Donnerstag, 29. November 2012

Stop-Loss für Dividenden-Aktien?

Das Hauptaugenmerk der Investoren von Dividenden-Aktien/ETFs liegt auf ein zuverlässig regelmäßiges und möglichst hohes passives Einkommen. Daher sind Kursschwankungen bei Dividenden-Aktien/ETFs eher nebensächlich und fallende Kurse motivieren zum Nachkaufen von neuen Aktien oder ETF-Anteilen. Was ist jedoch wenn der Kurs einer einzelnen Aktie für längere Zeit sehr zur Schwäche neigt?



Der Gedanke treibt mich schon länger um, aber vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht über ein Verfahren gelesen, welches "automatisiert" zu schwache Dividenden-Aktien aussondiert. Es ist quasi ein Stop-Loss auf Aktien trotz Fokus auf Dividenden. Leider finde ich den Link zum Beitrag gerade nicht mehr, so dass ich den Inhalt "frei" hier wiedergebe.

In der Untersuchung wurde festgestellt, wenn sich eine Aktie in einem betrachteten Zeitraum um mindestens 20% schlechter als der marktbreite Aktien-Index - in dem Fall der S&P 500 - entwickelt, dann sollte man die Aktie verkaufen.
Im Durchschnitt verloren die betrachteten Aktien anschließend deutlich weiter an Wert und rund die Hälfte kürzten bald ihre Dividende oder ließen sie ganz ausfallen.

Ich finde die Untersuchung interessant und für Einzel-Aktien durchaus überlegenswert. Das ist einer der Vorteile bei ETFs, denn hier werden die "Looser" irgendwann einmal durch neue Unternehmen ausgetauscht.
Allerdings wäre ebenso eine ähnliche Strategie bei ETFs zu durchdenken, die kleinere Länder oder einzelne Sektoren abdecken. Ich bringe immer wieder gerne das Beispiel Japan. Hier braucht man für einen Nachkauf an neuen Anteilen wirklich einen langen Atem, wenn man dort bereits viele Jahre investiert sein sollte, inzwischen immerhin schon über zwei Jahrzehnte ...

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Kommentare:

  1. Hey,
    ich sehe solch eine "mechanische" Vorgehensweise sehr kritisch, da die Fundamentaldaten des Unternehmens unberücksichtigt bleiben. Das Problem ist, dass bei dieser Vorgehensweise eine Menge Tranaktionsgebühren und vorzeitige Steuerzahlungen generiert werden. Ich achte bei meinem Ansatz vor allem darauf, dass die Dividende nachhaltig ist. Wenn ich vom UNternehmen in welches ich investiert habe überzeugt bin, dann bleibe ich auch bei eienr zeitweise schlechten Entwicklung investiert.

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    1. Hi Jan,

      wenn eine Aktie 20% schlechter performt als der marktbreite Durchschnitt, dann ist es meiner Meinung nach nicht nur eine vorübergehende Laune. Da "wissen" offenbar einige mehr als die Privatanleger. Ob man die Grenze bei 15, 20 oder 25% legt, sei dahingestellt. In der Untersuchung kam ja in vielen Fällen auch heraus, dass man gut beraten gewesen wäre, die deutliche relative Schwäche gegenüber dem Marktdurchschnitt als Warnsignal ernst zu nehmen.

      VG
      Lars

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  2. Wäre wichtig zu wissen über welchen Zeitraum sich die Untersuchung erstreckt , und wieviel UN dann einen Turnaround geschafft haben und wielange der Break even gedauert hat .
    Aber ja , als Lampe zum angehen , evt. ganz gut geeignet , aber ob dann diejenigen tatsächlich auch auf dauer richtig lagen , ist ja dann nochmal eine neue Frage. Aber Warnsignal gut.

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    1. Die 20%-Grenze ist auch nicht als festes Gesetz gedacht. Aber diese Untersuchung deckt sich gut mit meiner Erfahrung, dass bei einer deutlichen Abweichung vom breiten Markt nach unten, mit der Aktie bzw. mit dem Unternehmen irgendetwas nicht in Ordnung ist. Ich denke, das Chance-Risiko-Verhältnis ist nicht günstig, um die Aktie in dem Fall weiter zu behalten. Alleine im letzten Jahr 2014 fallen mir einige Beispiele ein (Südzucker und Seadrill sind nur die prominentesten Fälle), bei der nicht nur eine weitere schwache Kursperformance, sondern gleichzeitig eine Dividendenkürzung oder Dividendenstreichung folgten.

      Da ist mir das Kapital nicht gut aufgehoben.
      Falls sich die Rahmenbedingungen wieder ändern kann man nach ein paar Jahren wieder in die Aktie mit einem deutlich besseren Chance-Risiko-Verhältnis investieren.

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