Mittwoch, 26. Februar 2014

Absurd wer für den Ruhestand nicht in Aktien investiert

Immer wieder finde ich erstaunlich wie sehr sich Menschen offenbar dagegen wehren, mit ihrem Geld eine ordentliche Rendite zu erzielen. Das bekomme ich wiederholt bestätigt, wenn das Thema auf Geldanlage oder den Ruhestand gelenkt wurde. Eine noch relativ junge Erhebung über die Vermögensverteilung in Deutschland zeigte, dass lediglich rund 5% des gesamten Vermögens von Menschen aus Deutschland in Aktien investiert sind. In Anbetracht dessen, dass auf Sicht von zwei bis drei Jahrzehnten der breite Aktienmarkt eine jährliche Rendite von 8% gebracht hat, verwundert mich diese Zurückhaltung sehr. Gleichzeitig liegt der Anteil der Dividenden an der Rendite bei über 40%.

Offenbar ist die Angst vor einem Crash am Aktienmarkt deutlich größer als die Renditechancen. Dabei haben wir hier auf diesem Blog schon häufiger gesehen: Historisch betrachtet dauern globale Bärenmärkte am Aktienmarkt lediglich 1 bis 3 Jahre. Anschließend konnten die Verluste wieder wettgemacht werden.

Dass die Bundesregierung nicht die richtigen Anreize für die Altersvorsorge setzt, haben wir hier schon häufiger besprochen. Aber das muss den finanziell aufgeklärten Bürger nicht daran hindern, seine Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen. In den Artikeln "Warum Sie mit dem Vermögensaufbau keinen weiteren Tag warten sollten!" und "Wie Sie vermeiden können zukünftig auf fast 10.000 Euro jährlich zu verzichten!" hatte ich vorgerechnet, auf welche enormen Geldsummen viele Menschen verzichten. Nur wegen Kursschwankungen lassen Millionen Menschen in Deutschland viel Geld in niedrig verzinsten Anlagen vergammeln oder geben es nach Erhalt unverzüglich wieder aus.

Wer mit dem teilweise hektischen Handeln an den Finanzmärkten nicht klar kommt, sollte einfach die Perspektive wechseln. Im Artikel "Vorteile von Dividenden-Investments" haben wir gesehen, mit der Fokussierung auf solide Dividendenerträgen verliert man den Schrecken vor Kursschwankungen. Anstatt jeden Tag im Depot die Kursveränderungen zu betrachten, reicht es aus, einmal pro Monat auf die soliden Dividenden-Erträge zu blicken. Motivierend empfinde ich dazu einen Dividenden-Kalender zu führen. Am besten hängt man diesen an eine Wand zu Hause auf, an der man häufig vorbeikommt, denn damit freut man sich jedesmal auf die nächsten Zahlungen.

Gerade die jungen Leser dieses Blogs können mit einer renditestarken Geldanlage die Macht des Zinseszins richtig für sich nutzen und brauchen sich im Ruhestand über Geldprobleme keine Sorgen machen. Sie haben noch alle Zeit der Welt und können selbst regelrechte Börsenwinter aussitzen oder ihn sogar zu weiteren - dann günstigen - Investments nutzen.

Natürlich geht man ein hohes Risiko ein, wenn man seine gesamten Ersparnisse auf lediglich eine einzelne Aktien setzt. Allerdings kann man auf einen ganzen Korb von großen Konzernen dieser Welt setzen, so wie wir es im Dividenden-Aristokraten Depot tun. Wem das zuviel Aufwand bedeutet, der greift zu global investierenden Aktien-ETFs. Auch wer seinem Nachwuchs für die Zukunft etwas Gutes tun möchte, sollte über regelmäßige Sparbeträge in weltweit agierende Aktien-ETFs nachdenken.

Hoffentlich geht es Ihnen nach dem Lesen dieses Artikels auch so wie mir. Denn ich denke immer wieder, es ist einfach absurd für den Ruhestand sein Geld nicht in Aktien anzulegen und damit später auf enorme Geldbeträge zu verzichten.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Guter Artikel!
    Es ist absolut verwunderlich - oder auch nicht!
    Denn bei den Deutschen ist es anscheinend so:

    Entweder sind Aktie der Teufel - dann lassen alle die Finger davon (gerade zu dem Zeitpunkt wo man kaufen sollte!)

    Oder Aktien sind der Hönig, den die Engel schlecken - dann kaufen alle Aktien und setzen ihr Erspartes zu 100% in Aktien um. Und zwar nicht gestreut, sondern an einem einzigen Tag und am besten alles auf eine Aktie! Das das nicht gut gehen kann ist fast logisch!

    Ein gesunder Mittelweg wäre gut: Immer ein bisschen investieren. Und zwar wenn die Kurse oben sind, aber auch wenn sie unten sind!

    Beste Grüße
    D-S

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  2. "Aber das muss den finanziell aufgeklärten Bürger nicht daran hindern, seine Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen."

    Die Aussage ist äußerst diskutabel.
    MMn sind mind. über 90% der Deutschen - was Aktienhandel angeht - weniger bis kaum aufgeklärt. Daher auch die Distanzierung.

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    1. Klingt nach einer faulen Ausrede: "Mich hat ja niemand aufgeklärt - da kann ich ja nichts machen..."
      Wie wäre es denn mit eigenverantwortlichem Handeln? Das Internet besteht nicht nur aus Katzenvideos ;-). Und es soll sogar Bücher zum Thema geben - habe ich mir sagen lassen...

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  3. Hallo Lars,
    schöner Aritkel. Es ist echt schon verrückt, warum die Deutschen nicht mehr in Aktien investieren. Bei anderen Dingen wie Eigenheim/Eigenwohung sind die Leute viel offenener, obwohl die Preise dort auch sehr schwanken können - man bekommt es nur nicht so mit. Wenn der DAX um 5% fällt, hört man es bei den Tagesthemen. Wenn sich gerade nur Käufer für das Eigenheim fänden, die 10% weniger zahlen würden als gestern, fällt dies nicht auf.

    Also ich nutze für die Geldanlage fast ausschließlich Aktien...

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