Dienstag, 22. März 2016

Robo-Advisors - Artikelserie FinTechs - Teil 2a

Im zweiten Teil der Artikelserie "Welche Vorteile bieten FinTechs für Anleger?" berichten wir über die automatisierte Investmentverwaltung - oft auch Robo-Adiviors genannt. Was können sie leisten und welchen Mehrwert bringen sie für Anleger?

Artikel wurde von Chris verfasst

Was sind "Robo-Advisors" ? Natürlich handelt es sich dabei nicht um Roboter im Anzug, die Ihnen in Zukunft bei der Anlageberatung gegenüber sitzen werden. Dieser Begriff wurde von der Presse als eher flapsige Vereinfachung geprägt, während die einzelnen Anbieter sich lieber als "automatisierte Investmentverwaltung" o.ä. bezeichnen würden. In diesem Artikel wollen wir nun einführend beschreiben, wie diese Konzepte in der Praxis konkret ablaufen, welche Probleme sie lösen sollen und für welche Anlegergruppe sie geeignet sein könnten.

Wie bei vielem aus dem Fintech-Bereich stammen die Vorreiter der Robo-Advisors aus Amerika, wo Anbieter wie Wealthfront oder Betterment bereits seit Jahren schon mehrere Milliarden Dollar an Anlegergeld verwalten. Auch in Deutschland versuchen sich mittlerweile einige Startups mit ähnlichen Konzepten am Markt zu etablieren. Eine (nicht vollständige) Liste an Beispielen sind:
Easyfolio
Vaamo
Ginmon
Fintego
Quirion

Woraus besteht nun konkret deren Dienstleistung? 

Bei allen Anbietern geht es mehr oder weniger darum, dem Anleger mittels eines Fragenkatalogs ein Portfolio aus ETFs (bzw. Indexfonds) zusammenzustellen, in welches er dann (per Einmalbetrag oder regelmäßigem Sparplan) automatisch investieren kann. Bei Abweichungen von der Zielverteilung der Anlagen wird das Portfolio rebalanciert. Ihre Leistungen bieten die Anbieter natürlich nicht umsonst an, sondern mit Gebühren, die meist als Prozent im Verhältnis zur Anlagesumme berechnet werden.

Der wichtigste Teil der "Arbeit" findet eigentlich schon im Anmeldeprozess statt, wo die einmal gültige Portfoliozusammenstellung festgelegt wird (die danach ja nur ewig weitergeführt wird). Es werden dabei dem Kunden in einem standardisierten Prozess die üblichen Fragen gestellt: Vermögensverhältnisse, Anlagehorizont, Anlageziel, Risikotoleranz etc. Gemäß den entsprechenden Vorgaben und Wünschen wird nun aus mehreren angebotenen ETFs/Indexfonds eine Mischung kombiniert, die dazu passen soll. Dabei unterscheiden sich die Anbieter im Grunde wenig und das Prinzip ist immer das gleiche: Wer weniger Risiko wünscht oder einen kürzeren Anlagehorizont hat, bekommt eben anteilsmäßig mehr Anleihen als Aktien für sein Portfolio empfohlen. Wer langfristig Vermögen aufbauen will und dabei auch zwischenzeitlich größere Verlustschwankungen ertragen kann, bekommt einen entsprechend höheren Aktienanteil. Alles kein geheimes Hexenwerk also, sondern altbekannte und weitverbreitete Portfoliotheorie.



Da die Anbieter übrigens selbst eigentlich nur "Vermittler" bzw. technische Frontplattformen sind, muss natürlich dazu noch ein Depotkonto bei einer entsprechenden Partnerbank/-Broker geführt werden. "Unter der Haube" findet also, wie so oft bei den Fintechs, eigentlich nicht viel wirklich revolutionäres statt. Der technische Fortschritt besteht weniger in den beinhalteten Produkten oder der praktischen Ausführung, sondern in den Vertriebskanälen. Mit hübschen Webseiten wird vor allem die online-affine Generation angesprochen (gerne auch zielgruppengerecht geduzt), ihre Kapitalanlagen jetzt effizienter abseits der altmodischen, teuren persönlichen Filialbank-Beratung zu tätigen.

Ist das Portfolio nun erstellt und die Verteilung von Aktien und Anleihen einmal festgelegt, wird damit weiter auch nur reines Buy&Hold (kaufen und liegenlassen) betrieben. Umschichtungen finden, wenn überhaupt, nur statt, wenn sich die Verteilungsverhältnisse der Anlagen zu sehr von den vorher festgelegten Zielgewichtungen abweichend entwickelt haben. Als konkrete Anlageprodukte zur Abdeckung der einzelnen Assetklassen werden hauptsächlich die üblichen ETFs und Indexfonds verwendet, die mit vielen beinhalteten Titeln und regional breit gestreut eine vernünftige Diversifizierung einigermaßen günstig erreichen können. Zu den Fondskosten (durchschnittlich etwa 0,30 Prozent) kommen natürlich aber immer noch die Verwaltungskosten der Robos dazu, welche sich ungefähr im Bereich von 0,50 Prozent bis knapp über 1 Prozent per anno bewegen (oft auch mit Staffelmodellen, die sich variabel nach Anlagesumme richten).

Für wen sind Robo-Advisor geeignet?

Für welche Art von Kunden sind diese Angebote nun geeignet, und welche Probleme sollen damit überhaupt gelöst werden ? Dazu müssen wir uns erinnern, wie vor allem früher (aber leider auch heute noch allzu oft) vorgegangen wurde. Der Kunde Anton Ahnungslos will irgendwie zwar schon was für den "langfristigen Vermögensaufbau" tun, hat aber geringe Kapitalmarktkenntnisse (woher auch?) und ehrlich gesagt auch wenig Lust sich selbst damit selbst zu beschäftigen. An wen kann er sich also wenden ? Natürlich fällt ihm da als erstes (und einziges) der nette bekannte "Berater" aus der Bank- oder Versicherungsfiliale um die Ecke ein, mit dem er einen Termin macht. Dort wird ihm dann aus der vorhandenen Produktpalette so einiges aufgetischt, was idealerweise zu seinen Anlagezielen und Risikotoleranzen passen soll (darauf muss er sich ja, mangels eigenem Wissen, auch nur blind verlassen können).

Aber wie wir mittlerweile alle wissen, sind oft die in der Praxis vermittelten Produkte nicht immer auch die besten (höflich ausgedrückt), wenn ein Konflikt zwischen den Interessen des Kunden und den Interessen des Verkäufers (der ja auch nur möglichst viel Geld verdienen will) besteht. Da werden ihm dann zum Beispiel nur zu gern die hauseigenen Fonds mit 2 Prozent Verwaltungsgebühren, 5 Prozent Ausgabeaufschlag und Abschlussprovision aufgeschwatzt, oder noch schlimmer so verklausulierte Zwitterprodukte wie eine fondsgebundene Rentenversicherung, wo weitere Zwischenschichten Kosten abgreifen und verschleiern. Und wenn man ganz großes Pech hat und an die skrupellosesten Branchenvertreter gerät, wird man mit allerhand geschlossenen Beteiligungen, windigen Zertifikaten oder dubiosen Immo-Projekten usw. im Extremfall ruiniert.

Im Gegensatz dazu sind die Robos natürlich schon ein begrüßenswerter Fortschritt. Die angebotenen Musterportfolios aus diversifizierten, günstigen ETFs sind alle mehr oder weniger prinzipiell in Ordnung, die Gebührenstruktur relativ offen und verständlich (und selbst beim teuersten Robo wohl noch günstiger als alles, was man in der Filiale bekommt). Der Anlageprozess ist weitestgehend standardisiert und automatisiert, was individuelle Falschberatungen minimiert, und beschränkt sich im wesentlichen darauf, der Verlusttoleranz des Anlegers über das angepasste Verhältnis von Sicherheitsanteil (Anleihen) und Risikoanteil (Aktien) gerecht zu werden, was im allgemeinen auch eine vertretbare, oft empfohlene Methode ist. Die Wertentwicklungen sind, wie bei allen Online-Börsenanlagen üblich, transparent und täglich einsehbar, und sollte man doch mal aussteigen und verkaufen wollen, ist das auch jederzeit und ohne Laufzeitbindung möglich.

Um aber nochmal auf das Wort "Advisor" zurückzukommen, eine "Beratung" oder "Betreuung" im eigentlichen Sinne findet hier nicht statt, es gibt kein Händchenhalten und große Finanzbildung wird auch nicht vermittelt (im Gegenteil soll ja alles möglichst einfach und unkompliziert für den Kunden gehalten werden, der sich nicht viel damit beschäftigen will). Es wird nicht versucht, nur die bestrentierlichen Anlagen der Zukunft zu finden oder auf der anderen Seite den nächsten Börsencrash zu vermeiden, sondern man bleibt einfach nur langfristig in seinem unveränderten allgemeinen Marktportfolio investiert. Wenn es mal wieder kracht und die "langfristig prognostizierten" Beispielrenditen der Portfolios mittelfristig in den Keller rauschen, kann auch der Robo dafür keine Verantwortung übernehmen, sondern das verunsicherte Neuanlegervolk auch nur mit gutgemeinten Blogbeiträgen oder Newslettern versuchen zu beruhigen und zu erklären, dass der Kursrückgang schon wieder vorübergehen wird.

Abseits dieser "Kundenkommunikation" (die Robos würden sogar von sich behaupten, da wertvolle "psychologische Hilfestellung" zu leisten) gibt es aber auch hier keinen praktischen Unterschied zur Selbstanlage, es handelt sich ja auch nicht um einen richtigen aktiv eingreifenden Manager, der da versucht irgendwie vorausschauend zu handeln. Wer wirklich diesen voll steuernden Vermögensverwalter erwartet, der mit seinen überlegenden Fachkompetenzen die besten Investmentscheidungen für uns trifft, muss sich noch weiter im teuren Private Banking-Bereich umsehen, oder lieber gleich ganz von dem Gedanken verabschieden, dass es diese "Profis" überhaupt irgendwo wirklich gibt. Wer kein totaler Anfänger mehr ist, oder sich sein persönliches ETF-Portfolio schon selbst aufgebaut hat, wird also bei diesen Angeboten nicht unbedingt einen zwingenden Mehrwert oder neuen Zusatznutzen finden. Denn, wir erinnern uns, welche "Probleme" wollen die Robos für den Kunden überhaupt lösen ?


ETF-Auswahl: Ja, es gibt eine große Menge ETFs am Markt, und so mancher Neuling mag sich schwertun, daraus die passenden auszuwählen. Wer sich ewig mit der Entscheidung rumquält, ob man nun lieber den MSCI World ETF von iShares oder db-X (oder doch lieber Lyxor oder Comstage?) nimmt, mag ein solches "keine Sorge, wir kümmern uns um diesen ganzen Kleinkram"-Angebot der Robos vielleicht sehr attraktiv finden. Dabei ist das benötigte Wissen dafür nicht so kompliziert, dass man diese "Arbeit" noch gegen Gebühr an jemand abgeben muss, sondern wird kostenlos und leichtverständlich auf zahlreichen Finanzseiten im Internet bereits vermittelt (man muss sich halt nur mal die "Mühe" machen, diese auch lesen zu wollen).

Wer kein totaler Anfänger mehr ist, weiß schon was er will und worauf er achten muss, um sich bei den entsprechenden Datenbanken im Netz schnell und einfach seine eigenen passenden ETFs auszusuchen. Die Robos lösen das "Auswahlproblem" ja auch nur dadurch, indem einfach gar keine eigene Auswahl möglich ist, sondern immer nur dieselben paar wenigen ETFs vorselektiert verwendet werden können.

ETF-Gewichtung: Wer Probleme damit hat, sich zu entscheiden, ob er nun unbedingt 63 Prozent Aktien und 37 Prozent Anleihen (oder doch lieber 42 Prozent Aktien und 58 Prozent Anleihen?) in seinem Portfolio haben will, kann auch diese "anstrengende" Denkarbeit gegen Gebühr an den Robo abgeben. Da allerdings dort im Endeffekt auch nichts großartig komplizierteres gemacht wird als das übliche "Weniger Verlustrisiko gewünscht ? = Kleinerer Aktienanteil !", ist auch hier der praktische Mehrwert fragwürdig. Für Laien geben dabei so simple Faustregeln wie die "100 minus Lebensalter = Aktienquote" oder der "50 Prozent Crashtest" bereits eine mindestens genauso brauchbare erste Orientierung, und zwar kostenlos.

Das war Teil 2a der Artikelserie "Welche Vorteile bringen FinTechs für Anleger?" darüber, was sogenannte Robo-Advisors sind. Im folgenden Teil 2b schauen wir uns an, wie die Anlagestrategie und das Rebalancing vonstatten geht und für wen Robo-Adivisors überhaupt einen Mehrwert bieten?
Hier noch einmal sämtliche Artikel in der Übersicht:

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Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Passend zum Thema des Blogs fällt mir auch noch auf, dass diese Robos eigentlich ein schönes Beispiel für "passives Einkommen" sind... nur eben für die Anbieter selbst, und nicht unbedingt für den Kunden:

    Für eine einmal geleistete Arbeit (wie gesagt, hpts Musterportfolio-Erstellung, danach findet ja nicht mehr viel statt außer aller paar Jahre mal Rebalancing) fließt dann ein regelmäßiger Zahlungsstrom (laufende Verwaltungsgebühren vom Anlegergeld) über lange Zeit in die Kasse des Anbieters.

    Solche Geschäftsmodelle, mit entsprechender Skalierung, können natürlich u.U. viel lukrativer sein als nur der einfache Einmal-Verkauf.
    Als Privatanleger tue ich mich aber lieber eher so positionieren, dass vor allem ich selbst auf der Empfängerseite von Zahlungen stehe (zB. mit Dividenden etc.) anstatt nur auf der Zahlerseite ;-)

    Hachja, wäre einem nur selbst mal zuerst eingefallen sowas aufzuziehen :-D

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    1. Hier auf dem Blog sind vor allem Selbstanleger, das eine "extrem". Die andere Seite sind Leute, die sich überhaupt nicht selbst um ihr Geld kümmern wollen und es anderen überlassen möchten. Dazwischen gibt es jeweils viele Varianten des Interesses und der Zeit. Je weniger man sich selbst mit einem Thema beschäftigen möchte, aber eine Lösung braucht, desto teurer wird halt die Lösung.

      Die Selbstanleger brauchen keine Robo-Advisor, aber die anderen möchten eine für sie selbst passende Lösung. Und offenbar ist für Robo-Advisor ein Markt vorhanden. Wie du schon schriebst, kostet es zwar etwas, aber die Menschen machen dadurch keine grundsätzlichen Fehler. So etwas passiert eher, wenn man an einen Berater gelangt, der Fan von einer ganz bestimmten Anlageklasse ist.

      Unternehmer erkennen solche Nachfragen und bieten entsprechende Lösungen an, die an irgendeiner Stelle wieder etwas kosten und ihm je nach Geschäftsmodell durchaus passives Einkommen bringen :-) . Dazu gehören ja viele Abo-Modelle, wir wir im Alltag nutzen.

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    2. Ja, wie gesagt, egal ob ich das selbst nutzen würde oder nicht, aus unternehmerischer Sicht kann ich das Geschäftsmodell ja durchaus respektieren, bzw. gehört halt in die Kategorie "so simpel (Musterportfolio-Vermittlung halt) dass man sich schon fast ärgern könnte nicht als erster drauf gekommen zu sein". ^^

      Wie sich der Markt entwickelt wird spannend bleiben. Es gibt auch mittlerweile erste Ansätze von Anbietern, sich über stumpfes B&H hinaus weiterzuentwickeln, was ich mit Interesse verfolge.

      Jedenfalls werden in Zukunft wohl auf jeden Fall immer mehr zehntausende Bankberater und Finanzvertreter überflüssiger und arbeitslos. Herrje, was soll nur aus all diesen Leuten werden, die hatten doch nie was anständiges gelernt :-D
      Nee Spaß, aber das ist auch ein gutes Beispiel für technologische Rationalisierung/Skalierung. So ein Robo kann ja theoretisch Millionen Kunden bedienen, da die Prozesse so effizient und standardisiert automatisch ablaufen, während man früher dafür noch tausende Bankmitarbeiter für die Kundenaquise und Betreuung/Verwaltung brauchte, schafft man die gleiche Leistung im Endeffekt heute durch Computer mit nur einem dutzend Mitarbeiter (wovon die Hälfte Programmierer und die andere Hälfte irgendwelche Onlinemarketing-Leute sind).

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  2. Ich gebe Dir recht das viele FinTechs auch nicht mehr können als Einzelpersonen. Aber das gilt ja grundsätzlich sehr häufig für Technik. Ich denke, der Hauptmehrwert liegt einfach darin, dass ich mich dann (vermeintlich) nicht mehr um meine Finanzen kümmern muss, wenn ich mein Geld einmal bei einem Robo angelegt habe. Das ist für Menschen, die Angst vor Aktien haben, weil sie sonst nicht in Ruhe die Börsennachrichten bei der Tagesschau gucken können, ganz wichtig.
    Aber für alle die, die hier vorbeisurfen, ergo einigermaßen informiert und engagiert sind, wird der Mehrwert kleiner. Robo-Advisor richten sich mehr an Bankkunden als an "Selbstanleger".

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    1. So ähnlich fällt dann ja auch mein vorläufiges Fazit im zweiten Teil aus, ohne jetzt zuviel spoilern zu wollen ^^

      "Ich denke, der Hauptmehrwert liegt einfach darin, dass ich mich dann (vermeintlich) nicht mehr um meine Finanzen kümmern muss, wenn ich mein Geld einmal bei einem Robo angelegt habe. Das ist für Menschen, die Angst vor Aktien haben, weil sie sonst nicht in Ruhe die Börsennachrichten bei der Tagesschau gucken können, ganz wichtig."

      Zwischen "wichtig" und "richtig" liegt halt der Punkt. Rein praktisch gibt es konkret überhaupt keinen Unterschied zwischen einem beliebigen Robo-Depot (zB. 50% Welt-Aktien und 50% Anleihen etc) und einem identisch nachgebauten Selbstmach ETF-Depot. Beides geht gleich hoch und gleich runter (und je längerfristiger, umso mehr hat auch das Selbstmach-Depot die Nase vorn, wegen Gebührenersparnis). Leute die "Angst vor Aktien" haben, sind also auch beim Robo im Endeffekt keinen Deut "sicherer" aufgehoben, das ist höchstens nur eine gefühlte Einbildung - womit ich nicht bezweifeln will das manche Leute mit solchen psychologischen Zwangsjacken besser verhalten als ohne, aber im allgemeinen erzeugt das nur neue Abhängigkeiten, und sollte eher davon befreit anstatt weiter gefördert werden.

      Ich meine, früher haben die Banken dem unwissenden/unfähigen Kunden das "gib uns dein Geld, wir kümmern uns schon drum"-Angebot gemacht. Mit schlechten Produkten und hohen Kosten ist da der Ruf weitestgehend ruiniert.
      Jetzt wollen eben die Robos kommen und machen dem unwissenden/unfähigen Kunden eigentlich immer nur noch dasselbe "gib uns dein Geld, wir kümmern uns schon"-Angebot. Klar, im Vgl zu den Banken früher sind die Produkte/Portfolios schon vernünftiger und die Preise geringer, aber es bleibt dabei:
      Worum geht es denn bei den ganzen Finanzblogs generell überhaupt ? Den Leuten lieber mal eher das WISSEN und die FÄHIGKEITEN zu vermitteln, dass sie nicht mehr ihre Geldanlage gegen Gebühr an andere abgeben müssen, sondern sich selbst besser und günstiger drum kümmern können.

      Dass das nicht alle Leute in der Bevölkerung schaffen oder wollen, ist auch klar, und da haben die Robos ja schon ihre "Daseinsberechtigung", um den Ahnungslosen (die eben auch nicht so oft hier Finanzblogs lesen ;-) ihr Musterportfolio zusammenzuzimmern und sich davon noch die Bequemlichkeitsgebühr/Faulheitsstrafe^^ abzuknabbern.

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