Samstag, 26. November 2011

Goldpreis - Korrektur oder doch Trendwende?

Über den Goldpreis und dessen weitere Entwicklung wird seit einiger Zeit - selbst unter den Privatanlegern -teilweise sehr emotional diskutiert. Viele Leute betrachten Gold als Absicherung gegen eine schwächelnde Weltwirtschaft, möglicherweise im Extremszenario gegen eine Währungsreform und vor allem als Schutz gegen eine drohende Inflation.
Die fundamentale Betrachtung der Zukunftsszenarien von Gold wurde in einem schönen Beitrag auf der Webseite "Der Privatanleger" untersucht.
Wir möchten uns hier nun den Chart (Charts von Cortal Consors) des Goldpreises anschauen, um herauszufinden, wo sich der Goldpreis aktuell befindet.

Die seit Jahren stattfindende Gold-Hausse ist beinahe mustergültig im Wochenchart des Goldpreises zu sehen. Im Sommer hatte sich der Kurs allerdings ziemlich weit vom gleitenden Durchschnitt der 100 Wochen-Linie entfernt. In einem solchen Fall liegt eine gewisse Übertreibungsphase vor und oft erfolgt dann eine Korrektur. Anfang 2008 war dies zuletzt der Fall und der Goldpreis verlor rund ein Drittel seines vorherigen Wertes. Dass Gold 2008 im Zuge der Immobilien- und Bankenkrise zeitgleich mit anderen Assets wie Aktien an Wert verlor, sollte einem bzgl. der These von Gold als "sicherer Hafen" zu denken geben.
Im Sommer 2011 hatte sich der Goldpreis erneut ziemlich weit von der 100 Wochen-Linie entfernt. Anschließend gab es einen drastischen Kursrutsch innerhalb kurzer Zeit. Damals wies ich bereits in dem Betrag "Gold - die Blase platzt..." auf meine Zweifel hin, dass der Goldpreis nun nahtlos wieder seinen Aufwärtstrend aufnehmen würde.
Schauen wir uns nun die neuere Situation im Tages-Chart an. (Eine weitere Betrachtung des Goldpreises erschien vor wenigen Tagen auf der Seite von Stockstreet.de.)


Die letzte impulsartige Aufwärtsbewegung 1-2-3-4-5 ist im Hochsommer 2011 gut zu sehen. Zunächst konnte es den Marktteilnehmern gar nicht schnell genug aufwärts gehen, aber die Abschlusswelle Welle 5 konnte die Impulswelle 3 nicht mehr nennenswert überbieten. In der Theorie der Elliott-Wellen gilt ein solches Auftreten einer Abschlusswelle als "Versager". Eine Versagerwelle deutet bereits daraufhin, dass der zuvor herrschende Trend erschöpft ist und die Wahrscheinlichkeit einer deutlichen Gegenbewegung relativ hoch ist. Innerhalb weniger Tage fiel der Goldpreis um rund 350 US-Dollar (1/a). Nach einem derartigen heftigen Abverkauf startet erwartungsgemäß eine erneute Gegenbewegung (2/b). Diese endete aber deutlich unter den alten Höchstständen und nun befindet sich der Goldpreis erneut in einer Abwärtsbewegung (3/c). Die Benennung der aktuellen Wellenbewegung ist noch nicht klar, da wir zunächst einmal von einer dreigliedrigen a-b-c-Korrektur ausgehen müssen.

Sollte es nun in den nächsten Tagen und Wochen sehr deutlich nach unten gehen, dann kann es sich allerdings auch um einen impulsartigen Abwärtstrend 1-2-3-4-5 handeln. Spielraum nach unten ist noch bis etwa 1400 US-Dollar. Dort verläuft die 100 Wochen-Linie des Gold-Wochenchart (siehe erste Abbildung). Solange wir diese nicht nachhaltig unterschreiten, ist davon auszugehen, dass der Goldpreis lediglich korrigiert und spätestens in den ersten Monaten des Jahres 2012 seinen langfristigen Aufwärtstrend wieder aufnimmt. Sollte die 100 Wochen-Linie allerdings nicht halten, dann ist charttechnisch der Weg Richtung 1000 US-Dollar offen.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Können wir nur alle hoffen das er bald die 1800,-dollar Marke knackt.
    Das freut dann glaube alle Invenstoren .

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    1. Hallo Robert,

      an dieser Marke ist der Goldpreis erst einmal gescheitert. Solange er nicht unter rund 1650 US-Dollar fällt, ist der junge Aufwärtstrend noch intakt. Ich werde in Kürze ein Update zu Gold veröffentlichen.

      VG
      Lars

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