Samstag, 5. Juli 2014

Dividendenrenditen von High Yield-Aktien im Rückwärtsgang

Besonders die Aktienmärkte im Nullzins-Umfeld wie in Europa und den USA boomten in der Vergangenheit deutlich. Bei raschen Kursanstiegen kommen die ausgezahlten Dividendenerträge - relativ betrachtet - gar nicht schnell genug hinterher. Je weiter der Kurs der Aktie, des Index oder des ETF steigt, desto niedriger wird die Dividendenrendite, die sich aus dem Ertrag dividiert durch den Kurswert ergibt. Aus diesem Grund ist die Dividendenrendite auch ein Maß, neben anderen Kennzahlen, ob der Aktienmarkt gerade günstig oder eher teuer ist. Allerdings kam in den zurückliegenden 12 Monaten noch ein anderer Umstand dazu, warum die Dividendenrendite jüngst in der Breite zurückgegangen ist.

Eine hohe Dividendenrendite eines Index wie zum Beispeil der DAX deutet auf relativ günstig bewertete Aktien hin. Der Grund sind hohe Erträge im Vergleich zu niedrigen Kurswerten. Umgekehrt sinkt die durchschnittliche Dividendenrendite eines Aktienindex, wenn der Kurs beispielsweise um 25 oder 30 Prozent pro Jahr steigt. Werte, die in den jüngsten Jahren bei deutschen oder US-amerikanischen Indizes erreicht oder sogar überschritten wurden.
Auf der anderen Seite ist bei einem soliden Dividenden-Aristokraten ein jährliches Dividendenwachstum von 5 bis 10 Prozent (siehe Beispiel Johnson&Johnson) ein typischer Wert.

Performance-Chart des DivDAX
der zurückliegenden 5 Jahre -
Quelle: comdirect.de
Schauen wir uns als Beispiel den DivDAX an. Dort werden jeweils die 15 Aktien aus dem DAX mit der höchsten Dividendenrendite geführt. Unmittelbar nach der Finanzkrise im Jahr 2009 betrug die Dividendenrendite des DivDAX 4,6 Prozent. Auch in den Folgejahren bis 2012 lag die Dividendenrendite um oder etwas über 4 Prozent. Im letzten Jahr 2013 sank diese aber bereits auf 3,6 Prozent und im Jahr 2014 wird die Ertragsrendite des DivDAX sogar bei unter 3 Prozent liegen.

Allerdings liegt dies nicht nur an den stark gestiegenen Aktienkursen, sondern auch am niedrigeren Ertrag insgesamt. So sank beim DivDax-ETF von iShares (Link zur Webseite) der Ertrag von knapp 0,50 Euro pro ETF-Anteil auf 0,42 Euro in diesem Jahr 2014. Offenbar sind die drastischen Dividendenkürzungen von E.ON, RWE, Deutsche Telekom und K+S gewichtiger als die eher moderaten Dividendenerhöhungen der anderen Unternehmen im Index.

Diese Entwicklung ist nicht nur auf Deutschland beschränkt. Der hier ziemlich beliebte iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE) (ISIN: DE000A0F5UH1) wird in 2014 einen Rückgang der Dividendenrendite von 5,5 Prozent auf 4,5 Prozent oder etwas darunter aufweisen.

Jährliche Ertragsrendite des
High Yield - Musterdepots
Der hier ebenfalls ziemlich bekannte Global X SuperDividend ETF wird statt 7,5 bis knapp 8 Prozent, in 2014 "nur" noch eine Dividendenrendite um 5,5 Prozent erzielen können.

Auch das High Yield/Dividend Depot konnte sich dieser Entwicklung nicht entziehen und die jährliche Ertragsrendite sank von knapp 7 Prozent im Sommer 2013 auf aktuell 5,9 Prozent im Juni 2014.

Rückgang der Dividendenrendite nicht ungewöhnlich
Das die Dividendenrenditen in Bullenmärkten zurückgehen ist ein völlig normaler Vorgang, der sich in Bärenmärkten oder Phasen längerer Seitwärtsbewegungen wieder umkehren dürfte. Es zeigt einfach, dass der breite Aktienmarkt in der derzeitigen Phase eben nicht mehr besonders günstig ist. Unterstützt wird dieser Sachverhalt durch relative hohe Werte des jeweiligen Kurs-Gewinn-Verhältnisses KGV.

Hohe Rendite bedeutet mehr Risiko
Auch ein Stutzen der teilweise extrem hohen Erträge von sogenannten High Yield-Investments gehört zum Geschäft. Denn die Regel, dass eine hohe Rendite mit einem höheren Risiko verbunden ist, gilt selbstverständlich in der heutigen Zeit weiter. "High Yield" bedeutet nicht nur ein erhöhtes Risiko für einen Totalausfall des investierten Kapitals, sondern zusätzlich die Möglichkeit größerer Ertragsschwankungen, wie wir sie in den letzten ein bis zwei Jahren erlebt haben.

Konservativ und "High Yield" kombinieren
Wer ausreichend viel Kapital zur Verfügung hat, sollte meiner Meinung nach seine Ersparnisse nicht nur auf mehrere Anlageklassen verteilen, sondern selbst in der Anlageklasse "Aktien" noch diversifizieren. Eine gute Mischung zwischen profitablen Unternehmen mit stetigem Dividendenwachstum und Wertpapieren mit einer ordentlichen Ertragsausschüttung halte ich für einen erfolgreichen Weg. Denn das Dividendenwachstum der Dividenden-Aristokraten kompensiert die Kürzungen bei anderen Investments und sorgt somit für einen gleichmäßigeren Ertrag beim Anleger.
Während man bei Junk Bonds oder High Yield-Aktien eher auf ETFs zurückgreifen sollte, bieten sich bei den konservativeren Aktien von Unternehmen sowohl ETFs als auch Einzel-Aktien an. Letzteres hängt unter anderen davon ab, wie viel Zeit man mit der eigenen Geldanlage verbringen möchte und wie viel Geld zum Investieren überhaupt zur Verfügung steht. 

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