Freitag, 7. Oktober 2016

Sechs finanzielle Fehler, die ein Großteil unserer Gesellschaft begeht

Wir Menschen sind Herdentiere und suchen bewusst oder unbewusst immer wieder Bestätigung von anderen, dass wir etwas richtig gemacht haben. Einerseits stammt solch ein Glaubenssatz aus der früheren Zeit als Kind und Jugendlicher, andererseits fühlen sich die meisten wohl, wenn sie das so tun, wie es möglichst viele andere auch getan haben.

Nun ist es nicht selten so, dass die Mehrheit nicht unbedingt das Richtige macht und ein Verhalten wie die Masse bedeutet auch für einen selbst lediglich Mittelmaß. Gerade wenn es um das Thema finanzieller Erfolg geht, liegt die Mehrheit unserer Gesellschaft falsch. Leider ereilt einen die Feststellung erst nach etlichen Jahren und manchmal ist es dann bereits schwierig noch grundsätzliche Korrekturen des zuvor irrtümlich eingeschlagenen Weges vorzunehmen. In diesem Artikel möchte ich sechs dieser Fehler zusammenfassen, und hoffe, dass dadurch möglichst viele noch einmal darüber nachdenken, einfach nur das zu machen, was fast alle tun oder wie es früher üblich war.
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Kommentare:

  1. Ein gelungener Artikel. Aber einige Anmerkungen habe ich doch:

    Zu Punkt 3: Das Thema Wohnen ist insbesondere für Familien ein mittlerweile sehr kritisches Thema. Oft bleibt aufgrund der Gesamtsituation nichts anderes übrig, als in der Pampa ein Haus zu bauen. Beispiel: Wir stehen vor dieser schwierigen Frage und bei uns im Rhein-Neckar-Kreis ist der Immobilienmarkt im Bereich Kauf und Miete außerordentlich schwierig. Es gibt fast keine bezahlbaren Miethäuser. Mietwohnungen sind in vernünftiger Lage ebenfalls sehr teuer. Ich habe aber echt keine Lust, meine Kinder in günstigeren Vierteln mit entsprechend hohem Migrationsanteil und von Medien zu oft heruntergespielten Herausforderungen aufwachsen zu sehen. Nicht alle Migranten sind schlecht. Aber ich sehe welche Probleme es im Alltag gibt.

    Bestandsimmobilien zum Kauf sind völlig überteuert oder der Renovierungsbedarf ist immens. Daher liegt bauen oft Nahe. Aber bereits in Pampa-Lage zahlen sie mindestens 100.000 € für ein vernünftiges Grundstück. Ein echtes Dilemma. Ich kenne vergleichbare Fälle von Bekannten anderer Kreise. Ein politisches Pulverfass.

    Zu Punkt 4 und 5: Aktien, ja. Aber können sie derzeit Neueinsteigern wirklich mit ruhigem Gewissen zum Einstieg raten? Ich nicht. Der Großteil der Gewinne fußt auf der kranken Finanzpolitik der Notenbanken. Die Wahrscheinlichkeit einer großen Korrektur wächst. Ich bin selbst vor 2 Jahren eingestiegen und habe in mehreren Paketen zeitlich versetzt investiert. Trotzdem kämpfe ich mit roten Zahlen. Der Wert des heutigen Geldes ist durch nichts gedeckt. Regierungen können es beliebig vermehren, um Schulden zu machen. Die Folge ist ein massiver Kaufkraftverlust.
    Unser heutiges Papiergeld ist Fiat-Geld. Bei dauerhafter Schuldenmacherei - das hat Geschichte gezeigt - verliert eine Fiat-Währung durch Inflation massiv an Wert. Menschen können sich weniger dafür kaufen.

    Langfristig kein Thema. Aber kurzfristig für Neueinsteiger doch mitunter sehr schmerzlich.



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    1. Für sein "gutes Gewissen" ist doch jeder selber zuständig - wenn Sie derzeit nur Bauchschmerzen mit weiteren Aktieninvestitionen haben, dann machen Sie das eben nicht, sondern setzen ihr Kapital ein wo Sie bessere Verwendungsmöglichkeiten sehen. Wir alle sind für unsere Entscheidungen letztlich selbst verantwortlich, und das ist auch gut so, denn nur wir selbst müssen ja am Ende mit den Konsequenzen leben.

      "Die Wahrscheinlichkeit einer großen Korrektur wächst."
      Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur wächst immer, und zwar mit der Zeitlänge in der es noch keine Korrektur gab. Regression zum Mittelwert ist so sicher wie das Amen in der Kirche, oder dass auf Sonne auch irgendwann mal Regen folgt (und umgekehrt). Dass weiß ein aufgeklärter Anleger auch und kann damit umgehen (bzw. muss es sowieso).

      "Ich bin selbst vor 2 Jahren eingestiegen und habe in mehreren Paketen zeitlich versetzt investiert. Trotzdem kämpfe ich mit roten Zahlen."

      Rote Zahlen in einem so kurzen Zeitraum sind doch nichts ungewöhnliches:
      http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2016/02/warum-man-in-aktien-wirklich.html
      Nur richtige Durchhaltefähigkeit wird auch wirklich belohnt. Wenn Sie ihr Kapital für 20+ Jahre angelegt haben, ist es wenig relevant was nach erst 2 Jahren passiert.

      Wie "kämpfen" Sie denn mit den roten Zahlen, tun sie wirklich "aktiv" dagegen handeln um das Ergebnis zu verbessern, oder ist es eher "psychologisch" gemeint ? Man kann nicht beeinflussen was der Markt macht, deswegen sollte man sich auch seine Stimmung nicht selbst vom Markt beeinflussen lassen. Die nötige Abgeklärtheit dazu lernt man auch mit der Zeit automatisch, wenn man dranbleibt. Das tägliche Auf und Ab der Kurse schau ich mir eigentlich desinteressiert garnicht mehr an.

      Zur Jeremiade gegen das Papiergeld, Schulden und Inflation - ist doch ein gutes Argument dafür, sein Kapital eben nicht resigniert nur unters Kopfkissen zu stecken, sondern in Sachwerte wie Aktien und Immobilien etc zu investieren... aber die sind doch alle schon so teuer ? Tja, liegt wohl daran dass vor Ihnen schon viele andere auf diesen Gedanken früher gekommen sind, was natürlich die Preise treibt. Andersrum gesagt, wären Sie schon länger Eigentümer von Sachwerten und säßen auf der Gewinner-Seite dieser Entwicklung, würden Sie sich darüber ja auch nicht beschweren. Niemand hat doch versprochen, dass das alles immer schmerzfrei und einfach ablaufen wird, aber mit etwas Strategie und Beharrlichkeit können Sie auch zwischen teuren/schwankenden Investitionswerten und wertloser werdenden Papiergeld noch Ihren persönlichen Weg in eine finanziell bessere Zukunft gehen. Den muss aber jeder selbst finden für sich, entsprechend seiner Fähigkeiten, Ansprüche & Bedürfnisse (deswegen gibt es da auch nicht "den einen" Weg für alle, sondern individuell unterschiedliche Strategien, und das ist auch gut so). Die Probleme einfach nur aufzählen hilft allein nicht weiter, man braucht eben auch mehr Energie und Gedanken für das Suchen und Eingehen von Lösungswegen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.

      Grüße, Chris

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  2. @Anonym: Anstatt sie nun als Problemaufzähler zu titulieren (@Chris: Das hilft auch nicht weiter, wir wollen doch helfen), hier ein praktischer Tipp:

    Ich empfehle ihnen zweigleisig zu fahren. Lassen sie einen Sparplan auf 1-3 gute ETF regelmäßig laufen, egal was passiert.

    Halten sie aber gleichzeitig einen großen Geldbatzen zurück, um im Fall von stärkeren Kurskorrekturen systematisch nach zu kaufen. So mache ich es. Warren Buffet sitzt selbst derzeit auf erheblichen Geldmengen, das ist schon ein deutliches Signal.

    Sie entgehen dadurch nicht Verlusten, können aber die Gunst der Stunde dazu nutzen vorhandene Bestände aufzustocken. Psychologisch ein erträglicheres Gefühl, als wenn das ganze Geld bereits investiert ist. Auch ich rechne mit einer Korrektur, da sind Barmittel hilfreich.

    Zu den Immobilien: Das ist derzeit in der Tat ein großes Problem. Lösung habe ich leider auch keine. Meine Schwester hat das gleiche Problem mit Familie.

    Grüße

    Ralf

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    1. Hi Ralf,

      ich hoffe ja immer, dass von meinen Kommentaren nicht nur der letzte Satz hängenbleibt, sonst könnte ich mir das lange schreiben ja auch gleich ganz sparen :-)
      Helfen wollen wir alle natürlich, die Grenzen liegen am Ende halt immer in der Natur des jeweiligen Problems und der Aufahme des Rezipientens. Die Empfehlung, dass zB jeder seine individuelle Aufteilung von Risiko- und Sicherheitsanlagen (bsp Aktien und Cash) finden muss, wurde im Blog ja schon oft wiederholt - auch von mir eingangs. Weil das am Ende eigentlich immer von der persönlichen Einschätzung der Marktlage abhängt (und mit der zwangsläufig verbleibenden Restunsicherheit, damit auch falsch liegen zu können), kann man dazu nur schlecht für Alle gültige Empfehlungen abgeben ala "macht jetzt das und das", sondern eigentlich nur sagen "macht halt das womit ihr euch eben noch am besten fühlt" - wichtig ist, dass die persönliche Vermögensaufteilung eben den "kann ich damit noch ruhig schlafen"-Test besteht. Denn anders gesagt, Unruhe ist oft die größte Fehlerquelle. Dabei geht es nun aber auch wieder nicht um die totale Tiefenentspannung, die kann es auch nicht geben, sondern man muss für gewisse Renditen eben auch bereit sein, gewisse kalkulierte Risiken bewußt einzugehen und aushalten zu können. Das mache ich selbst ja auch schon seit nunmehr zwanzig Jahren, es war sicher nicht immer einfach und schmerzfrei, aber man lernt damit umzugehen und sieht mit etwas Geduld dass man dafür auch langfristig belohnt wird.

      Es gibt in dem Blog viele Artikel, die sich besonders um das Thema "Mindset" drehen, und ein wichtiger Punkt davon ist eben, einen pro-aktiven Geist zu entwickeln, der Einen handlungsfähig macht, um selbst Lösungen für Probleme zu finden, die man auch umsetzen kann, ohne dabei nur auf Andere abhängig warten zu müssen. Wir haben dabei nun sicher nicht den Anspruch, gleich automatisch die ganze Welt für Jeden verbessern zu können - ich selbst bin zB ja schon genug damit beschäftigt, erstmal nur meine eigene Situation zu verbessern. So ist es eben auch mit den "ganz großen Problemen" wie Notenbankpolitik, Schulden und Papiergeld etc. Ich kann nicht wirklich beeinflussen was die EZB oder die Regierung oder sonstwer macht, sondern vor allem nur was ich selbst mache. So ist mein persönlicher Weg, um mich durch diese Probleme hindurch zu navigieren, auch das diversifizierte Investieren um Eigentümer von Sachwerten zu sein, von denen ich mir noch am ehesten Entwicklungen erwarte. Dabei gibt es wie oben bereits angesprochen nun auch keine Garantien und es wird eine gewisse Risikobereitschaft benötigt, aber es ist eben das was ich selbst noch tun kann :-)

      Gruß, Chris

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