Montag, 13. Mai 2013

Wann ist jemand Privatier?

Menschen, die mindestens die finanzielle Unabhängigkeit oder sogar die finanzielle Freiheit erreicht haben, nennt man auch Privatier. Ein Privatier ist daher nicht dazu gezwungen zur Deckung der Fixkosten und sonstigen materiellen Bedürfnissen einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. In vielen Fällen denkt man an Spitzensportler, Unternehmer oder Politiker, die sich vorzeitig aus dem Erwerbsleben verabschiedet haben. Doch gibt es auch andere Möglichkeiten Privatier zu werden.




Im Standardfall steht derart viel Geld zur Verfügung, dass man das Kapital mit vernünftigem Umgang verzehren kann und dennoch ein sehr hohes Alter erreicht bis das Geld aufgebraucht ist. Noch wohlhabender sind diejenigen, die rein vom passiven Einkommen leben. Natürlich gibt es auch unterschiedlich gewichtete Mischformen zwischen passivem Einkommen und Kapitalverzehr.

Gute Möglichkeiten eines Tages Privatier zu werden erfahren Sie in den Artikeln der Rubrik: "passives Einkommen", "Vermögensaufbau" und "finanzielle Freiheit".

Gelegentlich liest man auf Blogs oder in Foren Erfahrungsberichte von derzeitigen sogenannten Privatiers, wobei ich persönlich bei einigen der Meinung bin, dass sie bislang noch nicht den gesamten Weg dorthin zurückgelegt haben. Wenn man mehr beschäftigt ist, mit irgendwelchen Steuertricks Geld zurückzuhalten oder Zahlungen in die Zukunft zu verschieben, um Monat für Monat über die Runden zu kommen, ist dies für mich nicht unbedingt ein erstrebenswerter Zustand. Dazu gehört auch, wer jeden Cent zusammenhalten muss, im Winter die Heizung kaum benutzt und auf extreme Weise im Alltag versucht an allen Ecken und Enden zu sparen. Wem es gefällt, ok, aber wenn das Leben vor lauter Gürtel enger schnallen eher zur Farce wird, dann ist derjenige in meinen Augen kein Privatier im eigentlichen Sinne.

Nur kurz, damit ich nicht falsch verstanden werde. Nur wer dauerhaft unter seinen Möglichkeiten lebt, wird zwangsläufig reich und erreicht irgendwann die finanzielle Unabhängigkeit oder sogar die finanzielle Freiheit. Aber eine gewisse Lebensqualität und in Portionen auch kleiner Luxus - den jeder für sich anderes definiert - sorgt dafür, dass die Motivation dorthin erhalten bleibt.

Als Privatier ist man mindestens finanziell unabhängig - Fixkosten plus sonstige Ausgaben der materiellen Bedürfnisse sind gedeckt - und muss sich im Alltag über Geld keine grundlegenden Gedanken mehr machen. Die dadurch frei verfügbare Zeit kann für gerne ausgeübte Hobbys, die sonst aber kein nennenswertes Einkommen bringen genutzt werden. Andere engagieren sich für wohltätige Zwecken, wieder andere nutzen die Zeit, um ohne finanziellen Druck die eigenen passiven Einkommensströme noch weiter zu erhöhen.

Welche Ausgaben fallen als Privatier regelmäßig an?
Wer sein hohes verfügbares Kapital verzehrt und Zinsen sowie Dividenden unter dem Sparerfreibetrag bleiben, zahlt in einer gesetzlichen Krankenversicherung als freiwillig Versicherter lediglich einen monatlichen Beitrag von 133,85€. Wer dagegen regelmäßig Zinsen und Dividenden oberhalb des Sparerfreibetrags erhält, bezieht Einkünfte und damit fallen die Krankenkassenbeiträge entsprechend höher aus. Der Höchstsatz liegt derzeit bei hauptberuflich Selbständiger (mit Anspruch auf Krankengeld) bei 610,31€ pro Monat.
Privatversicherte zahlen ihren vereinbarten Satz weiter, allerdings komplett, da der Arbeitgeberzuschuss entfällt.
Weiter Informationen zum Thema können Sie auf den Webseiten von krankenkassen.de und focus.de erfahren.

Andere Versicherungsbeiträge wie Haftpflicht- oder Hausratversicherungen sind einkommensunabhängig. Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherungen sind nicht notwendig, aber man sollte im Fall der Fälle für die Hinterbliebenen dafür sorgen, dass diese in den Genuss der verfügbaren Kapitals kommen, die einen Privatier ausmachen. Natürlich, nur wer dies auch so möchte ;-)

Als Privatier zahlt man nicht (mehr) in die Rentenkasse ein, aber man erhält im offiziellen Rentenalter auch nur geringe Bezüge aus dem vorangegangenen Erwerbsleben. Daher ist ein Privatier auch niemand, der sich aus der Gesellschaft heraushält oder gar unsozial ist. Denn wer viel Geld besitzt ist sogar sehr sozial, weil er nicht der Gesellschaft auf der Tasche liegt. Umgekehrt, wer wenig Geld besitzt und Hilfen vom Staat in Anspruch nimmt, verhält sich unsozial.

Gibt es hier einige Leser, die bereits Privatier sind? Vielleicht können Sie von Ihren Erfahrungen ein wenig berichten?

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Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Auf meinen Blog Finanzielle Freiheit mit Dividenden haben sich anonym auch einige Privatiers gemeldet. Glückwunsch den Privatiers die es geschafft haben! Da gibt es z.B. der konsequent mit 18 angefangen hat in die Dividendenstrategie zu investieren und mit 34 Jahren alleine schon 4.500 EUR Netto pro Monat bekommt und nur noch 3 Monate pro Jahr als selbständiger Gutachter arbeitet - den Rest des Jahres das Privatier Leben genießt und noch weitere Beispiele könnte ich hier schreiben .. Auf jedenfall mal wieder ein sehr guter Artikel Lars.

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  2. Teilzeit Privatier14. Mai 2013 um 11:46

    Da ich die Versorgung meiner schwerkranken Angehörigen selbst leisten muss, bin ich zum Teilzeit-Privatier geworden. Nachdem ich durch die doppelte Belastung durch Beruf und Pflege der Angehörigen selbst krank wurde, habe ich meine Arbeitszeit als Angestellter auf 2 Monate im Jahr reduzieren müssen, die ich im Block abarbeite. Für diesen Zeitraum bekommen meine Angehörigen Hilfe durch einen Freund. Meine Steuerlast und die Beiträge für meine Krankenversicherung sind dadurch auf ein erträgliches Maß geschrumpft. Mein Einkommen im Jahr von 15% des Vollzeitgehaltes reicht so gerade aus, um mich und meine Angehörigen über die Runden zu bringen. Eine professionelle Vollzeit-Pflegekraft für meine Angehörigen würde 6000 € / Monat kosten. Das hätte uns in den Bankrott getrieben.
    So wursteln sich viele Menschen in Deutschland durch!

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  3. Ich habe den Artikel gerade erst entdeckt, aber bei diesem (MEINEM!) Thema muss ich doch mal kurz meinen Senf dazu geben:

    Ich bin seit Anfang 2012 Privatier, nachdem ich meinen Job freiwillig im Alter von 56 Jahren aufgegeben habe. Ich habe dazu ganz viel zu erzählen. So viel, dass ich ein ganzes Buch darüber geschrieben habe: "Gedanken eines Privatiers" (P. Ranning). Mehr darüber auch auf meiner Internetseite.

    Aber jetzt zu Deinem Beitrag:
    Du hast schon recht: Die Bezeichnung "Privatier" umfasst sicher viele Lebensformen. Darunter sicher auch welche, die nicht alle für erstrebenswert halten. Ich würde mich selber mal ganz grob in eine mittlere Kategorie einordnen. Ich gehöre also weder zu denen, die bei Wasser und Brot in ihrer Einraum-Wohung hocken und jeden Cent dreimal umdrehen müssen, aber ich gehöre auch nicht zu der "Geissens"-Kategorie, die um die Welt jetten und das Geld zum Fenster hinaus werfen.
    Mir geht es gut, so wie es ist. Ich kann mir alles leisten, was ich will und ich bin zufrieden.
    Das heisst aber nicht, dass ich mich nicht trotzdem um meine Finanzen kümmere und versuche, meine Steuern, Versicherungen etc. so optimal wie möglich zu gestalten. Und bei meinen Geldanlagen die Rendite zu optimieren. DAS alles mache ich nach wie vor. Und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass ich das jemals aufhören würde.

    Gruß, Der Privatier

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  4. @all: Danke für die Erfahrungsberichte. Das deckt sich mit dem, was ich mitbekommen habe. Der Begriff Privatier ist sicherlich sehr weit gefasst.

    Viel Erfolg an alle bei den jeweils unterschiedlichen Herausforderungen!

    VG
    Lars

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  5. @privatiers & Co. Punkt 1.) Privatiers brauchen auch Geld. Sei es als Startkapital. 2.) Privatiers sparen sich nicht tod, sie haushalten konsequent auf Ziel. 3.) Ja, es ist ein erstrebenswerter Zustand. Mit konstanten, hohen Dividenden Privatier zu werden, das ist mein Ziel für alle, die sich auf den Weg machen wollen. Wenn andere es wie hier beschrieben gut geschafft haben, so kann es fast jeder bislang mäßig Vermögende erreichen, der zielstrebig handelt und mit seinem kleinen Vermögen Neues wagt. Auch für die bestehenden Privatiers habe ich eine bessere Idee als stark schwankende Aktiendepots.

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  6. Bin 33 Jahre alt und habe durch ererbtes Familienvermögen inkl. einer Firma derzeit Stufe 3 (finanzielle Unabhängigkeit) erreicht. Ich bin einfach einmal ehrlich: Ich hatte nie große Lust zu arbeiten, man könnte auch sagen, ich bin stinkefaul. Meine Firma habe ich im ersten halben Jahr so um- und durchorganisiert, daß die jetzt seit etwa zwei Jahren von allein läuft. Ich gehe vielleicht 2x pro Woche für ein paar Stunden dort hin. Arbeit habe ich vielleicht 4 Stunden/Woche im Durchschnitt, die restliche Zeit liege ich in meinem Büro auf dem Sofa oder witzele mit meinen Leuten herum. Vormittags schlafe ich stets aus, gern auch bis mittags. An ca. 5 Tagen pro Woche arbeite ich gar nicht, wie heute z.B., da sitze ich gerade vorm PC auf dem heimischen Sofa. Den Zustand als Privatier finde ich eigentlich sehr angenehm. Gern würde ich mehr reisen und könnte mir das auch leisten, aber meine Partnerin ist mit ihrem Beruf verheiratet und fährt maximal 1x im Jahr für ein paar Tage mit weg. Dann fahre ich noch 1-2 mal allein für je etwa 10-20 Tage. Im Umgang mit Geld komme ich wohl am ehesten auf meinen Vater (erfolgreicher Unternehmer) und meine Großtante (war Bankvorstand - Frieden ihrer Seele).

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  7. Die unterschiedlichen Ansichten und Selbstwahrnehmungen zum Thema finde ich interessant. Ist es falsch durch einen vage gefassten Lebensplan, der mit fortschreitendem Alter immer konkreter wird, die letzten Lebensjahr so zu leben, wie es den eigenen Vorstellungen entspricht?
    Was ist die Definition von finanzieller Unabhängigkeit? Für den einen sind das Xxxx.euro und fuer den anderen xx.euro. Entscheidender ist die Frage, wie die umgebende Gesellschaft diese aufnimmt und wie man selbst im Langzeit denken damit umgeht.
    Privatier ist das eine, aber Lebenszeit vergeuden das andere. So hat sich bei mir jedenfalls der Wunsch zum Privatier eng an eine sinnvolle Nutzung der Zeit "angeschmiegt" . Wie sehen das andere Privatiers?

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    1. An 55 womova 04
      Da mann ja im Alter immer milder wird ( auch mit sich selbst ) , muss dieses ja jeder für sich selber enscheiden wie er leben will . Unabhängig kann mann mit xx oder xxxx oder auch xxxxxx sein . Und bei der Frage der sichtweise der umgebenden Gesellschaft , würde ich diesen Kreis SEHR klein halten . Also NUR den Kreis dazuzählen , mit dem ich auch unbedingt ( zusammen) Leben will ( Also Partner / Kind ) . In einem Buch von einer Krankenschwester der Palliativmedizin , habe ich mal gelesen , was Sterbende anders gemacht hätten . Ich glaube es war in etwa so :
      A) Weniger gearbeitet ( Wobei ich vermute das hier fremdbestimmtes Arbeiten gemeint ist ) B) Mehr MEIN Leben gelebt / also das gemacht was Sie schon immer wollten C) Mehr mit Freunden und Familie erleben .
      Soviel von einigen Patienten der Palliativmedizin in der Nachbetrachtung ( So schlimm sich das auch anhört ).
      Also hier kann fürs Leben gelernt werden .
      Geld ist somit nicht alles . Siehe auch Lars sein Buchtip mit dem Belohnungssystem ( steht hier auch irgendwo ) , da ist ja auch für jeden etwas dabei. Also auch da entscheidet ja jeder selbst , wie er sich belohnen will .

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  8. Mir fiel auf, wenn man Leuten erzählt, daß man nicht arbeitet und sozusagen Privatier ist, also nix vom Staat nimmt, dann kriegt man öfters zu hören, dass man dem Staat ja auch nix gibt an Lohnsteuer, mit der gewisse Dinge finanziert werden. Da fühlt man sich dann als Ausbeuter der Leute, die keine Arbeit haben, hingestellt. Als unsozial. Weil durch die Steuern ja auch Leute finanziert werden, die nicht arbeiten (WOLLEN). Hartz iv z.b. Was entgegnet ihr solchen Leuten?

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    1. Man zahlt trotzdem diverse Steuern wie Mehrwertsteuer auf Einkäufe, Grundsteuer auf Immobilien, Abgeltungssteuer auf Aktiengewinne. Außerdem zahlen viele Leute nur wenig Lohnsteuer trotz Arbeit, weil sie zu wenig verdienen. Kein Thema.

      Ich wäre nur gerne Privatier, schaffe es aber als Alleinverdiener mit Familie und ohne Aussicht auf Erbschaft oder gute Geschäftsidee einfach nicht. Leider...

      Tipps für solche Fälle?

      Gruß

      Ralf

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    2. Als Privatier ist man ja irgendwie zu Geld gekommen. In quasi allen Fällen hat derjenige vorher üppige Steuern gezahlt. Weitere laufende Steuern wurden bereits in der vorherigen Antwort gegeben.

      Unter dem Artikel ist der Artikel "Ist viel Geld zu besitzen unsozial?" verlinkt. Darin habe ich gesagt, dass umgekehrt ein Schuh daraus wird. Wer gesund ist und jahrelang vom Staat lebt, verhält sich unsozial.

      Abgesehen davon, die meisten finanziell unabhängigen Menschen - die also Privatier sind - gehen weiterhin diversen Tätigkeiten nach. Entweder als Selbständige oder in ehrenamtlichen Tätigkeiten und stiften somit einen Wert für andere Menschen.

      In solchen Aussagen steckt letztendlich auch viel Neid. Wenn Du es geschafft hast Privatier zu werden, dann höre nicht so viel auf das Gerede und freu Dich darüber, dass Du es geschafft hast.

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