Montag, 13. Juli 2015

Auf welche Weise in Startups investieren?

Dieser Artikel ist bei dem früheren Beispiel der Verteilung von Anlageklassen unter der Rubrik "Spielgeld" oder "sonstiges" einzuordnen.
Denn hier möchte ich auf die Möglichkeiten schauen, die ein Privatanleger hat um in sogenannten Startups zu investieren. Ein Startup beschreibt eine kürzlich gegründete Firma mit einem gewissen Grad an Innovation und Wachstumspotenzial. Sicher ist das in diesem Zusammenhang stehende Klischee bekannt, dass junge Erwachsene in einer Garage ganze Nächste an etwas herumtüfteln. Dahinter steckt oft sogar ein wahrer Kern. Und junge Leute haben zwar viele und oft hervorragende Ideen, aber im Standardfall noch nicht viel Geld. Damit Innovation und ein möglichst dahinter stehendes skalierbares Geschäftsmodell nicht alleine mangels finanzieller Ressourcen scheitern, stellen sich Investoren als Kapitalgeber zur Verfügung.

Warum ist es überhaupt spannend in Startups zu investieren?
Ein Großteil des Wachstums insbesondere von Technologiefirmen findet bereits vor einem Börsengang statt. Sobald es zum IPO (initial public offering) kommt hat ein Anleger kaum die Möglichkeit das aussichtsreiche Unternehmen für einen guten Preis zu erwischen.
Erst nachdem sich die Aufregung in der Zeit um den Börsengang gelegt hat und wenn frühestens nach etwa einem Jahr verlässliche Fundamentaldaten für alle Marktteilnehmer einsichtig sind, kann ein Unternehmen - aus Sicht eines fairen Chance-Risiko-Verhältnisses - wieder unter ernsthafte Beobachtung genommen werden.

Oft genügt zur Gründung einer Firma als
Büroausstattung bereits ein
Internetanschluss und ein Notebook
Die Zeit vor dem Börsengang und eine Weile nach dem Börsengang ist für einen Anleger interessant.
Richtig spannend, aber eben auch riskant ist die Zeit vor dem IPO. Denn zum einen können hier sehr hohe Gewinne innerhalb weniger Monate für den Investor möglich sein, aber in einigen Fällen kann das investierte Kapital auch völlig verloren sein. Denn selbst eine halbwegs hohe Chance für einen Erfolg hat man in diesem Stadium noch nicht. Die hinter der Gründung stehende Idee könnte floppen oder andere Unternehmen können die Innovation schneller in Produkte umwandeln. Wer dann als zweiter oder dritter auf dem Markt will, ist oft zu spät dran.

Crowdinvesting für Privantanleger
Seit einigen Jahren sind Startups - aber auch zum Beispiel aussichtsreiche Solopreneure - nicht zwingend von einem Investor (auch Business Angel genannt) abhängig, sondern können Kapital von vielen Menschen gleichzeitig beziehen. Ein bißchen vergleichbar wie "Geld anlegen über Online-Kreditplattformen" wird die Finanzierung über eine Web-Plattform vollzogen, auf der sich das Startup einer Vielzahl an Privat-Investoren präsentieren kann. Findet eine neugegründete Firma dort das Interesse der Benutzer der Plattform, kann die Investitionen durchgeführt werden. Damit ist ein Anleger an dem Unternehmen beteiligt, der natürlich auf eine baldige Wertsteigerung seiner Wertpapieranteile hofft.

Hier einige Beispiele dieser Plattformen zum Investieren in Startups.

Blog-Kollege Holger von "Der Privatanleger" testet aktuell das Crowdinvesting und berichtet darüber in einer Artikelserie. Bei Interesse schauen Sie doch einfach mal bei ihm rein.


IPO von "German Startups Group"
Passend zum Thema findet am Freitag, 17. Juli 2015 der Börsengang vom Berliner Wagniskapitalgeber (Venture Capital) "German Startups Group" statt. Der Investor Christoph Gerliner hat sich auf die Gründerszene in Deutschland, inbesondere auf Berlin, fokussiert. Dabei werden jährlich mehrere hundert Beteiligungsmöglichkeiten geprüft und in etwa zwanzig neue Firmen pro Jahr steigt das Beteiligungsunternehmen ein.
Der Investor hatte zuvor selbst schon zwei Startups gegründet und an die Börse gebracht.

Wie wir weiter oben bereits besprochen haben, gibt es mittlerweile auch für Kleinanleger die Chance mit kleineren Geldsummen in neu gegründete kleine Unternehmen zu investieren. Jedoch muss man sich die Firmen dort selbst aussuchen und versuchen durch Recherchen einigermaßen verlässliche Daten über sie zu erhalten. Die Beteiligungsfirma "German Startups Group" nimmt einem diese Arbeit dann ab.

Um an dieser Stelle nicht falsch verstanden zu werden. Ich berichte über Crowdinvesting und das zum Thema "investieren in Startups" passende IPO. Aber es ist keine Empfehlung für die Aktie, erst recht nicht zu dieser Zeit. Wie wir damals schon beim Börsengang von Alibaba festgehalten haben, stehen den meisten außenstehenden Marktteilnehmern die konkreten Geschäftszahlen nicht zur Verfügung und es besteht vom gesamten "IPO-Team" ein gesteigertes Interesse den Börsengang so teuer wie möglich stattfinden zu lassen. Beides Gründe, um als Anleger im Umfeld eines Börsengangs erst einmal abzuwarten.

Zum Schluss möchte ich noch einmal an meinen Hinweis im ersten Abschnitt erinnern. Was wir hier besprochen haben bietet zwar große Gewinnchancen, aber auch das Risiko hohe Verlust bis zum Totalverlust zu erleiden. Aber wer aus der Kategorie "Spielgeld" noch etwas übrig hat, kann mit den hier besprochenen Möglichkeiten versuchen etwas Würze für sein Depot zu beschaffen. Selbst als Dividenden-Investor juckt es mir dann doch manchmal in den Fingern.

Wer hat bereits Erfahrung mit dem Crowdinvesting gemacht?

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Hallo Lars,

    ich verfolge deinen Blog schon eine ganze Weile (wenn auch nicht regelmäßig wie man sieht) und er gefällt mir sehr gut. Weiter so!
    Mit Crowdinvesting habe ich bereits vielfältige Erfahrungen gemacht und dabei sowohl in Start-ups als auch in P2P-Kredite investiert. Es ist meines Erachtens noch zu früh, um ein Urteil zu fällen, aber ich muss sagen, dass Crowdlending bei mir im Moment weit besser läuft als das Investieren in Start-ups. Ich bin aber gespannt, wie es in ein, zwei Jahren aussehen wird, wenn die ersten Verträge gekündigt werden.

    Bis bald!
    Enrico

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    1. Das ist in der Tat ein neues, aber zugleich spannendes Feld für Investitionen. Ich würde mich freuen, wenn Du uns mit Deinen Erfahrungen auf dem Laufenden hältst.

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