Donnerstag, 18. Dezember 2014

In Deutschland 70 Milliarden Euro beim Glücksspiel verzockt

Im früheren Artikel haben wir gesehen, dass etliche Menschen in Deutschland durch mangelndes Sparverhalten und unkluges Anlageverhalten Geld verschenken.
Im Manager Magazin war neulich eine Angabe des Spiegels zu lesen, wonach die Menschen in Deutschland im Jahr 2013 immerhin 70 Milliarden Euro bei Glücksspielen verwendet haben. Der Spiegel kam deshalb auf diese Zahl, weil er eine Untersuchung zur Bewertung des Glücksspielstaatsvertrags durchgeführte, den die Länder des Bundes 2011 abgeschlossen haben. Das Ziel war eigentlich, dass die Menschen weniger Geld für das Glücksspiel ausgeben.

Der kurze Artikel dazu ist hier zu lesen. Der Anteil der offiziell zugelassenen Glücksspiele liegt bei etwa 12 bis 13 Milliarden Euro, der größte Anteil wird jedoch auf dem Schwarzmarkt eingesetzt.

Passend zum Thema ein Video vom YouTube Kanal von Passiver Geldfluss.



Die Historie ist voll von Beispielen, dass Verbote kaum Wirkung zeigen, wenn die Anzahl der Menschen, die aus der verbotenen Handlung oder Ware psychisches Einkommen erlangen wollen, einen bestimmten Wert übersteigt. Zu stark kann das Verlangen nach psychischem Einkommen sein. Eines der bekanntesten Beispiele ist der gescheiterte Versuch der USA in den zwanziger Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts durch die Prohibition den Alkoholkonsum zu verbieten.

So wollte man vor ein paar Jahren auch das Glücksspiel eindämmen, wobei Bund und Länder ein Verbot des Glücksspiels mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Kommt durch die Spielsucht der Menschen doch auch etliches an Steuergeldern zusammen. Deshalb ist der Schwarzmarkt der Glücksspiele für die Finanzämter ein Dorn im Auge.

Ich wollte an dieser Stelle aber gar nicht die rechtlichen Belange des Glücksspiels besprechen, sondern einfach mal eine Beispielrechnung durchführen.

Nehmen wir als grobe Abschätzung an, dass rund 30 Millionen Deutsche in irgendeiner Weise regelmäßig an Glücksspielen teilnehmen. 70.000.000.000 Euro verteilt auf 30.000.000 Menschen in Deutschland ergibt 2.333 Euro pro Jahr, das heißt knapp 200 Euro pro Monat.

Greifen wir zugleich auf die frühere Feststellung zurück, dass der globale Aktienmarkt längerfristig eine jährliche Rendite von 8 Prozent gebracht hat.

200 Euro pro Monat über 20 Jahre angelegt, bringt eine kleines Vermögen. Insgesamt hat derjenige 48.000 Euro gespartes Geld angelegt. Mit einer Verzinsung von 8 Prozent kommen letztendlich 114.588 Euro heraus. Leicht nachzurechnen mit dem Sparrechner.

Mit globalen Aktien-ETFs aus 200 Euro monatlich oder 48.000 Euro in 20 Jahren insgesamt fast 115.000 Euro oder knapp 140 Prozent Gewinn erwirtschaften, ist kein schlechtes Ergebnis, oder?

Bleibt die Frage, warum nicht mehr Menschen auf diese vergleichsweise sichere Form des systematischen Vermögensaufbaus zurückgreifen?
Wir hatten diese Beobachtungen bereits an einigen anderen Stellen. Der Mensch ist halt ungeduldig und möchte nicht 20 Jahre warten. Er will jetzt, hier und gleich schnell zu viel Geld kommen. Gemäß nach dem Motto: "Lebe jetzt!". Dafür ist er sogar bereit, für eine äußerst geringe Chance auf den großen Gewinn, systematisch sein Geld zu verzocken. Nicht selten sogar hin bis zur privaten Überschuldung. Dieses ziemlich sicher erfolglose Unterfangen ist sehr zur Freude der Glückspielanbieter und teilweise auch der Finanzämter.

Zum Weiterlesen:

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