Mittwoch, 5. September 2012

Die Facebook-Aktie ist für Anleger eine Katastrophe

Ich kann mich noch gut im Frühjahr 2012 daran erinnern welches Medien-Interesse der Börsenstart von Facebook hervorrief. Ohne große Kursbewegungen, aber mit technischen Pannen von Seiten der Technologie-Börse Nasdaq begann der Börsenstart des noch jungen, aber bereits prominenten Unternehmens. Am nächsten Tag begann jedoch der Abwärtstrend des Wertpapieres.

Es folgte ein Kursrutsch von 30% bis Anfang Juni. Spätestens da war allen klar, dass die Aktie völlig überbewertet ins Rennen ging. Ein Unternehmen, dessen Wertpapier innerhalb kurzer Zeit rund ein Drittel an Wert verliert, ohne dass gleichzeitig ein Börsencrash in ähnlicher Größenordnung stattfindet, hat entweder große Probleme oder es wurde zu "Mondpreisen" gehandelt.

Schauen Sie sich nur den Chart der Facebook-Aktie bis heute an. So notiert sie mittlerweile deutlich über 50%(!) schwächer als im Mai. Als Vergleich der US-Technologie-Index des Nasdaq Composite (in dem unter anderem auch Google gelistet ist). Dieser Index hat im Unterschied zur Facebook-Aktien seit Mai rund 10% an Wert gewonnen!

Facebook hat sicherlich ein enormes Potenzial zukünftig gewinnbringend zu agieren. Aber Marc Zuckerberg und seine Leute haben bislang nicht den Weg zu einem tragfähigen Geschäftsmodell gefunden. Der Phantasie über das Potenzial müssen irgendwann auch mal deutlich schwarze Zahlen folgen. Andernfalls erwies sich die Idee als nicht nachhaltig oder es folgen andere Unternehmen, die den Weg erfolgreicher einschlagen.
Aktie von Facebook, zum Vergleich der Nasdaq Composite (blau)
Quelle: www.comdirect.de

Für Anleger der Aktie ist dieses Wertpapier bislang eine reine Geldvernichtungsmaschine und eine Dividende gibt es auch nicht. Was beinahe noch schlimmer ist, viele - auch junge - Leute sind dem Modetrend Facebook gefolgt und haben erstmals ihre Erfahrungen mit Aktien gemacht. Und gleich haben sie sich ordentlich die Finger verbrannt. Ein Großteil wird nach dieser Erfahrung erst einmal wieder Aktien meiden. Dabei ist der Aktienmarkt - wenn man es vernünftig angeht - eine sehr renditestarke Möglichkeit Vermögen aufzubauen.

Ich würde von IPOs grundsätzlich die Finger lassen. Börsengänge von jungen Unternehmen sind zunächst reine Spekulationen. Erst nach frühestens 1-2 Jahren hat sich ein halbwegs verlässliches Preisniveau gebildet und dann kann man überprüfen, ob das Geschäftsmodell erfolgreich verläuft. Für die vermeintliche Chance von Anfang an dabei zu sein, geht man als Privatanleger bei IPOs ein viel zu hohes Risiko ein, sein investiertes Geld rasch zu verbrennen.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Hi,

    für die ETF Anleger unter euch ein interessanter Artikel zu ETF´s und Facebook (IPO´s allgemein)

    Facebook lässt ETF-Anleger kalt

    Der Facebook Hype hat sehr an die späten 90er erinnert!

    AntwortenLöschen
  2. Hi Investor,
    danke für den interessanten Link!

    VG
    Lars

    AntwortenLöschen

Bitte kein Spam und beleidigende Äußerungen!