Montag, 6. Mai 2013

Hohe Dividendenausschüttung oder besser stabiles Dividendenwachstum?

Neulich bin ich in englischsprachigen Blogs an einem interessanten Artikel hängengeblieben. Dort wurde hinterfragt, was eigentlich vorteilhafter ist, Wertpapiere mit hoher Dividendenausschüttung oder solche mit eher mittlerer Ausschüttungshöhe, dafür aber stabil ansteigend (sogenannte Dividenden-Aristokraten)? Als Datengrundlage wurden von einigen bekannten Unternehmen in den USA die Ausschüttungen reinvestiert und anschließend geprüft wie hoch die Ausschüttungs-Rendite nach mehreren Jahren ist.

Als Beispiele für High Yield-Aktien wurden Annaly Capital Management Inc. (ISIN: US0357104092) or American Capital Agency Corporation (ISIN: US02503X1054) genannt, die Investoren jeweils eine Dividenden-Rendite von mehr als 10% p.a. anbieten.

Die Gegenspieler waren Coca Cola (ISIN: US1912161007), Procter & Gamble (ISIN: US7427181091) und 3M Company (ISIN: US88579Y1010) als typische "Dividend Growth Investor"-Aktien, mit beständiger Erhöhung der Dividenden-Ausschüttung.

Die gesamten Einzelberechnungen können Sie im Original-Artikel von Nicholas Ward nachlesen, hier bereits das Ergebnis.
Selbst auf Sicht von 15 Jahren war zum Beispiel Annaly Capital Management typischen Dividendenwachstums-Unternehmen in der Rendite deutlich überlegen. Bei den sehr hohen Dividendenausschüttungen bleibt der Profit über die Jahre selbst dann noch höher, wenn zwischendurch die Dividende sogar rückläufig war. Die Dividenden-Rendite der typischen Dividend Growth Investor-Unternehmen liegt zwischen 2 und knapp 5%. Die Stärke dieser Unternehmen wird mit hoher Dividenden-Rendite in der Zukunft gesehen, sofern sie beibehalten können, die Dividende selbst über die nächsten Jahrzehnte hinweg nicht zu senken und sogar beständig steigern können.
Auf stetiges Wachstum der Früchte
oder besser auf besonders viele Früchte
setzen?

Einschränkend muss bei dieser Untersuchung natürlich fairerweise gesagt werden, hier wurden einzelne Beispiele miteinander verglichen. Niemand weiß im Vorfeld, ob und welche High Yield-Unternehmen wirklich 15 Jahre und mehr eine Dividenden-Rendite von über 10% durchhalten. Auch die Zeitreihen der untersuchten Titel waren unterschiedlich lang.

Fazit
Für mich bedeutet dieses Ergebnis, sich nicht zu sehr auf eine Seite zu stellen. Sogenannte Vorzeige-Unternehmen, die für Investoren in gewünschter Weise sicher und beständig ansteigend ihre Dividende an die Investoren ausschütten, gehören meiner Meinung in jedes Depot. Einige Beispiele wurden weiter oben genannt, weitere Beispiele finden Sie im früheren Artikel "Aktien mit jahrelanger und solider Dividendenzahlung".
Dennoch ist die Dividenden-Rendite dieser Aktien für jemanden, der ein ordentliches passives Einkommen erzielen möchte, auf Sicht der nächsten mindestens 5 bis 10 Jahre eher bescheiden. Das betrifft vor allem Menschen, die sich bereits im Ruhestand befinden und keine Zeit haben auf eine hohe Dividende in 20 oder 30 Jahren zu warten. Selbst für jüngere Leute kann es sinnvoll sein auf Investments mit einer höheren Ausschüttungs-Rendite zu setzen, um hier und heute bereits ein hohes passives Einkommen zu erhalten.
Zudem kennt niemand die Zukunft und es wird immer wieder auf das Risiko der hohen Ausschütter hingewiesen. Vielleicht passiert selbst einem Coca Cola- oder McDonalds-Unternehmen in Zukunft etwas, dass deren Dividende nicht mehr weiter steigt und auf mäßigem Niveau stagniert oder gar rückläufig ist.

Das Thema Diversifikation läuft uns hier bereits wieder über den Weg. Warum also nicht in der Anlageklassen Aktien "stabiles Dividendenwachstum" und "hohe Dividendenausschüttung" kombinieren?
Das Risiko der hohen Ausschütter lässt sich dadurch reduzieren, dass man sich eine Vielzahl dieser Unternehmen ins Depot holt oder auf ETFs zurückgreift, die eine hohe Ausschüttungs-Rendite bieten und mit der Bündelung von mehreren Dutzend Unternehmen gleichzeitig das Risiko in Grenzen halten.

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Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Definitiv Dividenden Growth Aktien und High Yield Dividend Aktien mixen und so ein Dividenden Depot aufbauen.

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  2. Danke für den Beitrag,
    sehe ich genauso, die Diversifikation macht es, frei' nach "nicht alle Eier in einen Korb".

    HighYielder als peppige Beimischung sind gut, aber man sollte es nicht übertreiben. Die "stabilen" Werte bieten ein gutes Fundament.

    Aber die Versuchung à la: schnell reich werden ist allerdings schon verlockend.

    ~ Markus

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  3. Hi,

    es gibt auch einen Artikel der aufzeigt, dass bei den Basis-Dividendenzahlern die Kurse sehr stark steigen - ein positiver Nebeneffekt.
    Ob das in Zukunft auch so sein wird mag mal dahingestellt sein, aber es gibt eine Idee davon was mit diesen Aktien möglich ist:
    Leider nur als SeekingAlpha Artikel, aber ich denke hier lohnt sich die kostenlose Anmeldung http://seekingalpha.com/article/1406051-the-dividend-income-magical-mystery-tour
    Besprochene Aktien:
    Johnson & Johnson (JNJ), Exxon Mobil (XOM), Coca Cola (KO), McDonald's (MCD) und Procter & Gamble (PG).

    ~ Markus

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    1. Danke für den interessanten Link. Auch die Kommentare unter dem Artikel sind teilweise lesenwert.

      VG

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  4. Schöner Beitrag, aber (zu Markus) ähnlich interessante Dividendenwerte gibt es auch in Deutschland: BASF, Bechtle, Linde, Axel Springer, Cenit, Cewe Color, Rational, Fuchs Petrolub, Krones, KWS Saat, Münchener Rück, Pfeiffer Vacuum, SAP, Softing!

    Interessante deutsche "High Yielder" wären: Ahlers, Amadeus Fire, Bijou Brigitte, Deutsche Grundstücksauktionen, GFT, i:FAO, Telegate, UMS, Viscom - teilweise auch mit interessanten Perspektiven!

    Eine echte "Zwitterstellung" haben für mich Werte wie Drillisch und Freenet oder Pro7, da hier nicht nur hohe Renditen sondern auch langfristige Wachstumsperspektiven vorhanden sind ...
    (Alle drei Listen ließen sich sicher noch fortsetzen.)

    Kompliment zu einem der interessantesten Finanzblogs, den ich immer wieder gerne lese!

    Alles Gute,

    Christian

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    1. In der Tat, man braucht gar nicht so weit zu schauen, denn bereits in Deutschland gibt es interessante Investments.

      Vielen Dank, auch für die wertvolle Ergänzung!

      VG
      Lars

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    2. Super Ergänzung Christian!
      Wir haben auch sehr gute Unternehmen in Deutschland und Europa. Leider werden fast in allen Blogs, Forums, etc. nur die üblichen Verdächtigen (aus USA) aufgezählt, und das wirkt dann irgendwie langweilig und abstoßend.

      Nordamerika ist ja zahlreich an Unternehmen. Darunter gibt es dann entsprechend viele ertragsreiche.
      Wir müssen aber unsere Unternehmen dazu bewegen "richtige" Dividendenpolitik (z.B. quartalsweise Auszahlung der Dividenden) zu betreiben.

      Auch die Einheimischen wären dann eher dazu geneigt in Unternehmen zu investieren, die sie kennen. Also Anlageklasse Aktien wäre nicht so eine Black-Box, wie sie jetzt wahrgenommen wird.

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  5. An Chris , gute Ergänzung , haben leider auch schon die Amis gemerkt , und sind auf Einkaufstour . Bei Black Box liegt dieses an dem IPO , dieses u.a. , war der Grund , warum ich mich von dem Geschehen erstmal zurückgezogen habe .Weiterhin fällt es vielen schwer eine Aktie zu verstehen , auch unter dem Punkt Dividende . Dividende bedeutet teilen . Hiermit ist eine aufteilung des Gewinns gemeint auf die einzelne Aktie . Die Ausschüttungsquoten sind jedoch das eigentlich wirklich wichtige daran , denn erst dann ist bekannt , wieviel nicht ausgeschüttet wird und zum neuen Gewinn beitragen kann.
    Persönlich würde ich mich für Aristokraten entscheiden , da diese es in der Vergangenheit immer wieder bewiesen haben , das Sie es können , mit wenig mehr machen .
    Also in Deutschland nur Fresenius . Kein weiterer Titel als Aristokrat z.Zt. zu sehen . Aber wenn die Amis erst mal da waren , kann sich das ja schon mal ändern , warum sonnst sollten Sie sich schon mal über UN informieren , und über Angis Handy noch Restinfos holen , über die Randbedingungen für Investitionen . Larry Fink sei Dank , das dieses ausreichend ausgeleuchtet wird . Also warum irgendwelche Aktien kaufen , wenn es doch Blackrock gibt.
    Kaufst Du da , hast Du die Welt gekauft , in welcher Form auch immer . Ob Larry Baby , Dir davon noch was abgibt , ist die nächste Frage. Ist sicherlich irgendwie so zu berechnen , das nicht viel über bleibt . Ja so laufen Aktien . Dieses ist es was es so schwer macht einen inneren Wert zu berechnen.
    Und weiterhin zu sehen , ob dieses auch der Werterhalt in der Zukunft ist . Nur wenn Du selber UN eines eigenen UN bist , kannst Du dich einigermaßen vor feindlichen Übernahmenn schützen und weiterhin den eigenen inneren Wert deines UN kennen . Oder Du arbeitest in einen UN in der Buchhaltung oder im Controlling , oder in der UN Beratung oder bei einer externen Controllingfirma oder bei Banken im Aufsichtsrat u.s.w. wo Du einblick in relevante Zahlen bekommen kannst oder auch bei der NSA , die hat ja überall Einblick. Schöne Grüße und viel Spaß beim lesen .

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