Montag, 6. April 2015

Vergleich Deka Daxplus Maximum Dividend ETF mit HDAX

An einigen Stellen auf dem Blog wurde in der Vergangenheit bemängelt, dass der Deka Daxplus Maximum Dividende ETF nicht gut performen würde. Zwar waren die Ausschüttungen jeweils sehr hoch (in den letzten Jahren zwischen 7 und 8 Prozent), aber die Kursentwicklung ließ im Vergleich zu den deutschen Standard-Indizes zu wünschen übrig. Dieser ETF ist Bestandteil des High Yield/Dividend Depots. Jetzt, nachdem der ETF einige Jahre existiert, habe ich mir die vermeintlich schwache Entwicklung einmal näher angeschaut.

Das Anlageuniversum des Deka DAXplus Maximum Dividend beinhaltet 20 Aktien mit hohen Dividenden aus dem H-DAX (DAX, MDAX und TecDAX). Der ETF investiert in die 20 deutschen Aktien, die innerhalb der nächsten betrachteten Zeitperiode voraussichtlich die höchste Dividendenrendite aufweisen. Hierbei wird auf Dividendenankündigungen und Dividendenschätzungen zurückgegriffen. Das ist ein anderes Vorgehen als sonst bei Dividenden-ETFs, die jeweils rückblickend die Unternehmen mit der höchsten Dividende berücksichtigen.
Da in Deutschland jeweils nur einmal pro Jahr eine Dividende ausgezahlt wird, erfolgt jeweils im Mai und November eines Jahres ein Austausch der Unternehmen im ETF. Damit könnte man zumindest theoretisch in den Genuss von 40 Aktien mit Dividendenzahlungen kommen. Die aktuelle Portfolio-Zusammensetzung ist hier zu sehen.
Das Fondsvolumen lag zuletzt bei knapp unter 200 Millionen Euro.

Die Ausschüttungsrendite des DAXplus Maximum Dividend lag in den letzten Jahren jeweils zwischen 7,0 und 8,0 Prozent pro Jahr. Wobei ich mich schon manchmal frage, wie der ETF auf derart hohe Dividenden kommt, wenn nur zwei Titel im Portfolio diese hohen Werte erreichen oder übertreffen.
Als Mittel der Dividendenrendite über die letzten sechs Jahre würde ich 2,5 Prozent ansetzen (ist eine Abschätzung). Der MDAX zahlt prozentual oft noch etwas höhere Dividenden als der DAX, dafür weist der Technologie-Index TecDAX traditionell ein niedrigere Dividendenrendite auf.

Vergleich HDAX mit dem ETF DAXplus Maximum Dividend
Quelle: 
comdirect.de
In der Abbildung sind jeweils der Kurs-Chart (also ohne Dividenden) des HDAX und des Deka DAXplus Maximum Dividend im Vergleich zu sehen.

Als Erwartungswert hatte ich mir vorgestellt, dass der Kurs-Index des ETF im Vergleich zum HDAX pro Jahr 5 Prozent schwächer abschneidet (ca. 7,5% ETF - ca.2,5% HDAX).

Im Jahre 2009 und 2010 lief der Kurs ziemlich im Gleichschritt, wobei der ETF trotz der hohen Ausschüttungen zwischenzeitlich sogar vorne lag.

Ab Ende 2010 passierte das, was ich mir in etwa auch vorgestellt habe. Der HDAX-Kursindex performte ein paar Prozentpunkte besser.
Allerdings drifteten die beiden Charts in der Folge ab der zweiten Jahreshälfte 2012 sehr deutlich auseinander und der Unterschied beträgt bis heute über 60 Prozent.

Nun sind jedes Jahr 5 Prozent in 6 Jahren nicht 30 Prozent, sondern 34 Prozent. Allerdings hatte sich wie eben gesehen der HDAX in 6 Jahren um über 60 Prozent abgesetzt. Woher kommt diese große Differenz?

Beim Blick auf die im HDAX enthaltenen Indizes DAX, MDAX und TecDAX fällt auf, dass sich der TecDAX (wahrscheinlich mit Rückwind des großen Bruders Nasdaq aus den USA) in den vergangenen zwei Jahren um rund 20 Prozent besser als DAX und MDAX entwickelt hat.

Aus dem TecDAX waren sogar mindestens zwei Unternehmen im ETF vertreten, die besonders hohe Dividenden zahlten, nämlich Freenet und Telefonica Deutschland. Letztere bewegte sich seit Beginn des Jahres 2013 jedoch eher seitwärts, wird im ETF aktuell aber mit über 10 Prozent gewichtet. Unter den 20 Titeln befinden sich auch eine Metro, RWE und E.ON, alles Titel, die in den letzten Jahren nicht unbedingt Outperformer waren.
Es wird halt bei der Auswahl der Aktien einzig auf die Höhe der Dividendenzahlung geschaut. Ich möchte dies an dieser Stelle nicht weiter werten, aber dieser Umstand muss einem Anleger des ETFs bewusst sein.

Fazit
Wer seinen Fokus auf einen hohen Ertrag mit Deutschen Aktien legen möchte, der findet mit dem Deka Daxplus Maximum Dividende ETF einen passenden ETF, auch wenn ich diese sehr hohen Werte nicht ganz nachvollziehen kann. In den ersten 1,5 Jahren performte dieser ETF insgesamt auch recht gut, aber spätestens seit der zweiten Hälfte des Jahres 2012 ist ihm der zugrunde liegende Gesamt-Index HDAX rund 20 bis 25 Prozent davongelaufen (Dividenden auf beiden Seiten herausgerechnet).
Die Frage bleibt, was in einem ausgeprägteren Abwärtstrend zu erwarten ist? Federn die Dividendentitel den Kursrückgang im Vergleich zum HDAX ab? Den kurzen, aber knackigen Einbruch 2011 haben ETF und HDAX ziemlich im Gleichschritt vollzogen.
Eine kleinere Position des ETF habe ich selbst im Depot und diese behalte ich, aber weiter aufstocken werde ich diesen ETF vorerst nicht.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Guten Morgen zusammen,

    Sehr interessant der Vergleich.
    Ich selbst habe auch ein paar Anteile dieses ETFs.
    Und genau wie du frage ich mich, wie er auf derart hohe Ausschüttungen kommt.

    Dass der ETF ausschließlich nach der Dividenden Rendite schaut, bei der Auswahl der Unternehmen, kommt uns in erster Linie ja zugute.
    Aber wie du schon sagst: in einem BärenMarkt mit fallenden Kursen, wird es interssant wie sich sein Kurs so schlägt aber vor allem, ob er weiterhin eine derartige Rendite abwerfen kann.

    Ich selbst bin leider erst bei 90 Euro eingestiegen. Auch wenn es immer noch zehn Euro weniger als aktuell sind.

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  2. Hab mal aus Spaß den Performance-Chart des Dekadax (also quasi Total Return mit einbehaltenen und wiederangelegten Ausschüttungen) mit verglichen, um zu schauen ob die 6-8% die ja jährlich aus dem Kurs genommen werden sich besonders auswirken.

    Die Underperformance ist dann zwar nicht mehr so eklatant, aber doch immer noch erkennbar.

    Bei der Frage, ob es sich dabei nun um einen besonderen "Konstruktionsfehler" des DekaDax handelt, kann vielleicht auch ein Vergleich mit dem DivDax helfen. Der hat sich tatsächlich etwas besser gehalten, hinkt aber dem Dax immer noch etwas hinterher (also im Vgl, Kurs-Divdax mit Kurs-Dax). Beim Vergleich von Performance (also Dividenden mitgezählt) hat der Divdax im 5j Chart mittlerweile sogar leicht die Nase vorm Dax.

    Was man nun von alldem halten soll ?
    Für Kapitalwachstum gibt es sicher bessere Produkte, keine Frage. Bärenmärkte nach unten macht man voll mit, Aufwärtsbewegungen jedoch nur viel langsamer. Ob die letzten fünf Jahre nun ein zufällig schlecht gewählter, unpassender Beobachtungszeitraum waren, oder ob sich diese Entwicklung weiter fortsetzt, wird man wohl erst in 10-20 Jahren wirklich beurteilen können. Wer bis dahin dranbleibt und vor allem schön brav die doch recht stattliche Ausschüttung auch reinvestiert, kann vielleicht mit dem Produkt noch glücklich werden. Wem das jetzt schon nicht passt, der sollte halt lieber vorher schon die Reißleine ziehen.

    Apropos Ausschüttung, ja die Höhe von 6-8% kommt mir auch etwas komisch vor. Bei einer groben Sichtung der enthaltenen Unternehmen (sind ja alles bekannte deutsche Firmen) erscheint mir doch als haben die wenigsten Firmen so eine hohe Dividende wie der ETF insgesamt (die meisten eher so < 5 %) wie kommt es also ? Entweder übersehe ich da was grundlegendes, ansonsten könnte einem ja fast der Verdacht kommen hier ist eher return OF capital statt return ON capital im Spiel.

    Wie du schon erwähnt hast könnten bestimmte Screening-kriterien ("fundamental-qualitäten", z.b. payout-ratio) vielleicht verbessert werden statt nur der maximal höchsten Yield nachzujagen, um die Selektion der Titel evtl etwas solider zu gestalten.

    Im Grunde ist es mir egal, da ich eh einige ETFs nach dem ähnlichen Muster (also hohe Ausschüttungen, kommen aber kursmäßig nicht groß vom Fleck) im Gepäck habe, da es mir eben primär um das Einkommen geht. Den Dekadax würde ich aber trotzdem, aus einem anderen Grund, nicht zu stark übergewichten, da mir die regionale Spezialisierung nur auf Deutschland dann doch wieder ein bischen zu undiversifiziert ist.

    LG Christoph

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    1. Meine Vermutung ist, es wird etwas mehr als nur die reinen Dividenden ausgezahlt. Wie das konstruktionstechnisch und rechtlich (Besteuerung) bei einem Fonds oder ETF möglich ist, weiß ich gerade auch nicht. Vielleicht kann jemand genaueres darüber berichten oder hatte diesbezüglich einmal bei Deka (oder früher ETFlab) nachgefragt?

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    2. Der Grund der hohen Dividenden ist doch, dass im Mai und November die Aktien getauscht werden : wenn ich 2 Aktien jeweils ein halbes Jahr halte und dabei den Dividenden-Zahltermin einschließe, dann habe ich, wenn jede Aktie 3,5 % Div.-Rendite hat, aufs Jahr gesehen eine Rendite von 7%, weil ich ja 2mal die 3,5% kassiere. Das Problem beim Wechsel im Mai ist nur, dass am Dividenden-Zahltag der Kurs um den Dividendenbetrag sinkt und sich bis zum Verkaufstag möglicherweise nicht erholt hat. Das könnte den geringeren Kursanstieg des ETF erklären, abgesehen von den Transaktionskosten, die sich auch im Kurs niederschlagen werden.

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  3. Das Volumen beträgt nach meinen Informationen 280 Mio. nicht knapp 200 Millionen:

    https://www.deka-etf.de/documents/factsheet_23_latest_de.pdf

    Gruß
    Ulrich

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  4. Im Bundeanzeiger unter https://www.bundesanzeiger.de gibt es eine genaue Aufstellung zu der Zusammensetzung der Ausschüttungen (rechts unten auf Fondsdata klicken und als Suchbegriff Deka Daxplus eingeben).

    Es werden auch Wertpapiere gegen Gebühr verliehen.

    Im letzten Bericht gab es ein Minus bei der Geschäftstätigkeit. Daraus bin ich noch nicht so schlau geworden.

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  5. Wie es ausschaut , ist der Fond ( Wie natürlich die meisten ) nicht so transparent wie es für einen Anleger gewünscht wäre . Also werde ich vermutlich , mich nach wie vor an Einzeltitel ( Aktien ) halten und evt. nicht die großen Gewinne einfahren , jedoch auch die Übersicht ( Da ja etwas transparenter bei den einzelnen Werten ) besser ermöglicht bekommen . Dennoch Danke für den Vergleich . PS Die Gebühr ( TER ) kann ja auch gespart werden , wenn mann den Fond genauso mit Einzeltitel nachbildet . Jedoch muss mann dann natürlich auch gleichzeitig mit dem Fond umschichten , ob einen das dann immer so gut gelingt , weiß mann auch immer erst hinterher , da ja da auch teilweise extreme Marktschwankungen auftreten können . Von den Kosten dafür einmal ganz abgesehen . Denn auch hier gilt ja , hin und her macht Kassen leer ( oder evt. auch voll , wenn es richtig gemacht wird , und evt . wird es hier ja richtig gemacht ? ) Und noch etwas zum Thema Wertpapierverleih . In den USA gibt es hierfür extra einen Markt . ( Natürlich nur für Stimmrechtsaktien / Zum ausüben genau dieses Stimmrechtes ) Evt. auch mal eine spannende Betrachtungsweise zum Thema Ertragserhöhung . Det

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  6. Hat den jemand Informationen ob dieses Jahr bei dem DekaDax ETF die Oktoberausschüttung noch oder ob sie dieses Jahr ausfällt. Zahltag war bisher immer der 10.10 .

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  7. Laut https://www.deka-etf.de/ gab es keine Ausschüttung im Oktober. Weiß jemand mehr?!

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  8. Da gibt es wohl nichts...
    Eine einzige Enttäuschung dieses Jahr. Schon im Juli wurde über 1€ weniger als im vergangenen Jahr ausgeschüttet. Wo sind denn da die angeblichen Rekorddividenden geblieben?

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  9. Beim DBX1DG _Stoxx® Global Select Dividend 100 UCITS sieht es noch gruseliger aus. Es wurden bisher "nur" 0,57€ ausgeschüttet statt der sonst üblichen ungefähr doppelten Summe. Ausschüttungszeitpunkt war auch April statt wie bisher üblich Juli. Aber es bleiben ja noch zwei Monate.

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    1. Falls es von Interesse ist:
      Eine weitere Ausschüttung wird es dieses Jahr nicht geben, bedingt durch die Umstellung des Dividendenzeitraums (von 2.+1. Halbjahr auf 1.+2. Halbjahr also Kalenderjahr). Eine Ausschüttung für 2015 erfolgt im April 2016 (die 0,57 € von diesem April stammen aus dem 2.Halbjahr 2014). Die späte Ausschüttung erst im April mag damit zusammenhängen, dass sich die Deutsche Bank noch einen Extraschluck aus der Gebührenpulle gönnen will (0% Kredit).

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  10. Bei mir ist im Oktober ebenfalls nichts angekommen. Wobei der Oktoberertrag ähnlich wie im April ja letztendlich nur gering war. Im Grunde ist dieser ETF ein Jahresausschütter mit der großen Zahlung um den 10.Juli.

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  11. Habe heute mal bei der Deka angerufen. Zum 10.10 fiel die Ausschüttung aus,weil nicht genügend ausschüttungsfähige Beträge vorhanden waren. Evtl. werden diese Beträge dann zum 10.04.2016 ausgeschüttet. Ist zwar Schade,bin aber trotzdem mit der Ausschüttungsrendite zufrieden (bei mir sinds hier 6 % für 2015)
    Gruss
    Franky

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  12. In den letzten Jahren (2011 bis 2014) gab es jeweils eine Ausschüttungsrendite zwischen 7 und 8%. Da jetzt nichts mehr dazu kommt werden wir etwa bei 5,5% landen. Ist natürlich immer noch üppig, aber eben rund ein Fünftel weniger als in den letzten Jahren.

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