Samstag, 6. Dezember 2014

Warum ist Trading so populär?

Der Großteil von Anzeigen in der Finanzbranche besteht aus Werbung für das Trading. Hier eine CFD-Plattform, dort die Instrumente zum Forex-Trading. Die Anzahl der Anbieter ist für mich mittlerweile schon ziemlich unübersichtlich geworden. Diejenigen mit der meisten Werbung bleiben in diesem Geschäft auch am meisten im Gedächtnis haften. Offenbar sind aber auch genug Geldressourcen verfügbar, um auf sich aufmerksam zu machen. Oder anders ausgedrückt, es ist ein lukrativer Markt für Anbieter von Tradingplattformen vorhanden. Aber warum ist das Trading eigentlich so populär für Anbieter und Nutzer?

Die meisten Anbieter für den Handel mit CFDs, Devisenpaaren oder binären Optionen stammen aus dem angelsächsischen Raum. Wobei immer mehr Bemühungen festzustellen sind, auch im deutschsprachigem Raum ihre Angebote in der Landessprache zu präsentieren, wie zum Beispiel die Deutsche Garantie.
Zumindest temporär sehr populär waren in der jüngsten Zeit das sogenannte Social Trading, bei dem man sich (vorübergehend) erfolgreichen Tradern anschließen kann und der automatisierte Handel, bei dem man lediglich einige Grundeinstellungen vornehmen muss. Alles weitere erfolgt dann quasi von selbst.

Chart von investing.com
Aber auch viele Banken bemühen sich um Kundenfang, wenn es um das häufige Agieren am Kapitalmarkt geht. Natürlich, denn die Gebühren beim Handel sind ein schönes Geschäftsmodell für diejenigen, die Plattformen, Instrumente und Wertpapiere zur Verfügung stellen. Das langfristige Halten von Aktien oder ETFs ist dagegen längst nicht so lukrativ.

Man sollte jedoch die Interessen von Banken und Brokern nicht per se verteufeln. Schließlich springen für langfristige Anleger ja ebenfalls etliche Vorteile heraus. Man denke nur daran, wie bequem es heute im Vergleich zur Zeit vor 10 bis 15 Jahren ist, den gesamten Aktienmarkt kostengünstig mit ETFs abzubilden.

Wie hoch ist die Erfolgsquote beim Trading?
Oft hört man eine recht hohe Zahl von 90 bis 95 Prozent an Nutzern, die letztendlich mit dem Trading kein Geld verdienen. Daraufhin bin ich im Netz auf die Suche nach vertrauenswürdigen Quellen gegangen. Die hohe Zahl von 90 Prozent und mehr ist mir dabei häufiger begegnet. Es gab aber auch für Trader vorteilhaftere Statistiken, die von einer Erfolgsquote (die also unterm Strich mehr Geld eingenommen haben als ausgegeben) von bis zu 30 Prozent ausgingen.

Bei genauerem Hinsehen entpuppten sich die "bis zu 30 Prozent" erfolgreichen Trader als professionelle Marktteilnehmer. Bei privaten Tradern liegt die Zahl derjenigen, die Geld verloren haben tatsächlich eher bei 95 Prozent. Denn darunter sind auch etliche Privattrader, die bei irgendeinem Anbieter ihr Konto gegen die Wand gefahren haben und dann unverzüglich aufgehört haben. Die wenigen, die es tatsächlich erfolgreich geschafft haben am Markt profitabel zu agieren, gehen in dieser großen Masse beinahe unter.

Warum ist Trading so reizvoll?
Eine große Motivation beim Trading ist es möglichst schnell viel Geld zu verdienen. In Einzelfällen gelingt dieses Unterfangen sogar, wobei anschließend jedoch ein Großteil der Gewinne (oder sogar noch mehr) an den Markt zurückerstattet wird. Die meisten von uns kennen das selbst, man möchte am liebsten immer alles sofort haben. Geduld ist nicht die Stärke der Bevölkerungsmehrheit. Im Gegensatz zum langfristigen Investieren, ist beim kurzfristigen Trading auch mehr Unterhaltung geboten. Dort passiert jedenfalls täglich etwas. Beim vergleichsweise todlangweiligen Investieren, kommt am Ende des Jahres eine Ausschüttungsrendite von etwa 4 Prozent (netto) heraus. Bei Betrachtung der Gesamtrendite kann man am Aktienmarkt jährlich etwa mit 8 bis 10 Prozent Rendite (brutto) rechnen. Alles keine Zahlen, die die Masse der Menschen erstaunlicherweise vom Hocker reißt. Beim Trading möchte man doch mindestens 4 bis 10 Prozent Rendite pro Tag, nicht pro Jahr, erzielen.

Neben dem Wunsch schnell reich zu werden, suggeriert das Trading einem auch ein gewisses Gefühl etwas aktiv gestalten zu können. In der Theorie muss man ja "nur" richtig agieren und schon sprudelt das Geld. Das richtige Vorgehen ist auch in der Praxis möglich, aber mit erheblich mehr Aufwand und Disziplin als vielen Leuten lieb ist. Erfolgreiches Trading sieht derart aus, dass Verluste eng begrenzt werden und mehr kleinere Gewinne herausspringen als man bei den Verlusten an Geld verliert. Nur hat dies mit viel Action und schnelle große Gewinne wenig zu tun. Eher, dass man viele kleinere Geldbeträge erhält, die im Monat dazu reichen könnten, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Allerdings reich wird man dadurch als Privattrader kaum. Ein in meinen Augen realistisches Szenario eines erfolgreichen Traders im Alltag wird in: "Das Tradingtagebuch: So funktioniert echtes Trading in der Praxis" gezeigt. Dort liest man nicht nur Details, die beim Trading beachtet werden müssen, sondern erfährt, dass der kurzfristige Handel weniger mit Hektik und Herzklopfen als mit systematischem Vorgehen und einer erprobten Handelsstrategie zu tun hat.
So richtig aufregend hört sich das jetzt für viele bestimmt auch wieder nicht an...
  • Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
  • Die Zeiten einer knappen Kasse soll bei Ihnen der Vergangenheit angehören?
  • Ihr Geld soll endlich einmal hart für Sie arbeiten? 
  • Sie möchten langfristig Vermögen aufbauen?
  • Sie möchten mehr zu passivem Einkommen erfahren?
  • Sie möchten sich über den aktuellen Status der Aktienmärkte informieren?
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Kommentare:

  1. Was auch noch Trading für viele Anhänger so attraktiv macht ist die Tatsache dass man schon mit kleinen Beträgen anfangen kann bzw die große Hebelwirkung. Das zieht nun eben mal ein gewisses Publikum an, die meist jedoch schnell vom Markt durchgekaut und wieder ausgespuckt werden. Gier frisst Hirn.

    Wobei das jetzt aber keine wirklich "neue" Sache seit CFDs und privatem Forexhandel ist, man konnte auch schon früher mit "klassischen" Börseninstrumenten, Optionen, Zertifikaten, etc. abenteuerlich rumzocken. Hat ja auch alles seine Berechtigung, solang man a) nur Geld einsetzt was man nicht braucht (Spielgeld eben) und b) nicht mehr einsetzt als man bereit ist zu verlieren.

    Auch ich trade aktiv etwas nebenbei, aber eher mittelfristig und aufgrund von allgemeinen Entwicklungen. Wenn ich z.B. sehe dass die Notenbanken systematisch und gezielt Währungen abwerten, nehme ich das eben mit Dank auf und shorte Euro und Yen. Oder genauso Öl, wie's gerade geopolitisch gesteuert wird. Das tägliche (stündliche, minütliche) Laborieren an irgendwelchen tausend Kursverläufen und die ganze Kaffeesatzleserei interessiert mich dazu erstmal weniger.

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  2. Was es für die Kunden attraktiv macht, hast du ja schon schön dargelegt. Vor allem das schnelle Geld reizt hier.

    Aber für die Banken ist es natürlich auch sehr reizvoll. Ein entspannter Anleger in Indexfonds, der einmal im Monat seine 3 Fonds kauft bringt den Banken kein Geld. Weder über Fondsgebühren noch über Handelskommission. Ein aktiver Trader, der 10-20 Trades am Tag macht, da klingelt die Gebührenkasse ganz anders. Abgesehen davon, dass in vielen Fällen (vor allem bei CFDs) oft die Bank selbst der Marketmaker ist. Man wettet also als Anleger mit seinem Trade gegen die Bank, bei der man das Depot hat. Durch die unglaublichen Hebel, die viele einsetzen (man will ja schnell reich werden), verdient die Bank dann auch noch an allen, die ausgeknockt werden.

    Das macht dann auch deutlich, warum die verschiedenen Trading Plattformen so aktiv beworben werden. Wie so oft bewahrheitet sich auch hier wieder der Leitsatz: wo viel Werbung drauf steht, steckt wahrscheinlich nicht viel für den Kunden drin. Oder wie schon Fred Schwed gefragt hat: „Where are the Customers' Yachts?“

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