Sonntag, 3. März 2013

Düstere Zukunfts-Szenarien erwecken größere Aufmerksamkeit

Eine Berichterstattung sollte möglichst wahrheitsgemäß sein und jeweils Angaben der Vor- und Nachteile des Themengegenstands enthalten. Andernfalls wird die Intention zu einseitig und enthält für den Leser wenig nützliche Informationen. Nun reagieren wir Menschen am stärksten, wenn unsere Emotionen erreicht werden. Neutrale Informationen nehmen wir zwar zur Kenntnis, aber sie berühren uns nicht. Emotionen drücken sich in Freude und Euphorie aus, aber noch stärker bei Furcht und Ängsten. Auch auf Empfindungen wie Neid, Wut oder vermeintliches Ungerechtigkeitsgefühl reagieren wir ziemlich stark.

Es gibt Untersuchungen, bei denen beispielsweise ein Gewinn an der Börse - oder bei einem Glücksspiel - von 10% bei den meisten Leuten weniger stark mit einem positiven Gefühl begleitet wurde als die negativen Emotionen bei einem Verlust von 10%. Und dieses weitverbreitete Phänomen, vor allem auf negative Emotionen stark sensibilisiert zu reagieren, nutzen viele Berichterstatter - mit welchem Medium auch immer - um Aufmerksamkeit zu erhalten.

Negativ-Berichte oder Neid-Debatten
Wenn Sie die täglichen Nachrichten und Diskussionsrunden hören, lesen oder sehen, behandeln die meisten in irgendeiner Weise ein negativ behaftetes Thema. Entweder wird von Unglücken oder Verbrechen berichtet oder darüber was alles nicht geht. Wenn gerade keine besonderen negativen Geschehnisse passiert sind, werden Neid-Debatten eröffnet. Die Talkshows sind voll davon. In vielen Fällen wird von einer Gesellschaftsschicht berichtet, die gerade benachteiligt scheint und gleichzeitig wird lautstark gefordert, dass alle was dafür tun müssten, damit es dieser Gesellschaftsschicht besser ginge. Leider wird viel zu selten hinterfragt, warum beispielsweise jemand in Probleme geraten ist oder permanent zu wenig Geld hat.

Die positiven News sind dagegen deutlich in der Minderheit. Meiner Meinung nach wird viel zu selten darüber berichtet, warum ein prominenter oder wohlhabender Mensch derart erfolgreich ist. Das wäre ein sehr konstruktiver Weg, um die Erfolgsidee an viele andere Leute weiterzuvermitteln. Und wenn einmal die Berichterstattung diesen Weg einschlägt, dann klingt in vielen Fällen - mindestens unterschwellig - die Frage mit, ob die Person denn wirklich derart viel Geld erhalten muss.

Verlust-Ängste werden ausgenutzt
Wenn Sie Geld anlegen möchten oder bereits ein Vermögen Ihr eigenes nennen können oder sogar bereits die finanzielle Freiheit erzielt haben, dann prüfen Sie stets kritisch die auf Sie einprasselnde Berichterstattung. Gerade beim Thema Geldanlage und Finanzen gibt es zwei extreme Lager. Die eine kleinere Gruppe verspricht eine utopische Rendite, was die positiven Emotionen erreichen sollen. Die nach meiner Wahrnehmung größere Gruppe sind die Dauer-Pessimisten. Es gibt einige "Analysten" oder "Finanzberater", die bereits seit Jahren an der Börse schwarz malen. Sei es, dass die Aktienkurse massiv einbrechen würden, die Währung - zum Beispiel der Euro - dem Ende geweiht sei. Einige Berichte, die mich erreichten verkündeten Zustände wie nach einem Krieg. Leider bekommen diese Schwarzmaler von den Medien viel Aufmerksamkeit geschenkt und zahlreiche Leute verspüren als Folge Furcht und Angst.

Ohne hier Namen oder Webseiten zu nennen, aber wenn empfohlen wird, sein gesamtes Geld in Gold oder in eine einzige (oder überhaupt keine) Aktie anzulegen oder dass in einem Monat eine neue Währung den Euro ablöst, dann sind Sie an solch eine Informationsquelle gelangt, die ich meine.

Die Welt wird nicht untergehen
Lassen Sie solche, beinahe Weltuntergangsszenarien emotional nicht an sich heran. Die Welt wird auch morgen und übermorgen existieren. Bei allen Problemen, die es wirklich gibt, Sie brauchen nicht Ihr gesamtes Geld in Gold umzutauschen. Ebenso wenig sollten Sie den Aktienmarkt komplett meiden und stattdessen Ihre Ersparnisse im Keller oder sonst wo verrotten lassen. Im Beitrag "Wie lange dauern globale Bärenmärkte" konnten wir feststellen, dass globale Bärenmärkte in der Historie 1 bis 3 Jahre dauerten. Anschließend hat der Aktienmarkt meist innerhalb weniger Jahre neue Hochpunkte markieren können.

Optimistisch in die Zukunft blicken
Die Finanzkrise war ohne Zweifel schlimm, aber die Welt ist davon nicht untergegangen. Wer damals Anfang 2009 in den Aktienmarkt investierte, hat heute einen Gewinn von über 100% erzielt. DAX und Dow Jones Industrial Average haben seit März 2009 bis derzeit diesen Gewinn schaffen können. Für ein scheinbar negatives Umfeld eine schöne Rendite wie ich finde.

Blicken Sie optimistisch in die Zukunft, verfolgen Sie hier auf finanziell umdenken oder anderen Finanzblogs die Anregungen und Diskussionen. Wenn Sie auf eine negative Meinung eines Finanz-Experten treffen, dann prüfen Sie erst, ob dieser bereits seit Jahren düstere Szenarien predigt. Die Realität sieht meist anders aus.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Es bleibt die Frage was der Mensch selbst will. Wollen Sie länger leben, dann sollten Sie pessimistisch in die Zukunft schauen:

    Sterberisiko: Pessimisten leben länger als Optimisten
    http://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article114013218/Pessimisten-leben-laenger-als-Optimisten.html

    Andererseits wollen wir nicht länger leiden als unbedingt erforderlich. Das bedingt die Alternative des konsequenten Handelns. Es ist sinnvoll, sich einen schnellen Ausgang aus der Situation offenzuhalten. Definieren Sie sich selbst einen Leidenslevel, den Sie ertragen können. Und halten Sie Ihren Finger am Abzug für den schnellen Ausweg.

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    1. Hallo Ivo,
      danke für den interessanten Link mit einem - aus meiner Sicht - erstaunlichem Ergebnis der Untersuchung.

      Ich kenne auch andere Untersuchungen, die zeigten, dass eine negative Ansicht der Dinge zu negativen Resultaten führte. Umgekehrt hat der Optimist demnach überdurchschnittlich viel Erfolg.

      Persönlich finde ich eine zu negative Einstellung insgesamt für die Psyche belastend, da schaue ich lieber positiv auf die Dinge :-)

      VG
      Lars

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  2. "Erwarte immer das Schlimmste, so wirst du wenigstens manchmal noch positiv überrascht"

    Im fachpsychologischen ist der Begriff für das, was du ansprichst, "Loss Aversion", und man kann lange evolutionär darüber reden wie sich das entwickelt hat. In Bezug auf die Anlage ist das genauso. Jemand der das Pech hat, sein Depot (in dem hart erarbeitete Lebensleistung steckt) mal >50% crashen zu sehen, wird sich meist einfach gefühlsmäßig nicht damit abfinden lassen können, wenn man ihm auf der Vernunftebene erklärt "Aber auf lange Sicht (>10 Jahre) hatten Aktien noch immer eine positive Rendite!". Der denkt nicht an die nächsten Jahrzehnte, der spürt erstmal nur den ganz aktuellen Verlustschmerz.

    Patentrezepte, um den für die Börse wohl notwendigen Grundoptimismus zu kultivieren, hab ich leider auch nicht. Ich hab es ehrlich gesagt auch eigentlich aufgegeben (z.b. im Bekanntenkreis) die notorischen Schwarzmaler und Angsthasen mit vernünftigen Argumenten in der Diskussion zu überzeugen. Wenn die halt partout keine Aktien wollen, ist's halt okay ihre Sache, sollen sie halt weiter ihr Geld brav zur Bank/VG tragen. Am End wären dass doch eh nur die selben Leute die wegen jeden kleinen Kursrückgangs nervig rumgeheult hätten, sollen sie also lieber sich selbst (und uns) damit verschont bleiben.

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