Dienstag, 16. Februar 2016

Depot der Dividenden-Aristokraten - Status Februar 2016

In den Jahren 2013 bis 2015 haben die Leser von finanziell umdenken und Passiver Geldfluss via Abstimmungen ein Depot von Dividenden-Aristokraten zusammengestellt. Sogenannte Dividenden-Aristokraten sind Aktien von meist großen Konzernen mit einem bewährten Geschäftsmodell, die in der Lage sind - trotz konjunktureller Schwankungen - jährlich die Dividendenzahlung an ihre Aktionäre zu steigern. Daher sind derartige Wertpapiere bei Anlegern auch besonders beliebt.
Derzeit befinden sich 35 Aktien im Dividenden-Aristokraten Depot und nach dem vorläufig letzten Kauf Anfang Dezember 2015 möchte ich über den aktuellen Status berichten.

Die General-Richtung am Aktienmarkt verlief seit dem Jahresstart 2016 abwärts und davon konnte sich auch unser Dividenden-Aristokraten Depot nicht abkoppeln. Derzeit beträgt das Kursplus beim Depot der Dividenden-Aristokraten rund 11 Prozent und die Dividendenrendite des gesamten Muster-Depots liegt aktuell bei 3,7 Prozent p.a. Die Ertragsrendite basierend auf dem Einkaufspreis (Yield on Cost, YOC) betrug im Jahr 2015 4,0 Prozent.

Das mittlere KGV liegt derzeit bei 20,1 und das durchschnittliche jährliche Dividendenwachstum beträgt zurzeit 7,3 Prozent. Für das Jahr 2016 wird eine Dividendenrendite von 4,3 Prozent erwartet. In diesen Prognosen stecken natürlich diverse Annahmen über die Höhe der kommenden Dividendensteigerungen.
Das relativ hohe mittlere KGV kommt im Wesentlichen aufgrund zweier Werte im Depot. Zum einen Realty Income, ein REIT, der traditionell durch ein hohes KGV auffällt, zum anderen durch BHP Billiton. Zu diesem Rohstoffwert kommen wir später im Artikel noch einmal zurück.

Die wichtigsten Vorteile und Eigenschaften von Dividenden-Aristokraten habe ich im folgenden Video vom Youtube Kanal von Passiver Geldfluss zusammengetragen.

Die Performance des Dividenden-Aristokraten Depot können Sie fortlaufend verfolgen und sich Anregungen für eigene Investments holen. Die einzelnen Käufe, Verkäufe und Ausschüttungen (umgerechnet in Euro) sind auf der Seite Depot-Ereignisse zu finden.
Bislang befinden sich im Muster-Depot die 35 Aktien der Konzerne:



Bei Investments in Dividenden-Aristokraten steigt der Ertrag
für Anleger jährlich an. Quelle: pixabay.com

Das Dividenden-Aristokraten Depot ist nun vollständig und enthält Wertpapiere für ein solides passives Einkommen. Ein derartiges Depot ist ein Standbein für den Ruhestand, um die große Rentenlücke zu verkleinern oder kann sogar frühzeitig für die finanzielle Freiheit sorgen.

Ordentliches Dividendenwachstum und kein Trading

Dividenden-Aristokraten haben im Standardfall die Eigenschaft, dass die jährliche Erhöhung der Dividendenzahlung mit meist 5 bis 10 Prozent merklich größer ausfällt als die jährliche Steigerung von Gehältern und Rentenzahlungen.

Die Konzerne im Muster-Depot sind Investments für viele Jahre und sogar Jahrzehnte. Das heißt, sie werden nicht aufgrund der täglichen Marktlage oder sonstiger wirtschaftlicher Schwankungen gekauft und wieder verkauft, um beispielsweise Kursgewinne zu erzielen. Wir betreiben hier also kein Trading.

Die Regeln

Sollte ein Titel im Depot nicht mehr die weiter unten stehenden Kriterien erfüllen, wird er unverzüglich verkauft. Besonders eine Dividendenkürzung ist ein sofortiger Verkaufsgrund. Mit der frei werdenden Liquidität erwerben wir in dem Fall einen neuen Dividenden-Aristokraten.

Konkret müssen die Einzel-Aktien folgenden Kriterien entsprechen:
  • Dividendenrendite ist größer als 2,5% p.a.
  • Dividendenerträge wurden in den letzten 5 Jahren nicht gekürzt
  • Nur in maximal 2 von 5 Jahren darf die Dividendenzahlung konstant bleiben
  • Dividende wird ausschließlich aus dem erzielten Gewinn und nicht aus Rücklagen oder Krediten bezahlt 
Diese Regeln sollen dafür sorgen, dass die im Depot enthaltenen Aktien auch wirklich überwiegend ihre Dividende erhöhen und nicht konstant halten. Denn schließlich möchten wir Anleger von einem kontinuierlichen Anstieg der Dividende profitieren, jährlich mehr Ertrag sehen und keine Stagnation.

Oft ist zu lesen, dass ein Depot aus Dividenden-Aristokraten eine völlig unkomplizierte Angelegenheit ist. Über einen längeren Zeitraum kann es jedoch auch zu Hindernissen kommen. Darüber berichtet der ausführliche Artikel: Überlebens-Rate und Turnover von Dividenden-Aristokraten und rückt ein reines Aristokraten-Depot in ein realistisches Licht.

Einige Highlights aus dem aktuellen Depot

Dass bei BHP Billiton eine Dividendenkürzung, damit der Verlust des Aristokraten-Status und der Ausschluss aus dem Aristokraten-Depot droht, hatten wir in den letzten Artikeln zum Depot bereits herausgestellt. Mittlerweile sind die Gewinnschätzungen so niedrig, dass selbst der aktuelle Kurs dieser Aktie um 10 Euro teuer erscheint. So finde ich derzeit für das Jahr 2016 KGV-Werte von über 40 bis über 80. Sollten sich dieser Bereich des KGV bestätigen, ist selbst der aktuelle Kurswert zu hoch und eine Dividendenkürzung schon fast zwangsläufig.

Der global tätige Pharma-Konzern Novartis aus der Schweiz hat auffallend viel an Kurswert in den vergangenen 12 Monaten verloren. Fast 30 Prozent beträgt das Kursminus in diesem Zeitraum. Als ein möglicher Grund dafür wird der relativ starke US-Dollar genannt.

Das Niveau des Euro zum US-Dollar befindet sich derzeit etwa auf Vorjahresniveau. Das kann also nicht alleine der Grund dafür sein, dass auffallend viele US-Unternehmen eine gute Jahresperformance hingelegt haben. Spitzenreiter im Dividenden-Aristokraten Depot ist auf Jahressicht McDonalds. Ja, ausgerechnet der Konzern, der vor allem durch kleinere Mitbewerber um Burger zu knabbern hat. Trotz eines eingetretenen und auch für 2016 erwarteten Umsatzrückgangs konnte der Gewinn hingegen sogar gesteigert werden.

Altria ist seit 2014 in einer Rally. Selbst in der schwachen Börsenphase Anfang 2016 zeigte dieser Wert relative Stärke, denn der Kurs von Altria verlief nicht abwärts, sondern seitwärts.

Erster Vergleich Aristokraten Depot versus Global Dividend Aristocrats ETF

An einigen Stellen wurde nach einem Vergleich zwischen dem von uns allen zusammengestellten Dividenden Aristokraten Depot und dem SPDR S&P Global Dividend Aristocrats ETF gefragt. Ich habe darauf geantwortet, dass wir das Depot erst einigermaßen fertigstellen sollten, bevor wir einen Vergleich anstellen. Einen solchen habe ich natürlich intern bereits dennoch laufen gelassen und beobachtet.
Der letzte Kauf war erst im Dezember 2015, aber ich denke einen ersten Eindruck können wir bei der Gegenüberstellung vielleicht schon bekommen.

Kursentwicklung des Dividenden-Aristokraten Depots gegenüber
dem Global Dividend Aristocrats ETF von SPDR seit Sommer 2014
Es ist bei beiden Depots jeweils die Kursentwicklung zu sehen ohne die ausgeschütteten Dividenden. Die Dividendenrendite war 2015 mit 3,5 Prozent beim ETF und 3,6 Prozent beim manuell zusammengestellten Depot ziemlich identisch.
Die erste Hälfte bis zwei Drittel sind eher weniger interessant, weil dafür das Muster-Depot noch zu klein war. Spannender finde ich die Outperformance unseres manuellen Aristokraten-Depots gegenüber dem SPDR-ETF in den zurückliegenden Monaten. Vielleicht ist es Zufall, möglicherweise stecken noch andere Gründe dahinter. Meine Vermutungen können Sie in der nächsten Newsletterausgabe erfahren, der am kommenden Sonntag (21.02.) erscheinen wird. Melden Sie sich dazu rechts oben rechtzeitig an.

Alternative zum reinen Aristokraten-Depot

Falls Sie hier einige Ihrer persönlichen Favoriten vermissen sollten, erhalten Sie auf der Seite "Profitable Unternehmen" eine Auswahl von Aktien, die mittels weiterer Kennzahlen auf ihre Qualität überprüft werden. Dort werden auch Unternehmen berücksichtigt, die keine oder lediglich eine niedrige Dividende zahlen. Dazu gehören Wachstumsunternehmen, zu denen etliche Titel aus dem Technologiesektor zählen. Das Fehlen von jungen dynamischen Geschäftsmodellen ist einer der Kritikpunkte bei Dividenden-Aristokraten.

Die Kennzahlen der Profitable Unternehmen gehen -  abgesehen von der Dividendenrendite - noch über die Auswahlkriterien der Aristokraten hinaus und werden in einer Rangliste bewertet. Dementsprechend sollte ein Depot aus derartigen Titeln sogar noch die Gesamt-Performance der Aristokraten übertreffen, was aktuell tatsächlich der Fall ist.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Hallo,

    mein Kompliment für diesen Blog. Es ist einer der wenigen deutschsprachigen Finanzblogs, der schon mehrere Jahre betrieben wird.

    Schöne Grüße und weiterhin viel Erfolg

    Tanja (finanzmixerin)

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  2. Der Blog hier ist super! Großes Lob! Meine Finanzstimmung ist aber im Keller: Der Staat ist pleite. Das Geld im Umlauf ist nicht gedeckt. Zitat Napoleon: „Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie.“

    Bei Anlageentscheidungen sollte auch die staatliche Willkür mit einkalkuliert werden. Arbeitnehmer werden immer weniger vom Lohn in Zukunft haben. Nach den Wahlen wird die Regierung an diversen Schrauben zum Ausschröpfen des Bürgers drehen.

    Ich kann diesem Staat nicht mehr vertrauen. Ist ein Depot in der Schweiz oder wo anders aus solchen Gefahren heraus evtl. trotz höherer Kosten eine Überlegung wert?

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  3. Moin, fliegt die BHP Billiton jetzt aus dem Dividenden Aristokraten Depot und gibt es dann eine Abstimmung welcher Wert evtl. dafür kommt?

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    1. Ja, mit dem heutigen Tag wird BHP verkauft und im März gibt es eine Abstimmung über einen neuen Aristokraten.
      Hier die Meldung:
      http://mydividends.de/content/bhp-billiton-k%C3%BCrzt-die-dividende-das-erste-mal-nach-28-jahren

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  4. Bei Investments sollte stets auch der Zustand der Weltwirtschaft und damit verbundene Gefahren für die Aktienmärkte beachtet werden: Im eigentlich vorbildlichen Norwegen ist das Wachstum faktisch zum Erliegen gekommen, die Zahl der arbeitslosen Norweger ist so hoch wie lange nicht mehr. Die Regierung muss sogar den bekannten Pensionsfonds des Landes anzapfen. Ein Alarmsignal auch für langfristige Investoren!

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