Dienstag, 20. November 2012

Finanzielle Repression - na und!?

Das bereits seit längerer Zeit dauerhaft niedrige Zinsniveau in den westlichen Industriestaaten und Japan hat dazu geführt, dass man bei Investitionen in vermeintlich sicheren Anlageklassen nur noch eine geringe Verzinsung erwarten kann. Bundesanleihen oder Staatsanleihen von anderen vermeintlich sicheren Industriestaaten bringen meist nur eine mickrige Rendite im Bereich 0 bis 1% p.a. Diese liegt somit unter der offiziellen Inflationsrate von aktuell 2,0% in Deutschland und 2,5% in der Eurozone. Daher haben "Der Privatanleger" und der "ValueBlog" eine Initiative gestartet, alternative Investments-Ideen gegen den vermeintlichen Anlagenotstand zu präsentieren.

finanzielle Repression
Wenn die Rendite von Staatsanleihen niedriger ist als die vorherrschende Inflation, spricht man von finanzieller Repression. In dieser Situation werden Zinssätze über mehrere Jahre künstlich niedrig gehalten, um eine leicht erhöhte Inflation anzustreben. Die Folge sind sehr niedrige oder gar negative reale Renditen, durch die der Anleger von Anleihen an Kaufkraft verliert. Diese Maßnahmen soll den Abbau der Staatsschulden erleichtern.
Typische Anleger, die ihr Geld ohne Rendite quasi sicher "parken" sind Pensionskassen, Versicherungen, aber auch einige Vermögensverwalter.
In den letzten Monaten hatten wir teilweise den absurden Fall, dass die Rendite im Einzelfall für kurz laufende Bundesanleihen sogar negativ war. Das bedeutet, für die Suche nach sicheren Geldanlagen zahlen Anleger sogar noch einen Zinsanteil drauf, anstatt dafür Zinsen zu kassieren.


Anlageklassen als Alternative zur realen Geldvernichtung
Im früheren Beitrag "Beispiel einer Asset Allocation mit Schwerpunkt passives Einkommen zu erzielen" hatte ich bereits einige Anlageklassen vorgestellt, die zusammen ein mögliches Portfolio zum Vermögensaufbau abdecken. Daraus möchte ich hier vier nennen, die zusammen, aber auch einzeln für sich, echte Alternativen zu Staatsanleihen sind, die Anlagevermögen verringern.

1.) Anlageklasse Liquidität - Tagesgeldkonto
10.000 Euro für 1 Jahr bekommt man derzeit zu 1,7% bis knapp über 2% verzinst. Sicherlich gelten einige Angebote lediglich für Neukunden, aber wen Transaktionen innerhalb von 6 bis 12 Monaten zwischen verschiedenen Banken nicht stören, der kann - jederzeit verfügbar - relativ sicher kurzzeitig Geld parken, und immerhin knapp an die Inflationsrate herankommen.

2.) Anlageklasse Staatsanleihen Schwellenländer
Staatsanleihen von sogenannten Schwellenländern gelten offiziell bei den Ratingagenturen - trotz häufig geringerer Verschuldung - als weniger sicher als Anleihen aus den westlichen Industriestaaten. Daher müssen Schwellenländer für emittierte Anleihen höhere Zinsen zahlen. Es mag vielleicht sein, dass einzelne Ländern tatsächlich ein höheres Rückzahlungs-Risiko aufweisen. Aber über mehrere Länder diversifiziert ist das Risiko Verluste zu erleiden unterm Strich eher gering. Zumal eine Ausschüttungs-Rendite um 5% zu erwarten ist. Wichtig ist, die Investition auf mehrere Länder zu streuen und nicht nur ein "Lieblingsland" herauspicken.
Ein Beispiel:
IShares JPMorgan USD Emerging Markets Bond Fund (ISIN: DE000A0RFFT0)

3.) Anlageklassen - Unternehmensanleihen High Yield
Der Anleihenmarkt wird in riskante Wertpapiere (High Yield) und solide Bonds (Investmentgrade) unterteilt. Im Segment des Investmentgrades wird eine Rendite zwischen etwa 2 und 5% erzielt. High-Yield-Anleihen rentieren höher (5 bis 9%), bergen aber auch ein größeres Ausfallrisiko.
Die Idee dahinter ist eine Vielzahl von im einzelnen riskanteren Anleihen (auch Junk-Bonds genannt) in ein Portfolio (beispielsweise ETF) aufzunehmen. Zwar werden einige Emittenten der Wertpapiere tatsächlich ihre Verbindlichkeiten nicht mehr zurückzahlen können, aber bei der Vielzahl von mehreren hundert Wertpapieren schmälert dies nur geringfügig die Rendite und sind vergleichsweise risikoarm.
Hier zwei Beispiele:

4.) Dividenden-Aktien
Eine relativ bequeme Möglichkeit passives Einkommen zu erhalten, ist die Investition von Geld in Dividenden-Aktien.
Einer Untersuchung zufolge haben Aktien von Unternehmen in den USA, die eine Dividende zahlten, von 1972 bis 2010 durchschnittlich einen Gewinn von 7,1% pro Jahr für Anleger erbracht. Aktien ohne Dividenden kamen im Mittel lediglich auf 1,5% Gewinn pro Jahr.
Auch der DivDAX (der jeweils die 15 dividendenstärksten Titel des DAX umfasst) performt besser als der DAX.
Für den Grund der besseren Performance lassen sich mögliche Erklärungen finden. So werden in einigen Ländern (u.a. USA und Kanada) Dividenden-Aktien als gewichtiger Baustein zur Altersvorsorge betrachtet. Im Gegensatz zu Deutschland - hier passen Aktien und Altersvorsorge (meiner Meinung nach völlig zu unrecht) nicht gut zusammen - wird einem dies in Nordamerika auch relativ schmackhaft gemacht. Von der steuerlichen Erleichterung der US-Bürger können sich die Regierungs-Parteien in Deutschland ein Beispiel nehmen.

In vielen Fällen wird bei gesunden Unternehmen der Dividendenabschlag von zahlreichen Marktteilnehmern dazu genutzt erneut - nun günstigere - Anteile zu erwerben. Daher ist der Abschlag in Höhe der Dividendenausschüttung häufig in einigen Tagen oder wenigen Wochen wieder aufgeholt.

Natürlich sollte man nicht ausschließlich auf die Höhe der Dividendenausschüttung schauen. Es gibt Aktien, die 15 bis mehr als 20 % Dividendenrendite bringen. Aber wahrscheinlich lässt sich das scheinbar lukrative Geschäft für Anleger nicht allzu lange aufrecht halten. Eine extrem hohe Dividendenrendite sollte Anlass sein, um nachzuprüfen, warum die Dividende so extrem hoch ist. Ein Grund könnte ein deutlich gefallener Kurs sein: Nicht selten lässt eine deutliche Reduzierung oder gar Streichung der Dividendenzahlung nicht lange auf sich warten.
Außerdem sollte die Dividende ausschließlich aus den erzielten Gewinnen gezahlt werden und nicht aus sonstigen Rücklagen des Unternehmens, die für Notsituationen gedacht sind. Wenn rund die Hälfte des erwirtschafteten Gewinns als Dividende an die Anteilseigner gezahlt wird, ist das ein solider Cashflow. Dann kann der verbleibende Anteil für Investitionen zur weiteren Stärkung genutzt werden.

Sehr begehrt sind zudem die Dividenden-Aristokraten. Das sind Unternehmen, die über einen längeren Zeitraum – manchmal 10 Jahre und länger – ihre Dividendenausschüttung regelmäßig steigern konnten oder zumindest nicht reduziert haben. Oft verkaufen derartige Unternehmen weltweit Produkte des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel oder andere Konsumgüter.

Bei einer höheren Dividendenausschüttung von über 5% oder gar über 10% nimmt das Risiko insgesamt zu. Daher ist die Idee, um von der höheren Rendite zu profitieren, eine Vielzahl von Unternehmen aufzunehmen. Dies kann derart geschehen, sich die Aktien der Unternehmen einzeln ins Depot zu holen oder man greift auf ETFs zurück, die 30, 100 oder über 200 solcher Unternehmen im Depot haben. Möglicherweise werden einige im Laufe der Zeit die Dividende kürzen oder streichen müssen, im schlimmsten Fall droht sogar die Insolvenz, aber diese Aktien werden dann aus dem Portfolio des ETF entfernt und durch neue gesündere Unternehmen ersetzt. ETFs sind grundsätzlich kostengünstig und nehmen einem einiges an Arbeit ab. Wie zum Beispiel die lästige Doppelbesteuerung im Ausland oder das Austauschen madig gewordener Unternehmen.

Beispiele für die Anlageklasse Dividenden-Aktien global:
IShares STOXX global select dividend 100 (DE) (ISIN: DE000A0F5UH1)
DWS Top Dividende (ISIN: DE0009848119) (kein ETF!)


Wertentwicklung (ohne Ausschüttungen) des
IShares STOXX global select dividend 100 (schwarz),
IShares Markit IBoxx Euro High Yield (grün),
IShares JPMorgan USD Emerging Markets Bond Fund (blau)
 - Quelle: www.comdirect.de
Auf der Seite "Ausschüttungsquoten von ETFs" finden Sie noch weitere Beispiele zu den hier vorgestellten Anlageklassen - auch von anderen ETF-Anbietern. Die Auswahl des Anbieters IShares ist rein zufällig.


Fazit:
Es gibt durchaus Anlageklassen, die bei begrenztem Risiko eine Rendite liefern, die nicht nur deutlich höher ist als von Bundesanleihen, sondern zudem höher ist als die Inflationsrate. Vermeiden Sie Ihr Geld einem Staat für quasi keine finanzielle Gegenleistung zur Verfügung stellen. In einem gut diversifizierten Depot gibt es diese Möglichkeit neben Dividenden-Aktien und -ETFs auch mit Hochzinsanleihen und Staatsanleihen von Schwellenländern. Damit vermeiden Sie nicht nur zukünftige Altersarmut, sondern erzielen ein schönes regelmäßiges passives Einkommen in Ihre Geldbörse.

Zum Weiterlesen:
Nicht vergessen: Tragen Sie sich für den kostenlosen Newsletter ein und erfahren Sie mehr zu den Themen "passives Einkommen", "Vermögensaufbau" sowie rund um das Blog "finanziell umdenken!".

Kommentare:

  1. Schwellenländer-Anleihen und High-Yield-Anleihen sind nicht zufällig schlechter bewertet und müssen einen höheren Zins anbieten - zumindest dachte ich das bislang. Ein Ausfallrisiko von z.B. 20% wird auch dadurch nicht kleiner, dass man die Anlage auf mehrere Länder verteilt. Es wird nur ein Totalverlust unwahrscheinlicher. Das Fremdwährungsrisiko der Schwellenländer finde ich übrigens auch nicht vernachlässigbar.
    Dass diese Anlagen eine echte Alternative zu "sicheren" Staatsanleihen sein sollen, erscheint mir doch ein wenig sehr optimistisch. Eine deutlich höhere Rendite geht immer mit einem höheren Risiko einher. Im Rahmen eines Portfolios haben sichere Staatsanleihen eine stabilisierende Aufgabe. Wer mehr Risiko will, der sollte meiner bescheidenen Meinung nach den risikoarmen Anteil reduzieren und den Aktienanteil erhöhen. Das erscheint mir auch steuerlich der günstigere Weg zu sein.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also 20% Ausfallrisiko halte ich deutlich zu hoch gegriffen. Dann würden ja rund 50 Unternehmen pro Jahr zahlungsunfähig sein. Das habe ich in meinem Depot bislang nicht feststellen können.

      Eine einfache Gegenüberstellung.
      Bundesanleihe bringt 0,5%
      Inflation: 2,0%
      reale Rendite -1,5%

      H.Y.-Anleihen (ETF) bringen 6,0%
      Inflation: 2,0%
      reale Rendite 4,0%

      D.h. so lange der jährliche Ausfall der in Junk Bonds-ETF enthaltenden Anleihen kleiner als 5,5% beträgt (ist immer noch ein deutlich zu hoher Wert), ist man besser dran als mit Bundesanleihen.

      Ein Währungsrisiko kann bestehen, aber auch hier verteilt sich das Risiko auf viele Schultern.

      VG
      Lars

      Löschen
    2. Lars, die 20% waren nur eine beispielhafte Zahl. H.Y.-Anleihen sollten laut Wikipedia wohl im Bereich BB (Non-Investment Grade) einzustufen sein:
      http://de.wikipedia.org/wiki/Junk-Bond
      Auf die Schnelle habe ich keine andere Quelle gefunden, aber je nach Haltezeit können schon zweistellige Ausfallquoten erreicht werden:
      http://www.investmentsparen.net/ausfallrisiken-von-rentenpapieren.html
      Ich will nicht sagen, daß man die 6,0% aus deinem Beispiel nicht erreichen kann, nur ist die Gewissheit nicht so hoch, wie sie mir in Deiner Darstellung erscheint.

      Vergleichbar mit Tagesgeld oder Staatsanleihen finde ich sie deshalb nicht. Und wie Du schon erwähnt hast, haben High-Yield-Anleihen eine hohe Korrelation zu Aktien. In meinem Portfolio wäre dies als sichere Anlage (also anstelle von Staatsanleihen/Tagesgeld) ein No-Go.

      Löschen
    3. Ich möchte es einmal anders sagen. Wenn Du "sichere" Staatsanleihen im Depot hast, dann hast Du derzeit die Gewissheit, dass damit Dein Geld anschließend weniger wert ist. Du bekommst es wohl nach einiger Zeit ziemlich sicher zurück, aber die Kaufkraft ist gesunken.

      Bei Staatsanleihen von Schwellenländern oder Junk Bonds (lass uns diese ruhig in einem ETF anlegen) kommt es möglicherweise zu einer gewissen Ausfallquote. Wenn dort im "günstigen-Normalfall" 6% Rendite erzielt werden können (mögliche Kurssteigerungen habe ich an sämtlichen Stellen sogar außen vor gelassen), dann hast Du eine Menge Puffer für ein Ausfallrisiko, bis Du auf dem Niveau der Bundesanleihen angekommen bist. Aber Du hast gleichzeitig eine - immerhin vorhandene - hohe Chance nicht viel weniger als die 6% zu erhalten.

      VG
      Lars

      Löschen
    4. Noch eine kleine Ergänzung. Tagesgeldkonten sind ok, wenn man sich nicht gerade mit weniger als 1% zufrieden gibt, oder sie nicht als Geldanlage, sondern als Liquiditätsreserve gebraucht.

      Auch der Zeithorizont ist wichtig. Wenn jemand Geld für ein paar Monate für eine Anschaffung oder Investition parken möchte, dann ist das Tagesgeld sicherlich angebrachter als High Yield-Bonds.

      VG
      Lars

      Löschen
    5. Lars, ich fürchte, Du hast eine andere Anlagephilosophie als ich: Mein Depot trenne ich ganz grob in die Bereiche
      a)"sicher" und
      b)"spekulativ"
      und differenziere dann innerhalb dieser. Etwas ähnliches beschreibst Du ja auch hier: http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2012/06/beispiel-einer-asset-allocation-mit.html
      Mir ist aber wichtig, dass die Bereiche a) und b) ein möglichst festes Gewicht im Portfolio haben, um das Risiko meines Gesamtportfolios möglichst konstant zu halten und rebalance deshalb zwischen ihnen. HY-Unternehmensanleihen sind für mich aber eine hybride Form dieser beiden Anlageklassen. Je höher die Bonität und je kürzer die Anleihenrestlaufzeit, desto eher gehören sie in den Bereich a), je länger die Laufzeit und je niedriger die Bonität, desto eher gehören sie in den Bereich b). Da Bonität und Laufzeit schwanken, könnte ich keine konkrete Zuordnung vornehmen und verliere ein Stück weit die Kontrolle über das Risiko in meinem Portfolio. Das ist das erste Problem, das ich mit der Zuordnung der Anlageklasse habe.

      Ein anderes ist, dass ich gerade dann, wenn die Aktienkurse einbrechen und ein Gegengewicht in meinem "sicheren" Portfolioanteil haben möchte, dort ebenfalls mit Kurseinbrüchen rechnen muß.

      Zudem sehe ich das Ausfallrisiko nicht so optimistisch wie Du. Wenn die allgemeine Konjunktur einbricht, so sind dann mitunter nicht einzelne Unternehmen, sondern ganze Sektoren bedroht. Als junges Beispiel möchte ich die Automobil-/Automobilzulieferer-Industrie nennen, die sich geringeren Absatzzahlen ausgeliefert sahen. Wären nicht staatliche Hilfsprogramme ("Abwrackprämie" etc.) eingeleitet worden, hätte dies für eine größere Zahl von Unternehmen das Ende bedeuten können. Dann fällt ein eben nicht nur eine Anleihe sondern eine Vielzahl aus. Dieses systematische Risiko geht man halt bei diesem Anleihentyp ein.

      Ich würde die beiden Aspekte einer Unternehmensanleihe daher lieber getrennt in meinem Depot haben - einen Anleihenanteil (jedoch sicher oder Tagesgeld/Festgeld) und einen Aktienanteil. Dann entfallen die Gewinne auch weniger auf Anleihenzahlungen und mehr auf Kursgewinne, was bei ausgeschöpften Freibetrag steuerlich günstiger ist.

      Aber jeder möge hier nach seinem Gusto handeln. Ich möchte nicht bekehren, sondern nur auf eine andere mögliche Sichtweise hinweisen.

      Löschen
  2. Danke für den interessanten Beitrag! Ist in die Blogparaden-Liste aufgenommen.

    Gerade was Schwellenländer-Staatsanleihen angeht, bin ich auch unsicher: Ist das Ausfallrisiko wirklich so viel höher (historisch sicher)? Können sie nicht allen Problemen zum Trotz schön zur Diversifikation beitragen? Das ist ja nicht so sehr eine Frage von "mehr Risiko", sondern von "bessere Verteilung der Risiken".

    Und allgemein finde ich spannend: Wieso gibt es High-Yield-Anleihen (oder auch Wandelanleihen, um noch ein anderes Anlageinstrument zu nennen), wenn doch immer wieder in unzähligen Publikationen festgestellt wird, dass sie eigentlich niemand braucht? Es ist ja nicht so, dass die Anleihen vorwiegend von unwissenden Privatanlegern gekauft werden.

    Viele Grüße
    Holger

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Holger,
      genau, wer sich unbedingt mit Bundesanleihen sicher fühlt, der kann ja einen Teil im Depot lassen und Schwellenländer-Staatsanleihen und High Yield-Bonds zur Diversifikation dazunehmen.

      1/3 Bundesanleihen: 0,5%
      1/3 Schwellenländer-Staatsanleihen: 5%
      1/3 Junk Bonds 6%

      ergibt immerhin einen mittleren Kupon von 3,8% p.a.

      High Yield Bonds korrelieren stärker mit dem Aktienmarkt als Staatsanleihen. Das sollte man auch im Hinterkopf behalten, wenn jetzt noch Aktien dazugenommen werden würden.

      VG
      Lars

      Löschen
  3. Denke in den Bereich Schwellenländer-Anleihen könne man inzwischen auch Euro-Anleihen diverser Euro-Länder mit Problemen nehmen. Auch wenn Politik hierzulande etwas anderes erzählen, die EZB wird diese Anleihen kaufen und diese Länder werden nicht pleite gehen. Genau wie die USA nicht zahlungsunfähig werden, die Regeln der Notenbanken heben sich in schweren Zeiten immer auf.

    Regeln die man sich selbst aufstellt wie die Nicht-Staatenfinanzierung werden eben über Umwege getätigt. Die größte Problematik beim Investieren in Süd-Staaten ist ja ein eventueller Schuldenschnitt, dies wird aber bei größeren Ländern im Süden noch recht lange vermieden werden. Der Rest Europas hat sich auf diesen Weg längst geeinigt, wenn man mich fragt. Dies wird von der deutschen Regierung aufgrund der hiesigen Inflationsängste nur bestritten; Deutschland steht doch aber recht einsam da...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du hast es im Prinzip schon gesagt. Staatsanleihen der südeuropäischen Staaten sind Junk Bonds. Allerdings sind sie im Moment sehr abhängig von der Geldpolitik der Eurozone.

      Der Unterschied zu etlichen Staatsanleihen von Schwellenländern ist, dass letztere längst nicht derart über beide Ohren verschuldet sind. Und deren Verbindlichkeiten in einem akzeptablen Verhältnis zur Wirtschaftskraft stehen. Daher fühle ich mich persönlich unterm Strich mit Staatsanleihen der Emerging Markets - natürlich gerne gut diversifiziert - wohler als mit Anleihen aus Südeuropa.

      VG
      Lars

      Löschen

Bitte kein Spam und beleidigende Äußerungen!