Sonntag, 13. April 2014

Wie vermeidet man ein Scheitern auf dem Weg zur finanziellen Freiheit?

Vor einigen Tagen bin ich nach längerer Zeit mal wieder alle Finanzwebseiten durchgegangen, die ich mir in den letzten Jahren abgespeichert oder verlinkt hatte. Mit Erstaunen fielen mir zahlreiche Blogs auf, die mittlerweile brach liegen oder sogar komplett aus dem Netz genommen wurden. Gefühlt waren das rund die Hälfte aller Blogs. Immerhin sind das Menschen, die sich einst überdurchschnittlich stark für die Themen "Vermögensaufbau", "finanzielle Freiheit" und "Geld verdienen" interessiert haben. Ich fürchte, dass die Quote derer, die ihr finanzielles Vorhaben vorzeitig aufgegeben haben, ohne darüber öffentlich zu berichten, noch wesentlich höher ist.
Was kann man tun, seinen einmal eingeschlagenen Weg zur finanziellen Unabhängigkeit wirklich langfristig fortzusetzen?

Als langjähriger Betreiber eines Blogs und anderen Webseiten kann ich aus Erfahrung bestätigen, dass man aus mehreren Gründen mit schwankender Begeisterung neue Inhalte verfasst. Es gibt Zeiten, da schreibt man ohne Probleme drei Artikel an einem Tag, auf der anderen Seite kann man sich in ein bis zwei Wochen kaum einmal für einen Artikel aufraffen. Die Gründe sind wie gesagt vielfältiger Natur. Es gibt durchaus Blogger, die das finanziell erfolgreich als "Fulltime"-Job tun. Erfolgreich ist in dem Fall gemeint, dass sie komplett davon leben können. Einer der bekanntesten Fulltime-Blogger in Deutschland ist Peer Wandiger mit seinem Blog "Selbständig im Netz".
Die weitaus meisten Menschen betreiben einen Blog während sie noch in anderen Teilzeitjobs arbeiten oder gar Vollzeit beschäftigt sind. Das Thema Zeitmangel wird oft genannt.

Hier auf finanziell umdenken gibt es mittlerweile auch nicht mehr jeden zweiten Tag einen neuen Artikel, sondern mit etwas geringerer Frequenz. Nach meiner Erfahrung ist das für die meisten Leser aber auch in Ordnung, wenn zum Beispiel nur ein oder zwei Artikel pro Woche erscheinen. Es gibt auch Blogs mit einem relativ hohen Besucherstrom, obwohl dort nur ein bis zwei neue Artikel pro Monat erscheinen.

Wer hauptberuflich den ganzen Tag am Bildschirm etliche Texte schreibt, ist am Abend sicherlich auch mal froh keinen Text am Rechner verfassen zu müssen. Auch das Wetter spielt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Nutzung des Internets allgemein. Bei deutschlandweit sonnigem Wetter mit relativ warmen Temperaturwerten habe ich zum Beispiel weniger Besucher als wenn in weiten Teilen von Deutschland graues und nasskaltes Regenwetter herrscht.

Ich fürchte, ein Großteil der oben genannt Finanzblogger lassen ihren Blog sterben, weil sie mit ihrem Vorhaben nicht mehr weitergekommen sind. Wer quasi bei Null anfängt, für den ist die erste Phase auch nicht gerade einfach. Bis ein einigermaßen nennenswerter Besucherstrom entstanden ist, dauert es schon mal ein gutes halbes Jahr. Bei den ersten passiven Einkommensströmen handelt es sich zudem lediglich um wenige Euro. Hinzu kommt, dass nicht alles Geld was am Kapitalmarkt investiert wird, gleich ein voller Erfolg wird. Bei Einzel-Aktien kann man gleich zum Beginn eine Niete erwischen oder die Dividenden werden gekürzt oder es geht erst einmal 10 bis 20% am Kapitalmarkt abwärts.

Wer dann bereits einige zehntausend Euro sein Eigen nennen kann, muss sich dennoch motivieren weiter beharrlich dranzubleiben. Denn mir sind schon Fälle bekannt, da wurde dann doch der neue Porsche oder BMW gekauft. Wieder andere haben die vorhandenen 50.000 Euro als Grundlage für den Erwerb einer eigen genutzten Immobilie verwendet. In beiden Fällen ist die goldene Gans, die zuvor beständiges passives Einkommen gebracht hat, erst einmal wieder komplett geschlachtet. Im Fall der Immobilie hat man zugleich auch noch ein negatives passives Einkommen, nämlich das Geld, was aus dem eigenen Portemonnaie in Form von Zinsen aufgrund der Verbindlichkeiten zur Bank gelangt.

Wer mal eine Weile eine Webseite oder einen Blog betrieben hat, der sollte diese Seiten meiner Meinung nach nicht komplett aus dem Netz löschen. Denn in den meisten Fällen steckt dort eine Menge Begeisterung und Herzblut in den Beiträgen, die auch noch nach Jahren von vielen Lesern gerne gelesen werden. Damit ließe sich auch noch Jahre nach getaner Arbeit ein zumindest kleines passives Einkommen erzielen, wenn man ein paar Anzeigen auf seinen Webseiten belässt. Das betrifft vor allem Artikel, die eher zeitlose Themen behandelt haben und selbst nach einer Weile nur wenig von ihrer Aktualität verloren haben. Wer ausschließlich News-Artikel schreibt, wird von der Langfristigkeit weniger profitieren. Denn die meisten Menschen interessieren die "News" von gestern nicht mehr.

Zudem kann es selbst nach einer längeren Auszeit sein, dass man sich wieder häufiger ans Texten machen möchte. Dann muss nicht wieder komplett von vorne begonnen werden und man kann auf ein bereits bestehendes Werk aufbauen.

Wie kann man Motivationsprobleme auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit beseitigen?
Bislang haben wir mehr auf die Blogbetreiber mit Motivationsproblemen geschaut. Aber was kann man generell tun, um seinen einmal eingeschlagenen Weg zum Vermögensaufbau und zur finanziellen Freiheit nicht mittendrin im Sande verlaufen zu lassen?

Das große Ziel im Blick behalten
Es lauern im Leben mannigfaltige Gefahren, die einen vom Weg abringen lassen können. Diese Unwägbarkeiten lassen sich auch gar nicht vermeiden. Daher ist es wichtig sein großes Ziel immer im Blick zu haben. Quasi wie die Sonne, die zwar zwischendurch von Wolken verdeckt ist, aber die wir jeden Tag sehen können. Sie gibt uns das beruhigende Gefühl täglich Licht und Wärme zu erhalten. Ähnlich präsent und dominant sollte tagtäglich das eigene große Ziel sein. Denn dann lassen sich selbst größere Hindernisse und Schwierigkeiten leichter beseitigen als wenn man statt der Sonne lediglich in eine neblige Zukunft blickt.

Kleine Ziele definieren
Neben dem großen Ziel sollten zur Aufrechterhaltung der Motivation auch kleinere Ziele definiert werden. Denn ein Vorhaben, was erst in 10 bis 15 Jahren erreicht werden kann, ist schwieriger greifbar als Ziele in einigen Monaten oder in einem Jahr. Es gibt den Ausspruch, der sinngemäß lautet: "Wir überschätzen gerne, was wir in einem Jahr schaffen können, aber unterschätzen, was wir in der Lage sind in zehn Jahren zu erreichen." Eine weitere Hilfe können die "Meilensteine auf dem Weg zur finanziellen Freiheit" sein.

Einen Dividendenkalender führen
Wer begonnen hat passives Einkommen zu aufzubauen, sollte sich die zahlreichen kleinen Geldbeträge auf einem Jahreskalender notieren und ihn an einer Stelle aufhängen, bei dem man ihn häufig sieht. Ob Zahlungen von Dividenden oder Zinsen, Werbeeinnahmen von Anzeigen auf den eigenen Webseiten, Verkaufserlöse, die aufgrund eines einmal erstellten Produktes regelmäßig fließen, alles sollte im Dividendenkalender vermerkt sein. Denn damit freut man sich jedes Mal über die nächste Zahlung, die bereits in einigen Tagen wieder ansteht. Wer mehrere passive Einkommensströme aufgebaut hat, erhält mehrmals im Monat "Gehaltszahlungen".

Von Rückschlägen nicht entmutigen lassen
Das Leben verläuft nie geradlinig und es wird nicht alles glatt gehen. Daher werden immer wieder einmal Schwierigkeiten auftauchen oder auch größere Entscheidungen, die man zu treffen hat. Schwierigkeiten können Krankheiten, veränderte Lebensumstände oder negative Börsenzeiten sein. Ein Bärenmarkt bei Aktien kann auch schon mal zwei bis drei Jahre andauern. Doch durch diese Zeit muss man einfach durch und oft ergeben sich schon während dieser Durststrecke neue Möglichkeiten, bevor generell wieder die Sonne am Finanzmarkt scheint. Zu den größeren Entscheidungen gehören der Lebenspartner oder ein Berufswechsel.

Ein ausreichend großes Geldpolster halten
Immer wieder lese ich gerade auch auf englischsprachigen Finanzseiten den Rat jederzeit voll investiert zu sein. In guten Börsenzeiten mag das profitabler sein, als mehrere tausend Euro oder Dollar unverzinst herumliegen zu haben. Aber ohne Reserve zu fahren, davon halte ich nichts. Leser, die bereits länger dabei sind, wissen, dass ich - je nach persönlicher Neigung - 6 bis 12-mal die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben als Cashreserve zurückhalten würde. Oder als andere Betrachtung sind 10.000 Euro, die liquide schnell verfügbar sind, eine gute Richtgröße. Es sind schon Leute auf den Weg zur finanziellen Unabhängigkeit gescheitert, weil sie in unerwarteten Notzeiten (zum Beispiel Krankheiten, Arbeitslosigkeit, notwendige größere Reparaturen) Vermögenswerte liquidieren mussten. So etwas passiert auch gerne gerade dann, wenn die Investition im Minus steht. Mit Verlust seine Vermögenswerte zu verkaufen, ist gleich doppelt nachteilig.
Bei einer größeren Korrektur oder gar bei einem Bärenmarkt hätte man bei einer ausreichend großen Geldreserve dann gute Möglichkeiten günstige Investments zu kaufen.

Hatten Sie persönlich schon einmal eine Phase, bei der sie Ihr Vorhaben hinschmeißen wollten? Haben Sie die Schwierigkeiten dennoch gemeistert und weitergemacht?
  • Sie wollen grundsätzlich mehr aus Ihrem Geld machen?
  • Die Zeiten einer knappen Kasse soll bei Ihnen der Vergangenheit angehören?
  • Ihr Geld soll endlich einmal hart für Sie arbeiten? 
  • Sie möchten langfristig Vermögen aufbauen?
  • Sie möchten mehr zu passivem Einkommen erfahren?
  • Sie möchten sich über den aktuellen Status der Aktienmärkte informieren?

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Kommentare:

  1. Wieder andere haben die vorhandenen 50.000 Euro als Grundlage für den Erwerb einer eigen genutzten Immobilie verwendet

    Meine eigen genutzte Immobilie, spart mir auch 500-650 Euro Kaltmiete pro Monat, Kaltmieten darf man jetzt pro Jahr einfach so um 2% erhöhen.

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    1. In der Tat lässt sich auf diese Weise die Kaltmiete sparen. Allerdings halte ich diese Rechnung für unvollständig. Denn zum einen muss man die Zinszahlungen an die Bank von diesen "Ersparnissen" abziehen. Zum anderen stehen die Tilgungsraten nicht für andere Investments (mit einer Rendite um 5%) zur Verfügung. Gerne bleiben auch die Kosten für wiederkehrende Reparaturen und Instandsetzungen unberücksichtigt.
      Im Artikel Immobilie als Geldanlage hatten wir dieses Thema behandelt.

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