Montag, 25. März 2013

Buchrezension: Die sieben Lügen über das Reichwerden von Farrah Gray

Bücher von Autoren, die in der Praxis bereits gezeigt haben, wie man mit Geld umgeht und Vermögen aufbaut, mag ich besonders gerne. Denn von solchen Menschen kann man eine Menge über finanzielle Bildung lernen und sie motivieren oft auch Leute, die ein ähnliches Vorhaben geplant haben. Heute möchte ich das Buch von Farrah Gray, "Die sieben Lügen übers Reichwerden" vorstellen.

Autor
Der Autor Farrah Gray wuchs im sozial schwachen Süden von Chicago auf. Doch wollte er sich bereits im Kindesalter nicht mit dem Schicksal eines jungen Bürgers aus einem Problembezirk abfinden. Bereits mit 14 Jahren war er Self-Made-Millionär. Diesen Erfolg führt er darauf zurück, die sieben geläufigsten Mythen, Irrtümer oder Lügen über das Erzielen des finanziellen Erfolgs frühzeitig erkannt und in Frage gestellt zu haben.

Inhalt
Der Autor stellt die gängigen Thesen in Frage, die für Menschen rund um den Globus Hindernisse auf dem Weg zu ihren finanziellen Zielen bedeuten.
Das sind die Thesen oder "Lügen":
  • Nur Glück gehabt zu haben, wenn man erfolgreich ist
  • Lediglich durch harte Arbeit zum finanziellen Erfolg zu gelangen
  • Nur dann wohlhabend werden zu können, wenn man berühmt ist
  • Geld besitzen zu müssen, um Reichtum aufzubauen
  • Niemals Schulden haben zu dürfen
  • Nur großen Erfolg zu haben, wenn man eine ganz besondere Idee hat
  • Nur als Börsenprofi an der Wall Street Zugang zu großen finanziellen Gewinnen zu haben 
Im ersten Kapitel motiviert der Autor den Leser nicht an Glück zu denken, wenn jemand finanziell erfolgreich ist. Nicht das regelmäßige Lottospielen, sondern Tatendrang und eine Präsenz in der Öffentlichkeit führen zum Erfolg.

Das nachfolgende Kapitel räumt mit der landläufigen Meinung auf, hart arbeiten zu müssen, um Erfolg zu haben. Stattdessen solle man prüfen, welche die eigenen Vorlieben und Stärken sind und genau diese zur Arbeit nutzen. Nur wer etwas gerne macht, empfindet die Tätigkeit nicht als harte Arbeit.
Die sieben Lügen
übers Reichwerden
von Farrah Gray
 

Viele Menschen sind der Meinung, um Reichtum aufzubauen sei es entweder notwendig eine berühmte Person zu sein oder von vorneherein viel Geld besitzen zu müssen. Weder das eine noch das andere sei eine Grundvoraussetzung, so der Autor. Mit der richtigen Vorgehensweise lasse sich quasi vom dem ersten Euro an finanzieller Erfolg schaffen.

Die Unterscheidung zwischen Konsumschulden und Schulden, mit denen investiert werde sei wichtig. Daher stimme die allgemeine Aussage nicht, man dürfe grundsätzlich keine Schulden haben.
Kurze Anmerkung von mir: Diese Vorgehensweise hat einst Robert Kiyosaki mit Rich Dad Poor Dad als anerkannten Finanz-Motivator bekannt werden lassen und auch im Buch "Investment Punk" von Gerald Hörhan" findet man diese Methodik wieder. Mit Farrah Gray ist es bereits der dritte Autor, über den wir hier in den letzten Monaten sprachen, der die Kreditaufnahme zum Vermögensaufbau empfiehlt.

Bei der sechsten "Lüge" wird dem Leser die Angst genommen, nur dann erfolgreich zu sein, wenn man "die eine große Idee hätte". Um finanziell erfolgreich zu sein muss man nicht unbedingt in die Fußstapfen von Google oder Bil Gates treten, sondern es reicht den gesunden Menschenverstand einzusetzen.

Im letzten Kapitel wird darauf verwiesen kein Börsianer an der Wall Street sein zu müssen, um erfolgreich Kapital zu investieren. Statt übermäßig viel Geld renditeschwach anzusparen, sollte lieber investiert werden. Aber das Investitionsinstrument sollte der Geldanleger natürlich auch verstanden haben.


Kritik
Obwohl ich der Meinung bin, dass dieses Buch lesenswert ist, gibt es einige kleinere Kritikpunkte.

Da der Autor aus den USA stammt, sind einige Vorschläge außerhalb der USA nicht ohne weiteres umsetzbar. Ein Beispiel ist ein Steuertipp für Berufstätige aus dem vierten Kapitel, der nur in den Vereinigten Staaten anwendbar ist.

Es gibt an einigen wenigen Stellen kleinere Widersprüche. So wird im zweiten Kapitel davon gesprochen weniger hart zu arbeiten, im vierten Kapitel heißt es dagegen: "Machen Sie Überstunden."

Auch die Empfehlung mit einem Kredit das Vermögen aufzubauen oder zu mehren, ist für einen Einsteiger nur bedingt geeignet.


Fazit
Das Buch "Die sieben Lügen übers Reichwerden von Farrah Gray" halte ich für durchaus lesenswert. Denn dem Finanz-Einsteiger werden die Grundzüge der finanziellen Bildung erklärt und motiviert diese ebenfalls anzuwenden.
Der fortgeschrittene Investor erfährt dort zwar keine grundsätzlichen Neuigkeiten. Aber spannend finde ich den Vergleich der Ratschläge anderer Buchautoren, die finanziell frei sind oder zumindest erfolgreiche Unternehmer.
So fand ich - wie weiter oben erwähnt - den Ratschlag, in bestimmten Fällen einen Kredit für den Vermögensaufbau aufzunehmen, bereits zum dritten Mal.

Wer ähnlich wie finanziell erfolgreiche Leute agieren möchte, sollte sich die Gemeinsamkeiten heraussuchen. So könnte man eine Art Strichliste erstellen und die Methoden jeweils auflisten. Wie ich an anderer Stelle bereits hervorhob, ist es von Vorteil, wenn man als finanziell motivierte Person viel von erfolgreichen Leuten liest.

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Für mich als fortgeschrittener Investor vielleicht nicht mehr der richtige Lesestoff, für Einsteiger zum Thema "Reich werden", bestimmt ein gutes Buch !

    AntwortenLöschen
  2. Mich langweilen inzwischen die "Reichwerden leichtgemacht"-Bücher. Sie sind nach dem gleichen Strickmuster wie die typisch amerikanischen "Erfolgreich-werden"-Bücher aufgebaut. Ein paar gute Ideen und viel subjektiver, nicht übertragbarer Müll.
    Eines der wohl erfolgreichsten deutschen dsbzgl. Werke stammt von Bodo Schäfer und nennt sich "Der Weg zur finanziellen Freiheit" (ein durchaus mit vielen einschlägigen Blogs - auch mit diesem hier - kompatibler Titel). Der Untertitel hieß wohl "In 7 Jahren zur ersten Million". Das Buch, veröffentlicht in der Neuen-Markt-Euphorie um die Jahrtausendwende, war ein Bestseller. Da es mein erstes derartiges Buch war (vorher habe ich hauptsächlich Fach- bzw. Studienliteratur gelesen), fand ich es außerordentlich erhellend. Es sind gute Gedanken enthalten und auch viel esoterischer Unfug. So behauptet Bodo Schaefer, dass er immer 1000 Euro einstecken habe, weil viel Geld eben Geld anzieht, quasi magnetisch. Da muss jeder selbst entscheiden, ob das noch etwas mit gesundem Menschenverstand zu tun hat oder aber einfach Quatsch ist (ich neige zu letzterem).
    Später habe ich dann festgestellt, dass Bodo Schaefers Aussagen alles andere als neu waren; sie sind dem Klassiker der Selbsthilfe-Literatur "Denke nach und werde reich" von Napoleon Hill entlehnt. Alles, was Sie in den vielen Regalmetern Reichwerden-Bücher lesen können, steht bereits in diesem Klassiker.
    Seither ist keine entscheidend neue Erkenntnis hinzugekommen, behaupte ich.
    Auch die These, dass man zum Vermögensaufbau Schulden aufnehmen solle, wird jeder Geschäftsmann und Unternehmen bestätigen. Weil normalerweise das eigene Startkapital nie ausreicht, um ein eigenes Geschäft aufzubauen. Ob das der Privatanleger, mit normalen Job und ein paar Aktien im Depot, auch machen sollte, wage ich zu bezweifeln. Geht es gut, dann ist natürlich ein Vermögensturbo, geht es schief, dann ist es der Privatinsolvenzbeschleuniger.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielleicht darf man nicht erwarten, dass in Büchern von erfolgreichen Investoren/Unternehmern eine quasi Baukasten-Anleitung zum Reichwerden auftaucht. Aber als Inspiration finde ich sie noch immer äußerst spannend, selbst wenn ich die Inhalte im Großen und Ganzen bereits kenne.

      VG
      Lars

      Löschen
  3. Ich würde dem Privatanleger den Versuch eines Vermögensaufbaus mittels Kreditaufnahme dennoch nicht empfehlen. Die Risiken erscheinen mir einfach zu hoch.

    Viele Grüße,
    Tobias

    AntwortenLöschen
  4. Qualität ist besser als Quantität!
    Vor allem für die Informationen die man erhält

    Wen ich investieren lernen will gucke ich mir die besten Investoren an.

    Hier fällt schnell der Name Warren Buffett. Dieser ist sehr abgeneigt gegenüber Schulden machen und Aktien.

    "Buffetts Abneigung gegenüber Verschuldung zeigte sich, als er einmal sagte, dass selbst eine 99-%-Wahrscheinlichkeit, mit geliehenem Geld eine höhere Rendite zu erzielen, nicht das 1-%-Risiko rechtfertigt, durch die Schulden in einem unvorhergesehenen Fall in Schwierigkeiten zu geraten."
    Quelle: Warren Buffett Wikipedia

    Nachdem man verschiedene Informationen gesammelt hat zählen zum Schluss aber immer das eigene Bauchgefühl / Intuition / Meinung am meisten.
    Darauf kann man noch am meisten zählen!

    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass in jedem Menschen sehr viel mehr steckt als man denkt und man über unendlich großes Wissen und Weisheit in seinem Inneren befindet, das man nur anzapfen braucht.
    (OK so etwas zu schreiben in einem Finanz Blog ist vielleicht der falsche Ort)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich finde den letzten Absatz durchaus weder unangebracht noch uninteressant für einen Finanz-Blog. Wer finanziell erfolgreich sein möchte, muss in vielen Fällen einiges aus seinem Inneren abrufen und sich anstrengen.

      VG
      Lars

      Löschen
  5. Betreff Schulden machen. Schulden für Investitionen = Hebel , Schulden für Ausgaben / Anschaffungen = auch dort der Hebel , allerdings in die Privatinsolvenz . Weiterhin sagt Warren zwar keine Schulden machen , macht selber dieses aber sehr wohl , jedoch wird glaube ich immer noch nicht der Unterschied zwischen Schulden und Schulden gesehen. Es gibt Schulden / Verbindlichkeiten , die ein positives Wachstum schaffen , und sollte hier der Spread zu meinen Gunsten ( Können sich zwar die meisten nicht vorstellen das dieses möglich ist , ist aber so )
    ausfallen , ist nichts gegen Verbindlichkeiten zu sagen . Sollten jedoch den Schulden keine positiven Einkünfte gegenüberstehen ( und hier meine ich 1zu1 ) ist dieses natürlich schlecht. Dieses ist wie bereits schon einmal erwähnt , die Arbeitsweise der Banken. ( Und auch von Warren Buffet !!!! ) Es wird sich Geld zu sagen wir 2 Prozent geliehen und zu 6 Prozent verliehen , und das was dazwischen ist , davon lebt mann. Dieses alles ist natürlich eine Frage der Besicherung !!!! .Oder wofür soll es Ratings geben ???????. Det.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Zum Thema "als Privatanleger mit Krediten investieren" habe ich im verlinktem Kommentar geantwortet.

      Allerdings ist es richtig, dass für ein erfolgreiches Geschäftsmodell in der Praxis tatsächlich auch Kredite vergeben werden. Franchising (z.B. McDonalds oder Burger King) sind Beispiele für erprobte Geschäftsmodelle, für die man in der Tat auch einen Kredit bekommt. Bei neuen Geschäften ist die Fremdkapitalbeschaffung schwieriger, wenn man den Erfolg noch nicht richtig belegen kann.

      Aber ja, wer eine gute Idee zum Geld verdienen hat, sollte dazu Fremdkapital nutzen.

      Löschen

Bitte kein Spam und beleidigende Äußerungen!