Mittwoch, 27. August 2014

Was ist das größere Opfer?

Neulich bin ich beim Lesen von Finanz-Seiten auf einen interessanten Artikel auf dem Blog von Dividend Mantra gestoßen. Der Autor ist Anfang 30, arbeitet in einem "normalen" Job und verdient ein durchschnittliches Gehalt. Sein Ziel ist es mit etwa 40 Jahren finanziell unabhängig zu sein und dies versucht er vor allem mit dem Aufbau regelmäßiger Dividendenzahlung von verschiedenen Aktien. Dort sind gelegentlich auch interessante Analysen zu Bilanzdaten von Unternehmen zu lesen. Er stellte die Frage, was das großere Opfer im Leben sei? Für einige Jahre deutlich unter seinen finanziellen Möglichkeiten zu leben oder bis zum offiziellen Rentenalter arbeiten gehen zu müssen?

Der ganze Artikel von Jason - mit zahlreichen abwechslungsreichen Kommentaren - ist hier zu lesen (in englischer Sprache). Ein weiterer Artikel zur ähnlichen Thematik auf Eternal Yield (ebenfalls in englisch).

Diese grundsätzliche Frage möchte ich hier ebenfalls aufgreifen.

Es gehört zu zu den Grundregeln der finanziellen Bildung nicht seine kompletten Einkünfte wieder auszugeben. Ganz gleich wie hoch das regelmäßige Einkommen aus einem Angestelltenverhältnis oder der Selbständigkeit ausfällt, man sollte davon immer mindestens 10 Prozent an sich selbst bezahlen. Dieser Anteil des "sich selbst zu bezahlen" sollte im Laufe der Zeit immer größer werden und bald einen Wert von über 50 Prozent der gesamten Einkünfte erreichen.

Diese Ersparnisse werden nach Erreichen des finanziellen Schutzes derart investiert, dass ein zunehmend ansteigender passiver Einkommensstrom entsteht. Im Artikel über den "Finanzielle Freiheit Index" (FFI) kann man sofort auf einen Blick sehen, wie weit man von der finanziellen Unabhängigkeit noch entfernt ist.

Je höher die Einkünfte aus der tagtäglichen aktiven Arbeit sind, desto schneller lässt sich das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit erreichen. Aber noch wichtiger ist, wieviel Geld man davon wieder ausgibt. Wer einen Großteil seiner Einkünfte für den Konsum und Luxus ausgibt, schlimmstenfalls noch über Kredite finanziert, wird sehr lange benötigen oder bis zum Ruhestand keine finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Letzteres bedeutet bis zum Ruhestand Tag für Tag zwingend arbeiten gehen zu müssen.

Leser dieses Blogs wissen, wer unter seinen finanziellen Möglichkeiten lebt, wird zwangsläufig langfristig reich. Die Frage nach dem größeren Opfer ist durchaus berechtigt. Entweder 10 bis 15 Jahre auf überflüssigen Konsum und Luxus zu verzichten, regelmäßig mindestens 50 Prozent seiner Einkünfte zu sparen und investieren und nach Erreichen der finanziellen Unabhängigkeit als Privatier weiterleben zu können.
Oder im jungen und mittleren Alter in Saus und Braus leben, nahezu alles Geld für die "schönen" Dinge des Lebens ausgeben und dafür aber in der Abhängigkeit eines Arbeitgebers oder seiner Kunden zu bleiben und zwar bis zum Ruhestand?

Was sind die Vor- und Nachteile für einen Zeitraum von 15 Jahren mindestens 50 Prozent seines Einkommens zu sparen und investieren?

Nachteile:
  • bewusster einzukaufen (betrifft Nahrungsmittel und Konsum)
  • nicht alles sofort haben zu können (Konsumaufschub oder Konsumverzicht)
  • Risiko einer vorzeitige Erkrankung und die jungen, gesunden und agilen Jahre sind dann vorbei
  • sich in den "jungen und wilden" Jahren selbst zurückzunehmen
  • kein neues Auto oder eine selbstgenutze Immobilie auf Kredit
  • man hat nicht immer sofort die neuesten technischen Möglichkeiten zur Verfügung
  • trifft häufig auf Unverständnis bei einem (möglichen) Lebenspartner


Vorteile:
  • den Umgang mit Geld zu lernen
  • sein Gesamteinkommen durch passive Einkünfte zu erhöhen
  • das Ziel der finanziellen Unabhängigkeit rückt immer näher
  • man kann schon bald vorzeitig als Privatier leben
  • man hat demnächst viel Zeit und kann etwas neuartiges ohne finanzielles Risiko versuchen (z.B. Selbstständigkeit ohne großen Umsatz machen zu müssen)
  • Aufbau einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit
  • zunehmender Schutz gegen Armut
  • Eintritt in den Ruhestand kann bald selbst bestimmt werden

Wie ist Ihre Meinung, welcher Weg bedeutet das größere Opfer?

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  • Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
  • Die Zeiten einer knappen Kasse soll bei Ihnen der Vergangenheit angehören?
  • Ihr Geld soll endlich einmal hart für Sie arbeiten? 
  • Sie möchten langfristig Vermögen aufbauen?
  • Sie möchten mehr zu passivem Einkommen erfahren?
  • Sie möchten sich über den aktuellen Status der Aktienmärkte informieren?

Falls Sie mindestens eine Frage mit "Ja" beantworten konnten, tragen Sie sich rechts oben in den kostenlosen Newsletter von finanziell umdenken ein. Holen Sie sich mit der Anmeldung in den Newsletter zusätzlich das gratis eBook "Wie nahe sind Sie bereits Ihrer finanziellen Unabhängigkeit?"

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. 50% meines Nettoeinkommens zu sparen ist mein Ziel. Ich bin davon noch etwas entfernt. Aber ich bin optimistisch für die Zukunft!
    Grüße

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  2. In jungen Jahren 50% seines Einkommens sparen ?? es ist auch die schönste Zeit im Leben.
    Mit keinem Geld der Welt wird man sich diese Zeit zurück kaufen können.

    Die Finanzielle Freiheit ist auch nicht mit Dividendenaktien Garantiert.

    Schwarze Schwänen die heute noch kein Mensch kennt, können einem ALLES zerstören im Leben wenn man Pech hat, Gesundheit, Sparbücher, Dividendendepots, Familie und Freunde.

    Ich selber spare nur 10% für Aktien, die merke ich nicht mal,irgendwo in der Bibel steht sogar, bringe den zehnten Teil deine Ernte in den Speicher und du wirst nie an Hunger leiden müssen.

    Das arbeiten selber versüße ich mir immer wieder zwischendurch mit etwas extra Urlaub vom Doc Hollyday.

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  3. "Opfer" zu bringen fällt mir nicht schwer, da ich mir garnicht erst ausdenke auf was ich jetzt alles ach so verzichte beim vorsorgen für die Zukunft.
    Das ist aber wirklich Typsache, manche wollen/brauchen halt den hohen Konsum und es sei ihnen gegönnt solang sie das selbst finanzieren können.
    Ich selbst hatte aber relativ schnell (auch noch vor dem Berufsleben, wo die Kohle zum ersten mal wirklich da war) gemerkt, dass "doppelt so teuer" für mich nicht gleich automatisch auch "doppelt so gut" heißt. Ab einem gewissen Punkt stellen sich einfach "diminishing returns" in der Lebensqualität ein. Ich bin einer von denen, die beileibe keinen großen Unterschied zwischen einem 20€ Wein und einem für 200€ schmecken können (liegt wohl auch daran dass mir Wein generell nicht schmeckt). Warum ich mir das neueste Handy für über 500 Ocken holen soll, wenn das Vorjahresmodell im Grunde genau dasselbe für die Hälfte des Preises aucht tut, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Meine Autos sind immer gebraucht gekauft worden, seit dem ersten damals für die gesparten 2000€, und da ich 90% meiner alltäglichen Strecken mit unter 100 km/h zurücklege, verspürte ich auch noch nicht wirklich das Verlangen nach einem Ferrari unbedingt. Und was den Urlaub angeht, so von wegen man muss ja in den schönsten besten Jahren seines Lebens die tollen Erfahrungen machen, nun, mit den Kumpels eine Sause an der Ostsee ist für mich mehr wert als irgendwo allein auf einer Südseeinsel rumzugammeln.

    Und was Häuser angeht, mittlerweile könnt ich mir auch noch eins bar kaufen, aber solang das für mich keinen direkten Nutzen gibt, halte ich mir die Option lieber offen.

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  4. Was ist der Sinn des Lebens? In diese Richtung geht das Thema. Man lebt nur einmal. Man weiß nicht wie alt man wird. Geld allein macht auch nicht glücklich. Aber ohne finanzielle Probleme lebt es sich leichter. Meiner Ansicht nach macht es die Mischung. Geld clever und nachhaltig anlegen, das Leben in angemessener Weise genießen und sich seine dringlichsten Wünsche erfüllen.
    Bis Mitte 20 sollte man Leben in vollen Zügen genießen. Die Zeit gibt einem niemand wieder. Und dann kommen andere Interessen und Bedürfnisse auf die es sich hinarbeiten lässt. Aber jeder ist seines Glückes eigener Schmied und ich bin froh in einer Demokratie leben zu dürfen, die mir Freiheit in jeglicher Hinsicht bietet.
    Es macht Spass gespartes Geld in Wertpapiere anzulegen und dem Wachstum zuzusehen. Es macht aber auch Spass sich zwischendurch etwas zu gönnen (wie z. B. kürzlich mein RC-Helikopter... :-) ) Vg Euer Torsten

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  5. Der Mathematiker29. August 2014 um 10:57

    Ich investiere etwa 60 % meines verfügbaren Nettoeinkommens aus nichtselbständiger Arbeit. Von dem Rest + Einkünfte aus selbständiger Arbeit kann ich gut leben. Hängt im Grunde vom absoluten Einkommen (aus allen Quellen), Lebensstandard, -umfeld und -bedingungen, Beziehungs- und Familienstatus, finanzmathematische Kenntnisse (ein bisschen stochastische Analysis) und dem eigenen Charakter ab.

    Wie mein Vorposter schon schrieb, ein 3 jahre alter oberer Mittelklasse-Gebrauchtwagen zu einem Bruchteil des Listenpreises tut's auch. Und man muss auch nicht jedes Wochenende im Club die Grey Goose-Flasche bestellen. Am besten das Geld in's Fitnessstudio oder ein anderes sportliches Hobby stecken und was für Spaß & Gesundheit tun. Beim Handy muss es auch nicht das neueste Modell sein. Ein Xperia Z(1) statt Z2 oder Galaxy S3(4) statt 5 macht prinzipiell das Gleiche für den halben Preis. Es geht um den Wertverlust beim Konsum technischer Produkte, hier kann man Kosten/Nutzen ausrechnen und eine Menge sparen. Dann klappt es auch mit der Fernreise für den nächsten Urlaub.

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  6. Danke für die zahlreichen, durchaus gemischten Ansichten. Im Artikel sind sicherlich zwei extreme Verhaltensweisen skizziert, wobei sich die Mehrheit der Menschen eher näher am Szenario des "alles Geld ausgeben" befindet.
    Die konkrete Höhe der Sparquote muss natürlich jeder selbst finden. Sie sollte auch nicht so weit gehen, dass das eigene Leben zur Farce wird. Auch darüber lassen sich im Netz Beispiele finden.
    Allerdings, wer sich darüber beklagt zu wenig Geld zu verdienen, um überhaupt Vermögen aufbauen zu können, der sollte über einen Jobwechsel nachdenken und gleichzeitig versuchen zusätzliche Einkünfte zu erzielen.

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  7. "Solange wir jung sind arbeiten wir wie Sklaven, um uns etwas zu schaffen, wovon wir bequem leben können, wenn wir alt geworden sind. Und wenn wir alt sind merken wir, dass er zu spät ist, so zu leben."
    Alles mit Maß und Ziel! auch sparen und investieren.
    Trotzdem Toller Blog.

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  8. Hallo zusammen

    Ich möchte jeden Monat 1200 Euro aufteilen. Habe in meinem Depot jedoch danke diesem Blog 8-10 etfs in die ich investiert bin. Bei so kleinen monatlichen betragen und relativ hohen Kosten bei der dab Bank, was empfiehlt ihr mir im Hinblick auf das aufteilen des Betrages auf wieviel etfs um möglichst wenig kosten zu haben? Kaufe ich einen Monat einen Titel, den nächsten einen anderen oder wie macht man das am besten? Danke

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    1. Wenn die ETFs nicht gerade automatisiert sparplanfähig sind, kannst du auch einfach so jeden Monat die tausend Euro in einen davon stecken (geringere Anlagen sind wegen der Gebühren eher ineffizient). In welchen ETF du dann investierst, das hängt davon ab wie du deine Positionen gewichtet haben willst. Setze dir eine Ziel-Allokation (die einfachste kann auch sein, einfach gleichgewichtet) und folge ihr (also den untergewichtetsten/niedrigsten Wert nachkaufen bis er nicht mehr ug ist, dann beim nächsten weitermachen, undsoweiter)

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  9. Hi und danke für die hilfe. Also immer für 1000 euro den unter gewichtesten Wert laufen. Alright.

    Wir schaut es mit den Gebühren aus? Gibt es eine Bänk die ihr da empfehlen könnt? Bin bei der dab Bank aber alle Titel mit monatlicher Ausschüttung die dieser Blog empfiehlt werden nicht über dab Bank gehandelt...

    Dwnke

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