Donnerstag, 27. Juni 2013

Der Goldpreis erreicht langsam wieder Kaufniveau

Bereits im zurückliegenden Jahrzehnt ist der Goldpreis ohne größere Unterbrechungen angestiegen und überschritt im Jahr 2009 die Grenze von 1000 US-Dollar. Im Jahr 2011 ging der Aufwärtstrend - hauptsächlich genährt durch Inflationsängste - in eine Übertreibungsphase über. Dabei wurde vorübergehend sogar über 1900 US-Dollar für die Feinunze Gold bezahlt. Im Spätsommer 2011 - zeitgleich mit dem Höhepunkt der Eurokrise - war die Hausse jäh zu Ende und es wurde erste Luft aus der Blase gelassen.



Vom Herbst 2011 bis zum Beginn des Jahres 2013 bewegte sich der Goldpreis insgesamt seitwärts. Im Frühling 2013 brachen charttechnisch mehrere Dämme und in dieser letzten Juniwoche 2013 fiel der Preis auf fast 1200 US-Dollar zurück. Damit wurde über ein Drittel des absoluten Höchstwertes abgegeben und wir befinden uns mittlerweile wieder auf dem Niveau aus dem Jahr 2010.

Natürlich könnte jetzt noch eine gewisse Übertreibung des Goldpreises nach unten stattfinden und vielleicht wird zumindest versucht die Marke von 1000 US-Dollar zu erreichen. Aber nach einem derartigen Rückschlag wird es langsam wieder attraktiv, sich Anteile von Gold ins Depot zu holen. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, hatte ich im Artikel "Gold und Silber als Geldanlage - Was sind die Vor- und Nachteile?" geschrieben. Auch einige Charttechniker sehen zumindest einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht, von dem aus es erst einmal eine gewisse Gegenbewegung bei Gold geben sollte.

Ähnlich verhält es sich mit Silber, wobei hier der Rückgang vom Hochpunkt im April 2011 noch drastischer ausfiel. Von knapp 50 US-Dollar für die Feinunze Silber ging es bislang auf unter 19 US-Dollar zurück. Das ist ein Kursverlust von fast 60%!

Mögliche Gründe für einen baldigen Anstieg
Es gibt einige mögliche Gründe für nahendes Ende der Talfahrt von Gold. Zum einen kann es mittelfristig, wenn die derzeitigen Deflationsgefahren vorüber sind, tatsächlich zu einer anziehenden Inflation kommen. Ob dann die Notenbanken wie EZB und FED adäquat gegensteuern werden, mag ich bezweifeln. Zu lange dauert bereits das Niedrigzinsumfeld und ist längst kein vorübergehender Ausnahmezustand mehr, sondern der Normalfall. Zu sehr hat sich die Wirtschaft daran gewöhnt und würde durch deutlich ansteigende Leitzinsen abgewürgt. Das wäre eine Phase, in der neben anderen Sachwerten wie Aktien auch ein gewisser Anteil von Gold ins Depot gehört.

Zum anderen wird es für einige Goldminen auf derzeitigem Niveau des Goldpreises wenig lohnenswert die Förderung fortzusetzen. Das wiederum sollte in absehbarer Zeit zu einer Verknappung des Goldes und die Nachfrage anschließend wieder zu steigenden Preisen führen.

Goldpreis in US-Dollar der letzten drei Jahre - Quelle: comdirect.de

Zur Erinnerung: Gold ist streng genommen keine Investition, da es kein passives Einkommen in Form von Zinsen oder Dividenden bringt. Es ist eher eine Form der Werterhaltung von Kapital. Daher macht es auch wenig Sinn große Mengen an Gold zu erwerben, die im Portfolio ein Gewicht von 50% oder mehr haben. Im Artikel "Beispiel einer Asset Allocation mit Schwerpunkt passives Einkommen zu erzielen" hatte ich den Vorschlag gemacht, Gold und Silber eher im unteren einstelligen Prozentanteil am Gesamtportfolio zu halten. Mehr als 10% halte ich für wenig sinnvoll.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Ich werde erst wieder etwas Gold kaufen, wenn es wirklich keiner haben will, da keiner eine Krisenwährung braucht - erst dann ist der Preis, für mich zumindest, tief genug gesunken.

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  2. Da steck ich mein Geld lieber in Firmenbeteiligungen (Venture Capital, Start-Ups). Was mir Cashflow generiert!

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  3. Hallo Lars,
    widersprechen sich Deine Aussagen nicht ein wenig:
    "Gold ist streng genommen keine Investition, da es kein passives Einkommen in Form von Zinsen oder Dividenden bringt."
    "Aber nach einem derartigen Rückschlag wird es langsam wieder attraktiv, sich Anteile von Gold ins Depot zu holen."

    Da ich nach Abzug der Inflation keine positve Rendite von Gold erwarte, kann ich mir Gold, wenn überhaupt nur als Mittel zur Diversifikation vorstellen. Wie stehst Du persönlich zu Gold? Investierst Du darin? Und wenn ja, was ist Deine Erwartung an Gold in einem Portfolio?

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    1. Du hast Du Antwort bereits mitgegeben. Gold (und Silber) ist für mich ein Mittel zur Diversifikation und zur Wertaufbewahrung einer Währung. Seit dem Hoch von 2011 weise ich - auch hier auf diesem Blog - immer wieder daraufhin, dass Inflation (noch) kein großes Thema für uns ist. Der Goldpreis war viel zu hoch und die damaligen Käufer von Gold haben dies offenbar auch bemerkt. Nun ist für mich der Zeitpunkt gekommen, über die im Artikel erwähnten wenigen Prozentpunkte im Portfolio in Gold und Silber nachzudenken.

      Sicherlich können die Preise von Gold und Silber noch weiter fallen, aber den größten Rutsch nach unten sollten wir meiner Meinung nach gesehen haben. Falls nicht, darf man mich in einigen Wochen gerne hier im Artikel an meine Fehleinschätzung erinnern :-)

      Aber es bleibt dabei, da Gold und Silber kein passives Einkommen bringen, sollte der Anteil im Portfolio überschaubar bleiben.

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  4. Ich bin der Meinung, dass man Gold und Silber im Depot überhaupt nicht brauch. Physisches Gold hat zudem noch das Problem der Lagerung. Zu haus würde ich nur ungern Gold im Wert von mehreren Tausend lagern. Bei Silber muss der Safe dann noch eine ganze Ecke größern. Wie schon erwähnt, "arbeitet" Gold nicht und hat auch nur wenig industriellen Nutzen. Der Wert basiert im wesentlichen nur darauf, dass Gold für wertvoll angesehen wird und auf der Hoffnung, dass man es in Zukunft immer in irgendeine Währung tauschen kann.
    Für mich reichen Aktien als Sachwertinvestemnt völlig aus.

    Das Investieren in Rohstoffe finde im Allgemeinen fragwürdig. Da bin ich mir selbst noch nicht sicher, ob es für mich sinnvoll ist oder nicht.
    Wenn dann investiere ich nur über einen ETC (z. Bsp. ETF090). Dann habe ich gleich einen ganzen Korb Rohstoffe und konzentriere mich nicht nur auf 1 oder 2.

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  5. Die große Inflation wird uns seit über 10 Jahren angekündigt.

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  6. Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich beschäftige mich gerade auch intensiv mit dem Thema Gold! Gold wurde in so kurzer Zeit vom „beliebtesten“ zum meist „gehassten“ Investment. Immer wenn ich so etwas lese, reizt es mich noch mehr in solch Asset Klassen zu investieren. Der aktuelle Goldpreisrückgang ist charttechnisch gesund … ich befürchte sogar, dass ein bewusster Kursrückgang erfolgen musste / sollte / soll … Gold wurde im letzten Jahrzehnt einfach zu stark, beinahe kann man es als Gegenpol zum herkömmlichen Papiergeldsystem verstehen. Zur aktuellen Goldpreisentwicklung kommt der prophezeite Fed-Gelddruck-Ausstieg auch gelegen … bevor ich diese Ansage jedoch glaube, will / muss ich es erst sehen. Schlussendlich finde ich selbst, dass ein bewusster „geringer“ Prozentsatz an Edelmetallen, hier vor allem Gold, in keinem Depot fehlen sollte … sei dies auch nur als Absicherung gegen das Schlimmste – Gold muss man wie eine Versicherung sehen – man hofft ganz einfach, dass der Extremfall nicht eintritt – und wenn doch, kann man auf Gold / die Versicherung zurück greifen.

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  7. Es könnte auch evt. mal Hilfreich sein , auf Wikipädia den Goldpreis Vergleich sich anzuschauen . Besonders sollte hier auf den Kaufwert im Verhältnis zu Brot und Milch zum einen , und was EIGENTLICH für eine Unze Gold in Euro ( ca. 3000,00 Euronen ) in Dollar und in CHF gezahlt werden MÜSSTE , zum anderen , geachtet werden .

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