wird oder ob dies lediglich ein Versuch ist, auf die Finanzmarktakteure einzuwirken, bleibt zunächst offen.

Derweil habe ich diverse Begründungen für diesen möglichen Schritt gelesen, die teilweise in Richtung einer Verschwörungstheorie gehen. Offiziell ist die drohende Deflation der Hauptgrund. Denn die "offizielle" Inflationsrate ist zuletzt in der Eurozone auf magere 0,5% gefallen. Passend dazu hatte ich vor ein paar Tagen die Frage in den Raum gestellt, ob die Leitzinsen überhaupt wieder nennenswert angehoben werden.

Andere mögliche Gründe sei eine direkte Hilfe für die südeuropäischen Staaten, insbesondere Italien. Oder die bewusste Schwächung des Euro, um die Importe in die Eurozone leicht zu verteuern (damit die Inflation etwas zu erhöhen) und auf der anderen Seite für Exporte preisgünstiger zu werden.
Wie dem auch sei, vielleicht sind alle genannten Mutmaßungen in Kombination die Gründe für diese EZB-Offensive.

Und in den USA? Dort werden derzeit die seit Jahren bestehenden Käufe von Staatsanleihen von der Zentralbank FED, unter der Leitung von Janet Yellen, langsam zurückgefahren. Aber ob es anschließend wirklich für nennenswerte Leitzinserhöhungen reichen sollte, muss erst einmal abgewartet werden. Denn auch in den Vereinigten Staaten ist die "offizielle" Inflation sehr überschaubar und würde der Notenbank FED die Möglichkeit offen halten, die Leitzinsen letztendlich auf niedrigem Niveau zu belassen.


Nur was heißt das jetzt für uns Anleger?
Vielleicht mag sich jetzt der eine oder andere Leser fragen, welche Auswirkungen die eben genannten Ausführungen für uns Anleger haben werden?
Wichtig für die Entwicklung einer Aktie von Unternehmen sind die wirtschaftlichen Daten, die Umsatz- und Gewinnentwicklung, natürlich auch der Wert der Aktie im Verhältnis zu Geldströmen und operativem Gewinn. Aber noch wichtiger für den Aktienmarkt ist der Leitzins der großen Notenbanken. Solange dieser niedrig ist, werden die Aktienkurse insgesamt weiter ansteigen. Ob das aus fundamentalen Gründen geschieht oder weil damit ein Art "Asset Inflation" vonstatten geht (das üppig vorhandene Zentralbankgeld fließt in eine Anlageklasse), ist dann erst einmal zweitrangig.
Sollte die EZB wirklich anfangen Staatsanleihen aus der Eurozone zu kaufen, werden DAX und EuroStoxx wohl einen regelrechten Ruck nach oben vollziehen.

Zum Weiterlesen:

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