Dienstag, 11. Juni 2013

Wie kauft man Wertpapiere bei Online-Banken? - Teil 2

Im ersten Teil der Artikelserie "Wie kauft man Wertpapiere bei Online-Banken?" haben wir uns angeschaut, wie man bei der Direktbank comdirect AG Wertpapiere erwirbt. Im nun folgenden zweiten Teil betrachten wir, wie der Kauf von Aktien, Fonds, ETFs und anderen Wertpapieren bei Cortal Consors abläuft.
Demnächst folgt noch der dritte Teil, der sich mit der ING Diba befasst und im vierten Teil behandeln wir noch die Besonderheiten beim Kauf der Wertpapiere im Ausland.


Hier im zweiten Teil der Artikelserie befassen wir uns mit dem Wertpapierkauf bei der Direktbank Cortal Consors, eine Tochter der im Euro Stoxx 50 gelisteten französischen Bank BNP Paribas (ISIN: FR0000131104).

Wertpapierkauf bei Cortal Consors
1.) Nachdem man sich mit seinen Zugangsdaten eingeloggt hat, kann oben rechts in dem Feld "WKN, Name, ISIN" die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die International Securities Identification Number (ISIN) eingetragen werden. Hier auf dem Blog gebe ich in den meisten Fällen bei der Vorstellung eines Wertpapieres die ISIN an.


2.) In diesem Beispiel betrachten wir den ETF "iShares Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 30 DE". Sobald wir uns sicher sind, dass es sich um das gewünschte Wertpapier handelt, drücken wir den blauen "Kaufen"-Button.

3.) Als nächstes muss der Börsenplatz ausgewählt werden. Persönlich bevorzuge ich den Handel über Xetra, dort werden im Standardfall die größten Volumen und damit ziemlich enge Spreads gehandelt. Außerhalb der Zeit von 09:00 bis 17:30 Uhr muss man auf andere Handelsplätze ausweichen. Allerdings könnten dort breitere Spreads (ungünstigere Kurse) und höhere Gebühren auf einen warten. Die Preise unterscheiden sich nach meiner Erfahrung nicht groß von der Comdirect. Wer über Xetra ein Volumen von 1000 bis 2000 Euro handelt, bezahlt aktuell etwa 11 bis 12 Euro. An anderen Börsenplätzen zwischen 12 und 15 Euro pro ausgeführter Order.

4.) Beim Kauf über die Börse bezahlt man die Gebühren an den Börsenplätzen, die in der Preisliste zu sehen ist. Das Preis- und Leistungsverzeichnis wird kundenfreundlich als Link direkt unterhalb der Börsenplätze angegeben.

5.) Nun wird die Stückzahl eingetragen, dabei sollte man zuvor ausrechnen, ob auf dem sogenannten Verrechnungskonto genügend Geld vorhanden ist.
HINWEIS: Bei Wertpapieren, die wirklich langfristig gehalten werden sollen, sind Ordergrößen unter 1.000 Euro nicht besonders sinnvoll. Selbst bei 1.000 Euro zahlt man in der Regel zwischen 1,0 und 1,5% Gebühren. Bei 500 Euro Ordervolumen betragen die Gebühren entsprechend zwischen 2,0 und 3,0%. Bei einem Handel in Höhe von 2000 Euro und mehr liegen diese dagegen in der Regel unter 1%. Die Grenze von 1,0% sollte man beim Kauf im Blick behalten und meiner Meinung nach nicht nennenswert überschreiten.

6.) Jetzt geht es darum, mit Limit zu kaufen oder nicht. Ein Limit wird eingestellt, um das Wertpapier zu einem bestimmten Preis zu erhalten. Fällt der Preis unter das eingestellte Limit, wird die Kauforder ausgelöst. Bei einem zu niedrigem Kaufwert besteht allerdings die Gefahr, dass der Kurs immer weiter ansteigt und die Order unausgeführt im Markt bleibt.
Bei einem günstigen Spread, also an Börsen mit reger Handelsaktivität habe ich auch gute Erfahrungen mit "billigst/bestens" gemacht.

Die Gültigkeit der platzierten Order läuft bei "tagesgültig" am Abend aus. Sofern bei der Kauforder ein Limit eingestellt wird, sollte man einen längeren Zeitraum einstellen. Nicht, dass der Kurs in einigen Tagen oder Wochen endlich auf den gewünscht günstigen Kaufpreis des Limits zurückfällt, die Order aber bereits zeitlich ausgelaufen ist und damit nicht mehr ausgeführt werden kann.

7.) Sobald alle Einstellung wie gewünscht ausgewählt wurden, geht es mit Klick auf "Weiter" zur nächsten Menüseite.

8.) Nun wird man aufgefordert die iTAN-Nummer einzugeben, die per SMS zugesandt wird. Die Versandzeit liegt meist deutlich unter fünf Sekunden. Meines Wissens gibt es bei Cortal Consors nicht mehr die Möglichkeit seine TAN-Nummern einer TAN-Liste zu entnehmen.


9.) Mit Klick auf "Freigeben" wird die Order am Markt platziert. In den meisten Fällen wird sie bei der Angabe "billigst/bestens" sofort oder innerhalb weniger Sekunden ausgeführt.

Das war der zweite Teil der Artikelserie "Wie kauft man Wertpapiere bei Online-Banken?", bei dem wir uns den Erwerb bei cortalconsors.de anschauten. Weiter geht es in Kürze mit dem dritten Teil: Wertpapierkauf bei der ING Diba. Anmerkungen, Ergänzungen oder eigene Erfahrungsberichte können Sie - wie immer - gerne als Kommentar hinterlassen.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Danke für diese Anleitung.

    Als ich meine erste Order gemacht habe, war ich überrascht wie einfach es doch geht!

    Eine Frage ich habe den iShares J.P. Morgan $ Emerging Markets Bond Fund im Depot.
    Alle anderen ETF´s im Depot kann ich als Sparplan besparen, doch diesen ETF nicht.

    Gerade durch seine monatliche Ausschüttung würde ich auch gerne monatlich Geld (re)investieren.

    Doch stehen dan die Ordergebühren nicht im Verhältnis zur Orderhöhe.

    Gibt es Broker bei denen man auch sehr kleine Order noch günstig handeln kann?

    Dass einzigst vernünftige Angebot habe ich bei der Onvista gefunden (FreeBuy mit 0,50€ pro Order im OTC) nur müssen hier für 2 Freebuys 2.000€ einen Monat lang auf dem Verrechnungskonto liegen.
    Das macht die ganze Sache wieder etwas unwirtschaftlich.

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    1. Die Preisliste der Banken ändert sich recht häufig, daher habe ich in den Artikeln auch nur Spannen und keine exakten Centbeträge angegeben.

      In dem konkreten Fall weiß ich gerade auch nicht, welche Bank die günstigsten Konditionen für diesen ETF anbietet. Eine alternative Möglichkeit wäre den automatischen Sparplan ruhen zu lassen und manuell alle 3 bis 4 Monate etwas größere Beträge in diesen ETF zu investieren. Sollten die Einzahlungs-Beträge immer noch zu niedrig sein, dann könnte das Investitionsintervall weiter vergrößert werden (z.B. halbjährlich).

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  2. Hallo!
    Ich arbeite ich gerade durch die ganzen Artikel durch und bin mittlerweile hier gelandet. Da fällt mir ein: Bei der Cortal Consors kann man auch die Tan mit dem Tangenerator generieren (zumindest beim normalen Onlinebanking).
    Nun noch einige Fragen, für die ich (noch) keinen Artikel gefunden habe:
    1. Nach welchen Kriterien sucht man sich am Besten eine Bank aus? Und bedeutet Einloggen in diesem Fall einfach, dass man ein Konto bei der jeweiligen Bank haben muss und sich ins Onlinebanking einloggt, um Wertpapiere zu kaufen?
    2. Und wie treffe ich am Besten die Entscheidung, was ich kaufen soll? Nach welchen Kriterien und wie überprüfe ich die? Sorry, bin echt noch blutige Anfängerin, aber ich bin gewillt es zu lernen. :-D
    Grüße!

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    1. 1. Im Prinzip sieht man sich das Preis-Leistungs-Verhältnis an. Was für Kosten entstehen bei den geplanten Aktivitäten? Neben den bekannten Preisen sollte man dabei auch Sonderaktionen berücksichtigen (Ermäßigung bei ETF-Kauf bestimmter Produkte, Boni bei Konto/Depoteröffnung). Da wir keine Vieltrade, sondern Investoren sind, dürften viele Onlinebanken recht ähnliche Angebote haben.
      Daneben stellt sich natürlich die Frage, ob man Beratungsbedarf hat oder eine Filiale in der Nähe benötigt. All das muss natürlich mitbezahlt werden.
      Einloggen im Onlinebanking, jawohl.

      2. Hier auf der Seite gibt es ja viele Anregungen. Generell sollte man sich überlegen, wieviel Kapital man insgesamt anlegen will und für wie lange. Wieviel Risiko will man gehen - daraus ergibt sich die Aufteilung auf Aktien/Renten/Immobilien/Geldprodukte. Innerhalb dieser dann nach Bedarf bzw. Kapitalausstattung noch streuen, z.B. bei Aktien auf versch. Regionen. Das Ganze mittels ETFs umsetzen - am besten über einen mittleren Zeitraum nach und nach investieren, um Fehler beim Timing zu vermeiden.

      Bei der comdirect gibt es da ein ganz nettes Tool, dass das veranschaulicht: https://jetzt-besser-geld-anlegen.comdirect.de/playground

      Im Prinzip ist die Geldanlage recht simpel, sobald man sich einmal von dem Gedanken gelöst hat, dass man den Markt/Index schlagen kann.

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    2. "Nach welchen Kriterien sucht man sich am Besten eine Bank aus? "

      Das Hauptkriterium bei der Wahl des Online-Broker ist für viele hpts die Kosten und Gebühren. Natürlich wollen wir die alle so klein wie möglich halten. Es gibt viele Brokervergleiche im Netz wo man das rausfinden kann.

      Ansonsten schaut man halt noch, was für ein Anlage"universum" die Broker jeweils unterschiedlich so bereitstellen. Deutsche und große Aktien können die natürlich alle problemlos, aber wenn man sich für etwas "exotischeres" interessiert, zickt der ein oder andere evtl schonmal rum.

      Naja und dann kann man auch noch schauen wie so der "Ruf" des Brokers ist. Sind die Kunden zufrieden oder gibt es Probleme zum Meckern ? Und man schaut sich an (z.b. Demokonto) auf welcher Seite man sich einfach am meisten "wohlfühlt", also Bedienung und Informationsgehalt.

      "Und wie treffe ich am Besten die Entscheidung, was ich kaufen soll?"

      Hehe, tja das ist die Königsfrage ;-) Damit beschäftigen sich ne Menge Leute auf der Welt (viele klüger und reicher als wir) und kriegens auch nicht immer richtig hin.

      Mal im Ernst, dazu gibt es schon hier auf der Seite ein paar gute Artikel(serien!), die leichtverständlich und ohne viel Marketingblabla (-> was dir dein Bankberater aufzieht, wenn er dir was verkaufen will) dem Kleinanleger ein paar grundlegende Entscheidungs- und Verhaltensweisen auf den Weg gibt. Schwerpunkt liegt natürlich hier auf "passivem Einkommen", das heißt es geht vorrangig um Investments die konkret Geld ausschütten. Das ist sichernicht die einzig mögliche/beste Strategie, aber eben auch nicht die schlechteste. Bei der Frage, WANN man WAS kaufen soll (und wieviel), gibt es unzählige Ansätze und Methoden, und man sollte sich einfach mal im Internet einen groben Überblick über die wichtigsten und bekanntesten verschaffen. Dazu gibts heutzutage ne Menge gute Informationen. Also zumindest mal verstehen was z.B. Unternehmensbewertungen sind und Fundamentalanalyse Strategien es gibt und im Gegensatz dazu die Trendanalysen, die den Kurs-Chart heranziehen. Mit etwas Überblick, was für verschiedene Strategien es so gibt, legst du dir davon nun eine persönliche zurecht, die für dich einfach "Sinn macht" und umsetzen kannst. Dass muss nicht kompliziert sein, es gibt auch viele gute simple Methoden, und alles ist besser als einfach nur so lari-fari nach Emotionen zu handeln.

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