Sonntag, 29. Mai 2016

Elf Gründe, warum Sie Ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nehmen sollten

Die Beschäftigung mit den eigenen Finanzen ist bei vielen Menschen so beliebt wie Fußpilz oder einfach nicht wichtig genug. Warum auch, jeden Monat kommt vom Chef eine Gehaltszahlung auf das Konto und dieses Geld kann ich dann auch komplett ausgeben. Von meinem Brutto-Gehalt zahle ich ja Steuern und auch in die gesetzliche Rentenversicherung ein, damit ist für mich alles erledigt. Geld zurücklegen brauche ich nicht, denn es kommt ja jeden Monat neues und wenn ich alt bin, wird der Staat schon für meine Rente sorgen.
So oder so ähnlich sehen etliche Leute ihre finanzielle Situation, obwohl sie sich gleichzeitig in ihrem Umfeld beklagen, dass sie eigentlich - aus ihrer Sicht - zu wenig verdienen. Dann treffe ich noch auf Menschen, die entweder sagen: "Ich habe da so einen Fonds". Auf meine Frage welchen sie denn hätten, kommt als Antwort: "Weiß ich nicht so genau, der ist für alles und wurde mir empfohlen". Oder ich erhalte die Aussage, dass sie ihren Bank- oder Finanzberater hätten, den würden sie fragen, wenn sie Geld bräuchten. Letztere sind sicher schon einen Schritt weiter, als diejenigen, die aus finanzieller Sicht in den Tag hinein leben und überhaupt nichts tun. Aber selbst hier gibt es noch eine Menge Optimierungspotenzial. Warum und welche das sind, darüber dieser Artikel.
Hier nun elf Gründe, warum Sie sich mehr um Ihr Geld kümmern sollten.

1.) Sie schlafen besser und schonen Ihre Gesundheit

Wer Schulden hat oder nicht weiß, wie er für sich und seine Familie die Ausgaben der nächsten Monate stemmen kann, macht sich Sorgen und liegt oft auch nachts längere Zeit wach herum.
Das ständige Grübeln belastet nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper. Studien zeigen: Bis zu zwei Drittel aller Erkrankungen werden durch seelische Probleme verursacht.

Aber warum machen zu viele negative Gedanken eigentlich krank?
Das liegt daran, dass unsere Psyche und unser Körper über das Gehirn miteinander kommunizieren. Die Psyche nimmt jede Stimmung auf und wandelt sie in Körpersignale um. Bei seelischem Stress werden vermehrt Hormone ausgeschüttet, die uns zwar kurzzeitig mehr Kraft geben, jedoch auf Dauer die Organe und das Immunsystem belasten. Unsere Abwehrkräfte nehmen ab, unsere Muskeln verspannen sich, als Folge werden wir häufiger krank.

Mit einem finanziellen Polster, welches mehrere monatliche Ausgaben abdeckt, schlafen Sie besser und schonen Ihre Gesundheit.

Ohne Geldsorgen schonen Sie Ihre eigene Gesundheit

2.) Die große Rentenlücke wird verringert oder sogar völlig geschlossen

In dem früheren Artikel: "Wie viel Geld brauche ich für die Rente?" hatten wir gesehen, wie dramatisch die Versorgungslücke bereits in einigen Jahren sein wird. Wer seine Ersparnisse real quasi unverzinst lässt, wird voll in diese Rentenlücke hingeraten. Mit einer durchaus ernsten Gefahr der Altersarmut. Zwar gibt es staatlich geförderte Produkte (z.B. Riester und Rürup), aber sie können höchstens einen kleinen Beitrag zur Verringerung der Diskrepanz zwischen dem Erwerbsgehalt und den Ruhestandsbezügen leisten. Grundsätzlich gilt es hier sich weniger auf den Staat zu verlassen, sondern zu versuchen eigenständig für sich und seine Familie etwas zu tun. Dabei werden Sie nicht umher kommen auch den Aktienmarkt zu nutzen, weil es dort die höchste Rendite gibt. Falls Sie bislang noch nicht wussten, wie Sie den Aktienmarkt vorteilhaft für sich nutzen können, erhalten Sie in der Aktien Akademie eine Anleitung zum Aufbau eines erfolgreichen Vermögens-Depots.

3.) Eine bessere Verzinsung bedeutet in einigen Jahren viele tausend Euro zusätzliches Vermögen

Ja, das gute Tagesgeldkonto. Es bietet eine sofortige Verfügbarkeit und der Wert des Kontos schwankt nicht. Deshalb nutzen so viele auch ein Tagesgeldkonto mit dem Glauben sein Geld dort zu vermehren. Im Artikel "die trügerische Erinnerung an eine üppige Realverzinsung" hatten wir besprochen, dass der Zinssatz eines Tagesgeldkontos eng an der vorherrschenden Inflation geknüpft ist. Das heißt, real gab und gibt es praktisch keine nennenswerte Verzinsung auf dem Tagesgeldkonto. Das gilt analog für Sparbücher und für Kapital-Lebensversicherungen. Eine bessere Verzinsung bedeutet sein Geld langfristig auch dem Kapitalmarkt zur Verfügung stellen zu müssen.

In der Grafik ist zu sehen, welche Unterschiede beim Vermögen langfristig auftreten, wenn das Geld für 1 Prozent p.a. verzinst wird (Tagesgeldkonto), für 3 Prozent p.a. (ein kleiner Aktien-Anteil) oder für 8 Prozent p.a. (fast nur Aktien) verzinst wird. Unterstellt wurde jeweils eine monatliche Sparrate von 200 Euro. Nach 25 Jahren ist aus den regelmäßigen Ersparnissen in der Anlageklasse Aktien ein über 100.000 Euro höheres Vermögen gewachsen als auf dem Tagesgeldkonto. Nach 40 Jahren ist der Unterschied auf über ein halbe Million Euro angewachsen.


4.) Sie haben eine höhere finanzielle Flexibilität

Sobald Sie Ihre privaten Finanzen fest in die eigene Hand genommen haben, sind Sie bei unerwarteten Ausgaben, aber auch preiswerten Gelegenheiten und spontanen Wunscherfüllungen wesentlich flexibler. Am kommenden Wochenende ein Kurztrip nach Schweden? Endlich doch mal ein richtig gutes Fahrrad? Kein Problem, sofern Sie drei Geldtöpfe für genügend Liquidität haben, also zum Beispiel einen Geldtopf für Notfälle, einen für Investments und einen für "Spiel und Spaß", sind Sie in der Lage innerhalb dieser Geldtöpfe je nach aufgetretener Lebenssituation umzuschichten.
Die meisten Menschen haben nur ein Rücklagenkonto - wenn überhaupt - und füllen es nach Gebrauch selten wieder konsequent auf. Sind keine Geldreserven vorhanden, fängt es an im Alltag aus finanzieller Sicht kompliziert zu werden. Mit einer höheren finanziellen Flexibilität genießen Sie mehr Lebensfreude.

5.) Geringeres Risiko eigenen Verwandten finanziell auf der Tasche zu liegen

Der demographische Wandel lässt sich nicht mehr aufhalten. Das bedeutet eine höhere Belastung für die Sozialkassen. Erstes deutliches Symptom, dass das Sozialamt auch bei Familienmitgliedern und Kindern die Hand aufhält, ist der Elternunterhalt bei der Pflegeversicherung. Der Elternunterhalt ist keine Modeerscheinung, sondern wird sich zukünftig noch auf andere Bereich ausweiten, bei dem ursprünglich das Sozialamt die Kosten übernommen hat.
Jeder hat nun folgende Möglichkeiten:
  • über diesen Zustand lamentieren, aber nichts unternehmen, so dass später doch die eigenen Kinder für einen zahlen müssen
  • sich entsprechend zu versichern. Das kostet Geld und ist immer eine Chance-Risiko-Abschätzung
  • eigenständig Vermögen oder passives Einkommen oder beides aufzubauen, um zumindest die eigene Verwandschaft davor zu bewahren für eigene Versäumnisse zu zahlen

6.) Geld wird nicht mehr zum ärgerlichen Dauerthema

Wer wenig Geld zur Verfügung hat, bei dem ist es ein Dauerthema, welches sich durch verschiedene Bereiche des Alltags zieht. Jede unerwartete Rechnung, jedes defekte Haushaltsgerät und jede Unternehmung wird zu einem mittleren Drama. Wer neben einem Polster als finanziellen Schutz noch darauf achtet, regelmäßig weniger auszugeben als an Einkünften hereinkommt, bei dem verliert Geld seine negative Bedeutung. Es wird immer weniger Thema im alltäglichen Leben sein und Sie können sich wieder darum kümmern, was Ihnen wichtig ist und empfinden mehr Lebensfreude.

7.) Freie Wahl des vorzeitigen Ruhestands

Wer frühzeitig anfängt seine Ersparnisse renditestark zu investieren, hat viel bessere Möglichkeiten deutlich früher aus dem Erwerbsleben auszusteigen. Zu diesem Thema des vorzeitigen Ruhestandes gibt es eine mehrteilige Artikelserie, mit diversen Erfahrungsberichten und der freien Auswahl des späteren Wohnorts. Ergänzend noch ein Artikel, warum es kein harter Schritt vom 100-prozentigen Arbeitsleben zum vollständigen Ruhestand sein muss.

8.) Weniger Kosten bei Finanzprodukten bedeutet ein gefüllteres Portemonnaie

Während Index-Fonds, also ETFs, im Standardfall weniger als 0,5 Prozent Gebühren jährlich kosten, beträgt die TER (Total Expende Ratio) bei aktiv gemanagten Fonds etwa 1,5 Prozent und mehr. Wir hatten in einigen früheren Artikeln besprochen, dass es zwar immer wieder auch Fondsmanger gibt, die eine Verbesserung gegenüber einem Index erreichen können, aber oft nur für kurze Zeiträume und im Vorfeld ist nicht bekannt, welche Fondsmanager eine Outperformance schaffen. Nehmen wir jetzt einmal an, dass ein Fondsmanager genauso gut wie ein Vergleichsindex abschneidet und unterstellen die eben genannten 1,0 Prozent höheren Gebühren jährlich bei aktiv gemanagten Produkten.
Bei einem Anlagevermögen von 10.000 Euro fallen 100 Euro höhere Kosten als bei einem vergleichbaren ETF an. Bei 50.000 Euro sind es bereits 500 Euro und bei 100.000 immerhin schon 1.000 Euro Mehrkosten pro Jahr.
Die folgende Grafik zeigt, welchen Unterschied ein Renditeverlust von 1 Prozent aufgrund der Kosten im Laufe der Jahre ausmachen kann. Als Beispiel wurde ein monatlicher Sparplan von 200 Euro in einen globalen Aktien-ETF und einen globalen aktiv gemanagten Aktien-Fonds herangezogen. Während in den ersten Jahren der Unterschied noch nicht so auffällt, beträgt der nach 20 Jahren bereits 12.500 Euro. Nach 30 Jahren 48.000 Euro und nach 40 Jahren 151.000 Euro. Diese Rechnung ist idealisiert, denn es sind brutto-Werte und es stellt sich die berechtigte Frage, ob ein Fonds und ETF überhaupt so lange vertrieben werden. Aber ich denke die Botschaft kommt klar rüber und für die langfristige Geldanlage sollte man schon gut auf die Kosten achten.


9.) Sie können Ihr eigenes Zusatzeinkommen erschaffen

Langfristig Vermögen aufbauen ist bereits ein schönes Ziel, aber neben seinem Haupteinkommen noch schöne Nebeneinkünfte aufzubauen ist ein anderes erstrebenswertes Ziel. Die Möglichkeit aus Investments regelmäßig Zinsen und Dividenden als passives Einkommen zu erhalten, ist ein Kernthema dieses Blogs mit entsprechend vielen Unterhaltungen darüber. Je nachdem, ob ein Anleger konservativer oder sportlicher aufgestellt sein möchte, kann er pro 10.000 Euro angelegtem Kapital 20 bis 35 Euro netto pro Monat bzw. 200 bis 350 Euro netto monatlich bei einem Anlagevermögen von 100.000 Euro erhalten. Hier merkt man den Ausspruch: "Lass Dein Geld hart für Dich arbeiten" direkt jeden Monat in seinem Portemonnaie.

10.) Systematisch den Weg Richtung finanzielle Unabhängigkeit gehen

Wer sich um seine Einkünfte und Ausgaben selbst kümmert, hat es in der Hand den Weg Richtung finanzieller Unabhängigkeit zu gehen. Zur Erinnerung: Sobald Ihr passives Einkommen ihre mittleren monatlichen Ausgaben abdecken, sind Sie finanziell unabhängig. Die Stellschrauben sind sowohl die Einnahmen- als auch die Ausgabenseite. Behalten Sie sowohl Ihre Ausgaben im Griff und schaffen es zusätzlich noch Ihre Einnahmen steigern, dann können Sie die Überschüsse regelmäßig am Kapitalmarkt anlegen, wodurch Sie ein zunehmendes höheres passives Einkommen aufbauen.

11.) Der eigenverantwortliche Umgang mit seinem Geld sorgt für mehr Selbstvertrauen und Glücksgefühl

Wer seine finanziellen Angelegenheiten eigenverantwortlich in die Hand nimmt, wird auch in anderen Bereichen des Alltags selbstsicherer und glücklicher sein. Untersuchungen von Menschen, die mehr Eigenverantwortung übernehmen haben gezeigt, dass es ihnen überdurchschnittlich gut geht, sie häufiger ihre Wünsche und Ziele erreichen sowie ein erfülltes und glücklicheres Leben führen. Denn wer die Verantwortung immer anderen zuschiebt, gibt ihnen auch die Macht über sich selbst. Das dämpft das persönliche Selbstbewusstsein. Wer dagegen das Bewusstsein erlangt hat, dass er selbst für sein Leben verantwortlich ist, fühlt sich dadurch nicht nur selbstsicherer, sondern auch glücklicher.

Es lohnt in jedem Fall, wenn Sie sich selbst informieren. Dazu gibt dieser Blog schon viele Antworten auf die meisten Fragen. Eine Anleitung zum Aufbau Ihres eigene Vermögens-Depots erhalten Sie in der Aktien Akademie. Das dort erworbene Wissen kann Ihnen niemand mehr nehmen. Sie können anschließend unabhängig und eigenverantwortlich Ihre finanzielle Zukunft erfolgreich gestalten.

Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
Die Zeiten einer knappen Kasse soll bei Ihnen der Vergangenheit angehören?
Ihr Geld soll endlich einmal hart für Sie arbeiten? 
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Sie möchten mehr zu passivem Einkommen erfahren?
Sie möchten sich über den aktuellen Status der Aktienmärkte informieren?
Falls Sie mindestens eine Frage mit "Ja" beantworten konnten, tragen Sie sich rechts oben in den kostenlosen Newsletter von finanziell umdenken ein. Holen Sie sich mit der Anmeldung im Newsletter zusätzlich das gratis eBook "Wie nahe sind Sie bereits Ihrer finanziellen Unabhängigkeit?"

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Hallo. Das ist eine tolle Seite! Ich habe nun 50.000 € die ich gerne langfristig in verschiedene ETF anlegen möchte. Aber mir kommt der Markt schon recht hoch bewertet vor wenn ich mir die Kurse der letzten Monate so ansehe.

    Soll ich besser noch abwarten bis es ordentlich kracht? Das Wachstum und die Börsen werden ja derzeit eher vom Geldkarussell am Leben gehalten. Zinserhöhungen werden zu Unruhen führen. Meinungen? Abwarten? Einsteigen?

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    1. Prinzipiell sollst du das machen, womit du dich wohlfühlst, das "Problem" (also, ganz abgesehen vom Grundproblem dass man sowieso nicht die Kurse im voraus erraten kann) ist aber:

      Wenn du dich jetzt aufgrund deiner "Einschätzung" erstmal lieber "abwartend" verhälst, WANN ist denn dann der Zeitpunkt gekommen an dem du investierst ?

      Natürlich will Jeder am besten nur möglichst am Tiefpunkt einsteigen (und erst am Hochpunkt aussteigen), praktisch gelingt das aber keinem so richtig (weder meisten den hochstudierten Profis, die sowas berufsmäßig analysieren, und erst recht nicht den vielen kleinen Privatanlegern, die nach ihrem "Bauchgefühl" handeln).

      Denn meiner Erfahrung fehlen diesen vorsichtigen Leuten ja auch gerade im Crash dann erst recht wieder die Nerven, endlich zu investieren, denn: "...was, wenn es noch weiter runtergeht ? :-(", und die ganzen Schlagzeilen voll vom Weltuntergang sind. Wer sich nicht traut, in einen Anstieg zu investieren, traut es sich doch im Abschwung noch viel weniger.

      Definier dir am besten einfach mal auf Papier festgeschrieben, was denn für dich überhaupt ein guter konkreter "Krach" (also Einstiegszeitpunkt) ist... -20% Kursrückgang, oder -50% etc ? Leg dir einen Plan zurecht (der möglichst auf zahlenbasierten Regeln statt schwammiger Gefühlseinschätzungen basiert), und ziehe ihn dann konsequent durch.

      Wenn du wirklich "langfristig in ETFs anlegen" willst, sind die "Kurse der letzten Monate" auf Jahrzehntesicht doch relativ irrelevant. "Hoch bewertet" hat auch nichts mit Kursen an sich zu tun, sondern immer Kurse im VERHÄLTNIS zu den Fundamentalzahlen. Wenn du willst, kannst du (nachdem du definiert hast was für dich denn "gute" Fundamentalzahlen wären) deine Investitionsentscheidungen an den aktuellen Zahlen orientieren (zb noch "unterbewertete Märkte" finden, oder wenn du keine findest, eben nicht investieren), aber dann eben auch bitte systematisch statt larifari.

      Wenn du pessimistisch aufs "Geldkarussell" und "Zinserhöhungen" schaust, tja dann investier lieber garnicht anstatt nur zittrig und mit Bauchschmerzen, und bring dein Geld eher dahin, wovon du dir noch am ehesten Sicherheit vor diesen Effekten versprichst. Ansonsten gibt es ja auch einige Instrumente und Methoden, wie man davon noch profitieren könnte, man muss sie halt nur verstehen und anwenden können.

      Die sonstigen üblichen Standardtips (breit streuen, langfristig anlegen, zeitlich verteilt investieren um "Einstiegsrisiko" zu mildern und psychologisch entspannter zu sein) sollten ja bekannt sein, dass ich das nicht weiter erklären muss?

      cs

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  2. Hallöchen!

    Ich habe mich langsam mit ETFs angefreundet.
    Habe ein paar ausschüttende ETFs (2x Vierteljährlich 3x monatlich) und investiere zusätzliche in Sparplänen (MSCI World).

    Meine Frage, die ich mir stelle, ab welcher Summe muss ich wie investieren?

    Habe Testweiße investiert. Da dies nur ein Test war, soll nun mehr investiert werden. Ungefähr die gleiche Summe erneut, vllt mehr.

    Sollte ich mir bei höherer Summe neue ETFs suchen? Weiter streuen? Oder einfach meine angefreundeten ETFs nachkaufen mit denen ich zufrieden bin?

    Wenn nachkaufen, dann nach und nach über Monate oder 1x höhere Summe?

    Vielen Dank an alle!

    Achja: Wahnsinnig tolle Seite. Das lesen und investieren hat mir bis jetzt viel Spaß gemacht! ;)

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    1. "Meine Frage, die ich mir stelle, ab welcher Summe muss ich wie investieren?"

      Welche Art von "Summe" ist gemeint ? Willst du wissen, wie groß dein Gesamtbetrag in Aktien-ETFs sein soll ?

      Das kann dir so von aussen seriöserweise niemand sagen, denn dass ist immer individuell abhängig von deinen ganz konkreten Allgemein-Vermögensverhältnissen und deiner Anlagestrategie (dh. Zeithorizont, Anlageziel, Risikotoleranz, etc.)

      Grundlegende Gedanken zur Anlage-Verteilung findest du hier im Blog in vielen Basis-Artikeln, zB.:
      http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2016/05/aktien-etfs-aus-aller-welt-artikelserie_25.html

      Mögliche Aktien-ETFs werden auch vorgestellt:
      http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2016/01/aktien-etfs-aus-aller-welt-artikelserie.html

      Das wichtigste in Kurzform:
      -deine persönliche Anlage-Architektur muss individuell zu dir passen
      -wichtig ist dazu vorher, einen möglichst kompletten Überblick über deine Finanzverhältnisse (bisheriges Vermögen, Einnahmen&Ausgaben) zu haben
      -Wenn der "Ist-Zustand" bekannt ist, kann man sich darauf aufbauend daran machen, einen "Soll-Zustand" zu definieren
      -die grundlegende Unterscheidung wird dabei sein, das Verhältnis von Risikoanlagen und Sicherheitsanlagen zu bestimmen, anhand deines persönlichen Anlagehorizont&Risikotoleranz etc
      -dann kann man auch sagen, wieviel Geld in zB Aktien-ETFs fließen soll (und per Einnahmenüberschuss einen Sparplan erstellen). In welche ETFs genau, ist dann eigentlich nur noch die Kür nach der Pflicht - ob schon 1-2 Fonds (World+EM oder ACWI) oder mehr Positionen hängt auch wieder von deinen individuellen Ansprüchen, Bedürfnissen und Fähigkeiten ab.

      "Sollte ich mir bei höherer Summe neue ETFs suchen? Weiter streuen? Oder einfach meine angefreundeten ETFs nachkaufen mit denen ich zufrieden bin?"

      Wenn du mit deinen bisherigen ETFs zufrieden bist, besteht eigentlich wenig Grund zwanghaft neues nachzukaufen. Solange dein Depot einigermaßen ausreichend über die ganze Welt diversifiziert ist und keine großen Einzelwetten/Klumpenrisiken eingeht, kann das schon passen. Oder anders gefragt, "was hätten'sn noch gerne?" :-)

      "Wenn nachkaufen, dann nach und nach über Monate oder 1x höhere Summe?"

      Kommt darauf an, wie sich bei dir persönlich die Gebühren im Verhältnis zum Betrag entwickeln. Rechne mal die verschiedene Szenarien mit den Konditionen deines Brokers durch, und schau wo der beste Kompromiss liegt.

      LG cs

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    2. Vielen Dank für die schöne ausführliche Antwort!

      Man muss sich einfach im klaren sein, dass es keine einfachen, festen, perfekten Weg gibt. Leider ist man, wenns ums Geld geht, immer etwas unsicher.

      Ich werde diese zum Anlass nehmen um mein Depot auf Herz und Nieren zu prüfen, mir diverse Fragen (die "richtigen" Fragen)zu stellen und dass ganze einfach zu optimieren!

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