Donnerstag, 24. Januar 2013

Aktien mit jahrelanger und solider Dividendenzahlung

Eine Form auf Dividenden-Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau zu vertrauen, sind Unternehmen, die seit vielen Jahren ihre Dividendenausschüttung nicht verringert haben. Zudem lassen sich weitere Qualitäts-Kriterien ansetzen, um letztendlich nur noch einige wenige Dividenden-Champions oder -Aristokraten aus der großen Masse an Dividenden-Aktien herauszusieben.

Die Qualitätskriterien sind:
  • Die Dividendenausschüttung sollte über viele Jahre hinweg angestiegen oder zumindest nicht gesenkt worden sein.
  • Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis sollte unter 20 liegen
  • Ausschüttungsquote der Dividende im Verhältnis zum Gewinn sollte unter 60% liegen
Es ließen sich noch weitere Kriterien hinzufügen, dass z.B. die jährliche Steigerung der Dividendenrendite einen gewissen Schwellenwert überschreiten sollte oder dass die Dividendenrendite grundsätzlich über einem gewissen Wert (z.B. Inflationsrate) liegen sollte.

Ich finde sämtliche Kriterien wichtig, aber man sollte meiner Meinung nach dennoch "die Kirche im Dorf lassen". Wenn man sich 10, 15 oder noch mehr Jahre anschaut und dann möglicherweise ein schwächeres Jahr dabei ist, dann finde ich dieses Kriterium als Ausschluss für ein mögliches Investment zu hart und letztendlich eine vergebene Chance. Ein Aktie, die in 10 Jahren in 8 bis 9 Jahren ihre Dividende erhöhen konnte, finde ich daher weiterhin interessant.

Man darf aber nicht vergessen, wir sprechen hier über die Vergangenheit. Wenn sich ein Unternehmen über viele Jahre hinweg gut behauptet hat, dann wird es dies mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auch weiterhin tun, aber eine Garantie gibt es nicht. Auch nach erfolgreichen 40 oder 50 Jahren kann ein verpasster Trend oder ein unfähiger Nachfolger bzw. Erbe, der das Unternehmen nun lenkt, dafür sorgen, dass die besten Ligen verlassen werden oder schlimmstensfalls das Unternehmen in der Versenkung verschwindet.

Der Grund für Qualitätskriterien ist, dass man in Aktien investiert sein möchte die einen regelmäßigen Gewinn erwirtschaften, davon aber nicht zuviel an Investoren ausschütten, damit noch genügend Kapital für eigene Investitionen übrig bleibt. Dennoch sollte der Gewinn regelmäßig dazu ausreichen, die Dividenden für Investoren zu erhöhen.
Im Idealfall erhöht sich also nicht nur die Dividendenausschüttung, sondern auch der Kurs. Beides zusammen würde langfristig für den oft nicht ausreichend genug beachteten Effekt des Zinseszins sorgen. Erst dadurch ist der Aufbau von Vermögen nachhaltig möglich. Oft sind es Aktien von großen globalen Konzernen, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen oder weiterverarbeiten.

Vielen Leuten sind derartige Aktien zu langweilig. Es handelt sich hier nicht Penny-Stocks, Unternehmensgründungen mit viel spekulativer Phantasie oder mögliche neu entdeckte Ölfelder bzw. andere mutmaßliche Rohstoffvorkommen. Im Gegenteil, das sind die globalen Dickhäuter der Aktienlandschaft. Sie bewegen sich meist langsam, dafür aber unglaublich solide und zuverlässig.  
Hier einige wenige prominente Beispiele (längst keine vollständige Liste):
  • McDonalds (ISIN: US5801351017)
  • Coca Cola (ISIN: US1912161007)
  • LVMH (ISIN: FR0000121014)
  • Nestlé (ISIN: CH0038863350)
  • Philip Morris (ISIN: US7181721090)
  • Johnson & Johnson (ISIN: US4781601046)

Wie weiter oben erwähnt sollte beachtet werden, dass selbst derartig solide Unternehmen nicht völlig gefeit davor sind, irgendwann nicht mehr zur ersten Garde zu gehören. Das bedeutet, man sollte sich als Investor in regelmäßigen Abständen dafür interessieren, ob sich seine Aktien weiterhin gut entwickeln. Wer sich die Arbeit nicht machen möchte, für denjenigen besteht die Möglichkeit in ertragsstarke ETFs zu investieren. In einem ETF wird ein schwächelndes Unternehmen im Laufe der Zeit durch ein besseres ersetzt.

Kennen Sie noch weitere Unternehmen, die Sie als Dickhäuter und "relativ sicheren Dividendenzahler" an der Börse einschätzen würden?  

Kommentare:

  1. Sehr guter Artikel Lars. Die Dividenden History zu den von Dir erwähnten Aktienwerten kann sich jeder bei den Finanzportalen anschauen.

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  2. Ein schöner Artikel, die Dividendenquallität wird leider viel zu oft vernachlässigt und stattdessen nur die Dividendenrendite als Entscheidungskriterium herangezogen, das ist in meinen Augen sehr gefährlich.

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    1. @Jan: Da gebe ich Dir vollkommen recht. Es gibt so viele hoch qualitative Aktien, die nach dem Kauf statt 4% Dividendenrendite p.a. in 5-6 Jahren auch bereits ihre 7% p.a. auszahlen - durch die jährlichen Dividendensteigerungen seit über 30... 40 Jahren - so genannte US Dividenden Aristokraten.

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  3. Hallo,

    vielen Dank für die sehr interessante Seite, ich bin gerade dabei, mich in das Thema einzuarbeiten und fand hier viele wertvolle Anregungen. Auf ein Thema bin ich jetzt gestoßen, zu dem es scheinbar wenige Quellen gibt: Die Sonderdividende. Einige Konzerne schütten offenbar seit Jahren regelmäßig Sonderdividenden aus, die z.B. erheblich über deren normaler Dividende liegen. Diese Sonderdividenden werden aber offenbar auf vielen Seiten (z.B. finanzen.net) nicht in den Dividendenausschüttungen erfaßt, und bei Seiten, die einem eine Selektion anhand der Dividendenrendite ermöglichen, ofenbar auch nicht berücksichtigt, sodaß diese schwer zu finden sind. Haben Sie Sich damit schon näher auseinandergesetzt und kennen evtl. Quellen, die das berücksichtigen? Vielleicht könnte man dann sogar unter dem Thema "Sonderdividendenaristokraten" mal eingehender recherchieren und Unternehmen auflisten, bei denen Sonderdividenden zum festen Programm gehören? :-)

    Viele Grüße
    Mike

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    1. Eine Sonderdividende kann in der Tat einige Jahre gezahlt werden, aber von einem Jahr zum anderen kann sie eingestellt werden. Das macht die Sache noch unsicherer bzw. weniger berechenbarer als die Standard-Dividende (die jedoch bei Aristokraten relativ sicher ist).
      Bislang habe ich die Sache so gesehen, falls es eine Sonderdividende gab, war es schön, aber für die eigene Kalkulation des nächsten Jahres blieb sie unberücksichtigt.
      Aber ein spannendes Thema, vielleicht weiß der eine oder andere Leser noch mehr darüber?

      Ansonsten viel Spaß beim Lesen/Einarbeiten. Falls weitere Ideen/Fragen auftauchen sollten, einfach als Kommentar hinterlassen. :-)

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  4. Grrrrrrrrrrrrrrr , warum wird bloß die Aktie nicht verstanden. ?????????????? . Noch ein letztes mal . DIV. gleich teilen. Div. z.b. 10 Eu. Ausschüttung 5 Eu. in 2000 . 5 Eu. im UN. Div. 2001
    gleich 10 Eu. Ausschüttung 6 Eu. 4 in UN für 2001 und 5 für 2000 gleich 9 Eu.im UN . Somit Div. Ausschüttung zwar steigerung , Div. jedoch gleich. Div. im UN zwar auch gesteigert , jedoch weniger wie in 2000 , somit Aktienwert 2000 gleich 100 Euro plus 10 Euro Dividende abzüglich 5 Euro Ausschüttung , neuer Wert 105 Euro Ende 2000 . 2001 Aktienwert 105 Eu. Div. Neu 10 Eu. 6 Eu Ausschüttung , 4 Eu. im UN , somit trotz eurer wie Ihr immer meint Div Steigerung , weniger im UN verblieben. Somit Wert Ende 2001 109 Eu. , u.s.w. ,u.s.w. . . Dises kann evt. bei Fundamentalen Daten bei Onvista genauso nachgelesen werden . Dises bedeutet , jedoch , in 2000 Gewinn 10 Prozent . in 2001 weniger wie 10 Prozent da ja auf 105 Eu Gewinn berechnet werden muß.Ist dieses jetzt endlich auch verstanden worden. DIVIDENDE ist NICHT DIE AUSSCHÜTTUNG......................... .Dieses wird leider immer wieder verwechselt. Also Ende 2001 109 Eu. Wert der Aktie ( Alles ohne Kursänderungen !!!! ) Die Div in 2002 ist wieder 10 Eu. Ausschüttung 8 Eu , 2 Eu in UN neuer Wert 111 EU. Also es ist alles gesteigert , bis auf den Gewinn.
    Das bedeutet jedoch , irgendwann ist keine Ausschüttung mehr möglich , da auch der Gewinn sich eigentlich mit den Wert der Aktie mitsteigern müsste. Also schlechtes UN da Steigerung nicht aus dem steigenden Gewinn bezahlt werden kann . Aus Gewinn evt. noch, da ja dann nur weniger im UN behalten wird. Dieses ist das wichtige an Ausschüttungsquoten. Jetzt mach UN aber einen Verkauf einer Sparte ( Die jedoch in der Zukunft nicht zur Gewinnerhöhung beitragen kann !!!!!!!!!!! ) und hat nochmal eine Sondereinnahme . Diese wird dann gerne als Sonderdividende deklariert , ist jedoch keine. Richtig wäre hier Sonderausschüttung. Dieses ist aber eine Begriff Haarspalterei , daher ( Weil es vorher DIVIDIERT / AUFGETEILT WURDE ) kommt jedenfalls der Begriff DIVIDENDE !!!!!!!!!!!!!!!! VON DIVIDIEREN . Also 100 Aktien machen ein Gewinn von 100 Euro , somit Gewinn pro Aktie 1 Euro . Ausschüttung von diesen 1 Euro an die 100 Aktionäre jedoch nur 50 Cent , somit Ausschüttungsquote 50 Prozent.Gewinn jedoch 1 Euro ,Rest 50 Cent verbleibt im UN.
    Hoffentlich wird jetzt endlich mal der Unterschied zwischen einer Dividende und der Ausschüttung der Dividende verstanden. D.h. Ausschüttung der Aufteilung des Gewinns der auf die Ausschüttung entfällt , wird hier und anderswo immer als Dividende falsch verstanden. Dieses ist nicht so.
    Aber egal , dieses haben auch einige Professionells bisher nicht immer richtig verstanden , und ich bins auch leid , immer wieder das gleiche zu sagen. Vermutlich ist die Finanzielle Bildung nicht mal Ansatzweise angekommen, ist evt. auch nicht gewünscht , Bananas fürs Volk.

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    1. Ich denke für die meisten Lesern, die ein passives Einkommen mit Aktien erzielen wollen, ist folgendes wichtig:
      1.) der Ertrag, der zum Anleger gelangt, erhöht sich jedes Jahr
      2.) der ausgeschüttete Ertrag übersteigt nicht den erwirtschafteten Gewinn pro Aktie und die Payout Ratio liegt irgendwo um oder nur etwas über 50%

      Trotz der interessanten Ausführungen bitte ich dennoch ein paar Grundzüge der Netiquette einzuhalten.
      Die Leser hier haben ein sehr breites Spektrum an Wissen. Es sind hier einige "Profis" dabei, aber eben auch blutige Anfänger. Äußerungen wie "Grrrrr" oder "ich bins leid" sind meiner Meinung nach wenig zielführend.
      Derartige Kommentare werden zukünftig auch mal nicht freigeschaltet.

      Wer bereits eine Menge Wissen hat und die Qualität einiger Kommentare oder Artikel nicht den eigenen Ansprüchen genügt, der ist gerne aufzurufen einen Gast-Artikel über sein persönliches Lieblingsthema zu schreiben, bei dem er sich richtig gut auskennt.
      Ich denke davon hätten dann alle etwas, die Profis und die Einsteiger.

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    2. Sorry Lars , hast recht , Asche auf mein Haupt , aber manchmal geht es einfach mit mir durch . Nochmal Sorry Lars , aber dieses Fundamental Missverständniss ärgert mich einfach , da genau dieses immer zu weiteren Missverständnissen von Unternehmen und Aktien beiträgt.. Und gerade auf einer Seite die (BAR) Dividenden - Aristokraten im Fokus hat , wäre es doch evt.mal spannend zu sehen , wo denn dieses WACHSTUM der BAR DIVIDENDE denn herkommt , meistens doch aus den noch nicht ausgeschütteten Gewinnen der Vergangenheit und der hohen Eigenkapitalrendite darauf , und dem umgehen damit ( Ausbau des Burggrabens ) . Damit müsste dann eigentlich auch jeder verstehen , was er denn da kauft. Unternehmen , die es seit Jahren , teilweise Jahrzehnten , geschafft haben , aus Geld , mehr Geld zu machen .Und zwar soviel MEHR , das Sie eine Bardividende ausschütten können , und dennoch im folgejahr mit dem einbehaltenen Gewinn , wieder prächtig am Markt dastehen . Das auch hier mal die Sicht der Marktteilnehmer ( Kurs ) eine wechselnde sein kann , ist damit klar . Aber was fundamental damit im Unternehmen steckt , müsste damit dann auch wesentlich besser beurteilt werden können .
      Sollte eigentlich nur eine Aktie klar machen . Aber ja Sorry , es geht manchmal mit mir durch , dennoch sehr guter Blog den Du hier hast Lars. Da Du ja eigentlich auch ein besseres Verständnis für Aktien in die Welt tragen willst . . Also nochmal Sorry .

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