Sonntag, 11. November 2012

Über 8% Rendite jährlich am Aktienmarkt in den letzten 20 Jahren

Viele Leute erkennen nicht die enorme Rendite an den Aktienmärkten, weil sie nicht den langfristigen Blick für die Kursentwicklungen haben. Entweder sind 6 bis 12 Monate für sie bereits langfristiges investieren oder sie lassen sich von aktuellen Ereignissen und den dann dazu passenden düsteren Berichterstattungen beeinflussen. Wenn man wirklich langfristig und diversifiziert investiert, dann sind Aktienanlagen kaum zu schlagen.


Dank der Comdirect Bank habe ich den Kursverlauf von fünf bekannten und relevanten Aktien-Indizes der letzten 20 Jahren im direkten Vergleich. Zunächst einmal fällt die Kursentwicklung des von einer langanhaltenden Deflation arg gebeutelten japanischen Aktienmarktes (rot) auf. In den letzten 20 Jahren hat der Nikkei 225 rund 50% an Wert verloren. Ich glaube nicht einmal, dass die meisten Anleger vor einer derartigen Kursentwicklung Angst haben, aber dieser Chart sieht wirklich sehr abschreckend aus.

Schauen wir nun zur Spitze hin. Dort haben der chinesische Hang Seng (violett), der australische All Ordinaries Share Index (rosa) und der US-amerikanische S&P500 (hellblau) nahezu gleichauf 230% Kursanstieg geschafft (100% in der Grafik ist quasi die Null-Linie). Der EuroStoxx50 (dunkelblau) kommt immerhin noch auf 150% und der Dow Jones global Index (schwarz) auf rund 180%.

Dow Jones global Index (schwarz), EuroStoxx50 (dunkelblau),
 S&P500 (hellblau), HangSeng (violett), All Ordinaries Share Index (rosa)
 in den zurückliegenden 20 Jahren. Quelle: www.comdirect.de
Das sind durchschnittlich 5,3% p.a. Da hier alles Preis-Indizes zu sehen sind, bei denen die Dividenden im Gegensatz zum Performance-Index nicht berücksichtigt werden, können wir noch einmal durchschnittlich rund 3% p.a. Dividenden-Rendite dazurechnen. Das heißt, wer in den zurückliegenden 20 Jahren global diversifiziert im Aktienmarkt investiert war, hat trotz Asien-Krise, Internetblase, Terror-Anschlägen, Kriegen im Irak und Afghanistan, Immobilien- und Finanzkrise eine jährliche Rendite von durchschnittlich über 8% erzielt.
Wichtig ist nicht nur eine einzelne Aktie oder den Index eines einzelnen Landes zu kaufen, sondern in global agierende Aktien oder Aktien-ETFs zu investieren und das investierte Geld für viele Jahre nicht zu benötigen. In 20 Jahren sprechen wir uns zu diesem Thema wieder... :-)

Zum Weiterlesen:

Kommentare:

  1. Hallo Lars,

    die Überschrift und Berechnung der Rendite ist nicht korrekt. Wenn die Anlage nach 20 Jahren um 180% gewachsen ist, beträgt die Rendite ca. 5,3% p.a. und nicht 9%.

    Deine Berechnung ist genauso falsch wie die Dividendenrendite auf den Kaufwert der Aktien zu berechnen, anstatt auf den aktuellen Kurs. Nur um dann aberwitzige Renditen von 30% und mehr zu suggerieren, die es in der Realität nicht gibt.

    PS: Ich lese deinen Blog regelmäßig und erwarte mir eine gewisse Seriosität. Gerade Laien sollten mit klaren Fakten und nicht falschen Erwartungen durch "Investmentporn" für Vermögensaufbau begeistert werden.

    Viele Grüße,
    Jan

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    1. Hallo Jan,
      danke für den wertvollen Hinweis. Es sind natürlich nicht 9% p.a. Da ist mir tatsächlich was durcheinander gelaufen. Ich werde ich Werte an den entsprechenden Stellen korrigieren.
      Aber an welcher Stelle hatte ich über Renditen von 30% und mehr gesprochen?

      Viele Grüße
      Lars

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  2. Nur kurz gefragt ... wie kommt ihr auf 5,3% ... ?

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    1. Wenn ein Investment 20 Jahre lang um knapp 5,3% ansteigt, dann kommt man am Ende der 20 Jahre auf rund 180% Gesamt-Wertzuwachs, Stichwort Zinseszins.

      Viele Grüße
      Lars

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    2. Es gilt das geometrische Mittel und nicht das arithmetische Mittel.

      Arithmetisches Mittel wäre wie folgt: Steigerung um 180 %, zwanzig Jahre, also im Durchschnitt 180 % / 20 = 9 % p.a.

      Die Idee dahinter ist aber verkehrt. Man muss das geometrische Mittel nehmen. Eine Steigerung um 180 % bedeutet eine Steigerung auf 280 % bzw. auf das 2,8-fache.

      20te Wurzel aus 2,8 ergibt 1,053, also den durchschnittlichen Zinsfaktor.

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  3. Hallo Lars,
    du hast alles richtig gemacht. Du hast ja den Performance-Index angesprochen und da muss man zur Rendite von 5,3% nun einmal die Dividende von ca. 3% mit einbeziehen. Meiner Meinung nach sind deine Recherchen aufgrund der guten Diversifikation als konservativ und sehr seriös anzusehen. Von angeblichen 30% Rendite habe ich auf deinem blog nichts gelesen.

    PS: Ich praktiziere bereits seit Jahren die Dividenden-Strategie mit Dividenden-Aktien und Dividenden-ETF's. Dein blog verfolge ich schon seit längerer Zeit und bin echt von deiner Arbeit und den sehr guten Recherchen begeistert. Mache bitte weiter so
    Herzlichen Gruß
    Mike

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  4. Hallo Lars,

    ich möchte mich da meinem Vorredner Mike anschließen.

    Ich finde es grundsätzlich nicht gut, wenn sich jemand im Ton versteigt. Ich lese diesen Blog auch regelmäßig und kann deshalb die Vorwürfe ("Investmentporn") kleinesfalls nachvollziehen. Und wenn sich einmal ein Fehler einschleichen sollte, dann kann man darauf hinweisen und gut ist. Wer ist schon ohne Fehler.

    Auch meinerseits großes Lob für Deine Arbeit und lass Dich von gelegentlichen negativen Reaktionen nicht davon abhalten weiterhin in gewohnter Weise zu informieren.

    Herzliche Grüße
    Konrad

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  5. Hallo zusammen,

    ich hab gerade erst die ganzen Kommentare auf meinen Kommentar gelesen. Mein Post sollte keineswegs als negative Reaktion verstanden werden, sondern die zuvor falsch angegeben Werte berichtigen.

    Die Angabe mit den 30% Rendite bezog sich nicht explizit auf diesen Blog, wird aber bei vielen Blogs zum Thema Dividenden einfach falsch berechnet. Ein Beispiel: http://finanzielle-freiheit-dividende-blog.de/2012/09/39-dividende-mit-der-coca-cola-aktie/

    @Lars ich finde es gut, dass du auf meine Kritik reagiert hast und die Werte nun stimmig sind. Bei anderen Blogs wurden meine Kommentare zu falschen Werten/Aussagen einfach nicht veröffentlicht und gelöscht.

    Zum Abschluss noch ein paar generelle Worte. Mir ist vollkommen klar, dass das Ziel von diesem und auch anderen Blogs ist, nebenbei den ein oder anderen Euro dazuzuverdienen. Das führt leider dazu, dass man oft zum Populismus neigt (z. Bsp. mit absurden Renditen), da dadurch mehr Klicks generiert werden. Vermögensaufbau ist nun aber kein Glücksspiel oder Wunschkonzert sondern trockene Materie für die sich nur wenige Menschen wirklich begeistern können. Für den Blogger ist das ein schmaler Grat zwischen der Realität und der "aufgehübschten" Realität wie sie auch in den Verkaufsprospekten der aktiven Fonds verwendet wird (Stichwort Investmentporn).
    Ich habe dir (Lars) wohl zu voreilig Absicht unterstellt.

    Auch wenn ich die Dividendenstrategie nicht für den richtigen Weg halte, lese ich hier regelmäßig und zähle den Blog zu den seriöseren seiner Art.

    Nun genug der Worte...

    Viele Grüße,
    Jan

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  6. Hallo Jan,
    auch wenn Du kein Fan der Dividendenstrategie bist, möchte ich dir doch einmal einen wesentlichen Vorteil von guten Dividendenzahlern vor Augen führen. Ich meine damit keinesfalls Unternehmen, wie z.B. Deutsche Telekom, die ihre Dividende aus der Substanz zahlt nur um ihre Volksaktionäre an sich zu binden. In einem gut strukturierten Aktiendepot gehören gute Dividenden-Titel. Nur diese generieren einen laufenden cashflow. Aber dazu eignen sich eben nur gute Dividenden-Titel, wie z. B. eine Altria, Procter & Gamble, Mc Donalds, BAT und auch eine Coca Cola. Du glaubst es kaum, aber es ist wahr, das es Unternehmen gibt, die bereits seit 30 oder 40 Jahren ihre Dividenden steigern konnten. Wer also vor 20 bis 30 Jahren sein Geld in solche Unternehmen investierte hat Heute durchaus "persönliche" Dividendenrenditen von 15 - 18% p.a. zuzüglich Kurssteigerungen. Das Zauberwort lautet "Dividendensteigerungsrate". Vielleicht ist das ja auch für dich eine Überlegung wert, den Einen oder Anderen Dividenden-Titel ins Depot zu legen.

    PS: Ich finde es auch übrigens nicht verwerflich, wenn jemand mit einem blog ein paar Euros verdient, besonders wenn jemand so viele wertvolle Informationen recherchiert wie unser Lars. Er investiert hier viel Zeit und Arbeit.

    Herzlichst Mike

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  7. @alle: Danke für die zahlreichen netten Kommentare! Grundsätzlich freue ich mich über Feedback jeglicher Art. Ein Blog ist dazu da, dass man sich über Themen austauschen kann. Natürlich formuliere ich einige Sachverhalte manchmal etwas sehr deutlich, damit der Kern meiner Aussage möglichst richtig herüberkommt. Allerdings lege ich sehr großen Wert darauf, dass die Inhalte stimmig und nachvollziehbar sind.

    Zahlreiche Beiträge entstammen direkt aus meiner eigenen Erfahrung und im Eifer des Gefechts unterlaufen mir auch einmal Fehler - so wie gestern. Diese sind aber nicht vorsätzlich, denn dann wird man als Blogger mittel- und langfristig unglaubwürdig - auch wenn die Seitenaufrufe vorübergehend ansteigen sollten.

    Wenn jemand einen Fehler entdeckt, einen Sachverhalt nicht glaubt oder komplett anderer Meinung ist, dann darf - nein, soll - derjenige gerne nachfragen oder seine Sicht der Dinge schildern. Euer Feedback und Meinungen finde ich jederzeit interessant und sie sind auch für mich hilfreich, manchmal anspornend für weitere Beiträge, von denen wir dann letztendlich alle etwas haben.

    Schöne Grüße an alle!
    Lars

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  8. Hallo Mike,

    ich finde es auch nicht verwerflich, wenn man mit einem Blog etwas dazuverdient. ;)

    Und nun zu der Dividendenstrategie... In meinen Augen ist das eine Wette auf Aktien ähnlich einer Branchenwette. Ich will aber nicht auf Teile des Marktes setzen, sondern den gesamten Markt abdecken. Wer weiß schon, was sich in Zukunft besser entwickelt.
    Dividenden sind auch nicht alles, denn Rendite ist immer noch Kurssteigerung + Dividende. Ich habe zum Beispiel den iShare Stoxx 600 ETF im Depot, mit dem ich Europa abdecke. Damit hab ich einen Breitenindex und der wirft auch >3% Dividende ab. So brauch ich mich nicht mit einzelnen Aktien und ihren Fundamentaldaten beschäftigen um Stock Picking zu betreiben. Ich würde diesen ETF auch immer einem Select Dividend Europe vorziehen. Aber das geht an dieser Stelle zu weit...
    Ich kann von mir nicht behaupten, dass ich für die Zukunft vorhersagen kann, dass sich Aktien mit hoher Ausschüttung besser entwickeln und daher versuche ich es erst gar nicht.

    Und ich wiederhole es nochmal... die von dir angesprochene "persöhnliche" Rendite ist Blödsinn. Sowas gibt es nicht, wenn du so rechnest, belügst du dich nur selbst. Ich kann dir das auch noch gerne an einem Beispiel verdeutlichen. Die Dividendenrendite MUSS IMMER am Tag der Ausschüttung mit dem aktuellen Kurs berechnet werden.

    Meine Strategie besteht einfach aus Marktbreiten-Indizes (ETFs) für den Aktienanteil. Dazu Rohstoffe in Form von ETF, Immobilien in Form von REITs und Anleihen (je nach Anteil der Anleihen im Depot differenziert in HY, IG, Staatsanleihen $, €, lokale Währungen). Nicht zu vergessen Tagesgeld, Sparbriefleiter für den risikolosen Anteil. Diesen Stand hat mein Depot derzeit nicht, wird aber mit zunehmendem Volumen ausgebaut. Ich sehe auch nicht, was mir hier noch Dividendentitel an Diversifikation bringen sollen??
    Alles in allem kann ich damit ruhig schlafen, hab kaum Zeitaufwand und bekomm damit eine durchschnittliche Rendite.

    Ich kann jedoch verstehen, dass es verlockend ist, jeden Monat neben dem Gehalt noch ein weiteres Einkommen in Form von Dividenden zu erhalten. Aber bevor ich nicht weiß, dass ich damit am Ende mehr raushabe, lass ich es lieber sein und wähle den Durchschnitt.

    Viele Grüße,
    Jan

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  9. Hallo Jan,
    ich wiederhole es auch nochmal, die persönliche Dividendenrendite gibt es sehr wohl. Die veröffentlichte Dividendenrenditen beziehen sich üblicherweise auf die vom Unternehmen zuletzt an die Aktionäre ausbezahlte Dividende und den aktuellen Kurs der Aktie. Für einen Investor, der die Aktie billiger als zum aktuellen Kurs gekauft hat, erhöht sich damit seine "persönliche" Dividendenrendite und umgekehrt.
    Ich möchte es dir an einem einfachen Beispiel erklären:

    Eine Aktie wurde bei 20€ gekauft. Der aktuelle Kurs beträgt 43€ und die aktuelle Dividende 2€ je Aktie. Dann ist die
    "veröffentlichte" Dividendenrendite=

    2€ / 43€ x 100% = 4,7%

    und die
    "persönliche" Dividendenrendite=

    2€ / 20€ x 100% = 10 %

    Die persönlichen Renditen berechnen sich nun mal auf das persönlich eingesetzte Kapital zum jeweiligen Kaufkurs und der aktuell ausgezahlten Dividende.

    Viele Grüße
    Mike

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  10. Hallo Mike,

    FALSCH, FALSCH, FALSCH... die "persöhnliche" Dividendenrendite ist nichts anderes als Augenwischerei!!!

    Ich versteh überhaupt nicht, was einem diese Berechnung bringen soll? Wofür nutzt du das?

    Ich greife gleich mal dein Bespiel auf. Dein eingesetztes Kapital ist nicht 20€ sondern 43€ da du für diesen Betrag die Aktie verkaufen kannst (Transaktionskosten außen vorgelassen).
    Was meinst du bringt wohl mehr, deine Aktie mit "persöhnlicher" Divrendite von 10% oder du verkaufst die Aktie für 43, kaufst eine andere die 2,50€ (5,8%) ausschüttet?
    Wie du siehst bringt das nix, nur, man entschuldige meine Wortwahl, dass man sich bescheisst und belügt wie hoch doch die Rendite mit dieser und jener Aktie ist.

    Desweiteren kann ich auch die Mär der Dividendenaristokraten nicht verstehen mit der ständigen Erhöhung der Dividende. Natürlich erhöhen die Firmen die Dividende, allein weil halt alles teuer wird schon durch Inflation etc. Das schlägt sich früher oder später in den Gewinnen und Aktienkursen wieder. Das trägt aber nicht zur Erhöhen der Dividendenrendite bei. Diese steigt nur, wenn die Ausschüttung pro Aktie schneller steigt als der Kurs der Aktie. Ansonsten findet auch keine Erhöhung der Dividendenrendite statt.
    Das sieht man auch sehr gut an der Coca-Cola Aktie, die seit 1963 die Dividende erhöht und trotzdem derzeit nur bei 2,8% p.a. liegt. Keine Ahnung warum man das als Dividendentitel bezeichnet...

    Ist dir das jetzt verständlich?

    Viele Grüße,
    Jan

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  11. Okay Ansichtssache bei der Strategie
    Jan ist der Fundamentalist
    Dividendenstrategie (Lars Hattwig) hatte in einem Capitalheft mit div. untersuchten Strategien zumindest in den untersuchten Perioden eine etwas bessere Performance als Gesamtmarktinvest.
    Einigkeit dürfte aber bei Ausschüttenden ETFs herrschen damit man immer auch was fürs Rebalancing hat oder?
    Aber:
    Mich würde Deine (Jan) Anleihenaufteilunge (Produktauswahl/ETFs) twas genauer interessieren (je nach Anteil der Anleihen im Depot differenziert in HY, IG, Staatsanleihen $, €, lokale Währungen).
    VG
    Svenglüeckspilz

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  12. Hallo Jan,

    wenn das mit den Dividenden alles falsch ist, warum investierte dann Warren Buffet beispielsweise so viel Geld in angeblich langweilige Coca Cola Aktien? Dann schau dir doch mal den folgenden Link an. Dort wird ausführlich, eindrucksvoll und von der Uni Hamburg (Ch. Kirchner) wissenschaftlich belegt, wo beim langfristigen Investment die Musik spielt.

    http://m.ftd.de/finanzen/maerkte/marktberichte/:kolumne-christian-kirchner-die-dividende-macht-s/60031469.html

    Gruß Mike

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  13. Interessante Diskussion. Wahrscheinlich suggeriert der in Deutschland übliche einmalige Ausschüttungstermin pro Jahr ausschließlich auf den Kurswert an dem Tag des Dividendenabschlages zu blicken. Bereits bei quartalsweisen, erst recht bei monatlichen Ausschüttungen drängt sich die Betrachtungsweise eines mittleren Kurswertes des Jahres als Basis für für die Dividenden-Rendite auf.

    So gehe ich zumindest auf der Seite Ausschüttungsquoten von ETFs und beim Produkt ETF Rendite Premium vor.

    Die einmalige Ausschüttung pro Jahr hat - neben dem entgangenen Zinseszins - noch einen weiteren Nachteil. Erst nach einem Jahr dann merkt man als Investor möglicherweise Schwierigkeiten des Unternehmens. Bei monatlichen Ausschüttungen hat man die Möglichkeit wesentlich frühzeitiger eventuelle Probleme wahrzunehmen (z.B. Dividendenkürzungen oder -streichungen) und ggf. die Konsequenzen zu ziehen.

    VG
    Lars

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  14. Hallo,

    @svenglückspilz Ich bin bestimmt kein Fundamentalist. Ich habe bisher nur keinen Grund gesehen bzw. konnte überzeugt werden nur auf Dividendenaktien/-ETFs zu setzen oder zumindest höher zugewichten. Wenn mir jemand für die Zukunft garantieren kann, dass dadurch eine höhere Rendite zum gleichen Risiko möglich ist. Bin ich gerne bereit mein Depot anzupassen.
    Fürs Rebalancen nehme ich was halt da ist, also frisches Geld + Ausschüttungen.
    Nun zu der Fragen über die Anleihendiversifikation. Aufgrund meiner Depotgröße und meines langen Anlagezeitraums (bin erst Ende 20) ist mein Anleihenanteil noch kaum differenziert und eher RK3 zuzuordnen anstatt RK2. Daher habe ich erst 2 Positionen zu je 50% Gewichtung. DE000A1C8QT0 für HY Corporate in €. Und für EM Anleihen LU0321462953 auch in € (hedged). Mit steigendem Volumen werden weitere Positionen hinzugefügt. Meiner Meinung nach sind Positionen kleiner eines mittleren 4-stelligen Betrags schwer zu Rebalancen und daher lieber erstmal weniger Positionen mit größerem Volumen.
    Meine Informationen habe ich zum Großteil aus dem Wertpapier-Forum und dort gibt es einen sehr schönen Thread für RK2, den ich dir unbedingt ans Herz legen möchte: http://www.wertpapier-forum.de/topic/38842-rk2-musterdepot-weltweit-diversifiziert/
    Dort findest du eine mögliche Aufteilung mit entsprechenden Produkten.
    Noch ein Wort zu der Frage mit den Ausschüttungen. Ich bin der Meinung, solange man beim Vermögensaufbau ist, lohnen sich ausschüttende ETFs nur bis der Freibetrag aufgebraucht ist. Bei thesaurierend Fonds (SWAP) hat man einen kleinen Zinseszinsvorteil, da die 25% AbSt erst beim Verkauf vällig werden und man auf den thesaurierten Teil (der nicht besteuert wurde, da geswappt) sozusagen wieder verzinst wird. Das ist aber sehr marginal und erst nach zig Jahren spürbar, da ist es schon fraglich, ob man den ETF so lange hält.
    Wenn man dann genug angespart hat, dass die Rendite zum Leben reicht, kann man in sichere, ausschüttende Anlageformen umschichten. Dazu gehören für mich vor allem Anleihen solider Staaten und Unternehmen (IG), Sparbriefleitern/Festgeld und zum Teil auch Aktien. Aber bis es soweit ist dauert es noch etwas und bei den geringen Renditen der "sicheren" Anlagen brauch man entsprechend mehr Kapital. Ich würde aber niemals meine "finanzielle Freiheit" mit einem Depot aus 70% Aktien bestreiten und einem MDD von 50%, wobei dann noch ein Großteil in $ angelegt ist.


    @Mike Ich will jetzt nicht den Oberlehrer geben, aber die Möglichkeiten, die Warren Buffet mit seinem Milliardevermögen und BH hat, sind für einen privaten Kleinanleger überhaupt nicht vorhanden. Bei der Anlagegröße gibt es noch weit andere Überlegungen als Dividende. Daher würde ich es tunlichst vermeiden die gleiche Strategie zu verfolgen, da dies schlicht mit den privaten Mitteln gar nicht möglich ist.

    Desweiteren möchte ich gleich deinen Artikel aufgreifen, der ein gutes Beispiel ist, warum ich sowas erst gar nicht leise, das reinste Investmentporn.
    Grundsätzlich misstraue ich solchen Artikeln, gerade wenn sie wie dieser mit enormen Extremen um sich werfen. Wie es im Artikel auch steht, werden mit den Ausschüttungen neue Aktien gekauft, die dann wiederum Kurssteigerungen und Dividenden ausschütten. Die Kurssteigerungen dieser neuen Aktien werden jedoch zu den Dividenden zugerechnet. Diese Rechnung so aufzustellen, finde ich persönlich schon etwas fraglich.

    In der Vergangenheitsbetrachtung und um auch mal den Blog-Post aufzugreifen, kommen 2/3 der Gesamtrendite bei Aktien von Kurssteigerungen und 1/3 aus den Dividenden. Die Dividende hat damit natürlich einen wichtigen Anteil an der Gesamtrendite und mich würde es auch mehr freuen, wenn Unternehmen mehr Ausschütten würden. Ich verstehe nur nicht diese Konzentration auf Dividendentitel und konnte in diesem Thread auch noch nicht wirklich viele Argumente finden.

    Viele Grüße,
    Jan

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  15. Ich bin es nochmal.

    Ich muss noch kurz ein paar Worte zum Währungsrisiko verlieren, gerade da die oft genannten Dividendenaktien in $ gehandelt werden. Man sollte sich immer bewusst sein, dass Anlagen in Fremdwährungen immer Chancen aber auch Risiken bergen. Das bemerkt wahrscheinlich jeder in seinem Depot, wenn der Euro runtergeht und die Dollar-Anlagen entsprechend zulegen.
    Folglich nicht alle Eier in einen Korb legen und über verschiedene Währungen verteilen. Wenn der langfristige Trend anhält, wird der Dollar auch in Zukunft weiter gegenüber dem Euro abwerten. Das sieht man sehr schön an historischen Kursen des S&P 500, der in Dollar nochmal einiges besser aussieht als in Euro umgerechnet.
    Langfristig bin ich ansonsten von der Schwankung um einen Wert überzeugt (ohne Betrachtung langfristiger Trends), sodass die täglichen Schwankungen ohne Bedeutung sind. Wenn aber wieder Hochphasen eintreten und der Euro massiv bis auf 1,60 oder mehr aufwertet, verlieren die Dollar-Anlagen und Ausschüttungen massiv. Dann können schnell 30% und mehr weg sein. Ist wahrscheinlich nicht so günstig, wenn man sich gerade zur Ruhe gesetzt hat und von den Ausschüttungen lebt.
    Das wollte ich nur nochmal den Dollar-Dividendenaktien-Anhänger mit auf den Weg geben.

    PS: Auch wenn sich meine Post sehr "anti" anhören, ist das nicht meine Intention. Viel mehr möchte ich einen Denkanstoß geben und auf mögliche Risiken hinweisen. Auf Stichworte wie "Frontrunning" sollte man bei Dividenden-ETFs zum Beispiel auch immer hinweisen.
    Es gibt schon genug Kleinanleger, die viel Geld verloren haben oder viel zu viele Gebühren berappen. Daher lieber Risiken abwiegen und dreimal nachdenken bevor man sich ins Abenteuer stürzt. Der nächste Crash kommt bestimmt.

    Noch einen schönen Abend,
    Jan

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    1. Hallo Jan,
      vielen Dank für Deine ausführliche Sicht auf eine erfolgreiche Geldanlage. Ich denke wie so oft führen mehre Wege zum Ziel. Welcher Weg der schnellste und sicherste ist und gleichzeitig die höchste Motivation aufrecht erhält, wird man erst in einigen oder vielen Jahren sehen. Die Argumente für die Vorgehensweise hier auf diesem Blog sind in zahlreichen Beiträgen nachzulesen.

      Einen wichtigen Punkt sprachst Du noch an und zwar die Diversifikation der Währungen. Wer Investitionen in Euro und US-Dollar hält, betreibt zumindest eine gewisse Diversifikation. Bei größeren Depots sollte man m.E. nach zumindest teilweise auch in andere Währungen investieren. Da böten sich u.a. der Dollar aus Kanada, Australien oder Singapur an. Auch der chinesische Renminbi oder breit gestreute Staatsanleihen von Schwellenländern in der jeweiligen Landes-Währungen sind interessant.

      VG
      Lars

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  16. Ein sehr lesenswerter Artikel im Manager-Magazin, den ich an dieser Stelle verbreiten möchte.
    Stell Dir vor, Aktien steigen, und keiner ist dabei

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  17. Lars, vielleicht wäre dazu auch noch mal ein Artikel über die >rollierenden< Renditen von 10/20-Jahreszeiträumen interessant.

    Das halte ich, gerade für Anfänger, als eine bessere Orientierungsgröße, anstatt alles in nur eine Zahl wie "Aktien haben langfristig durchschnittlich 7% Rendite gebracht" zu komprimieren, was leider viel zu oft als jedes Jahr garantierte Gewinnprognose missverstanden wird. Sonst beschweren sich irgendwelche Graupen nach dem nächsten Crash noch, wo denn bitte ihre "versprochene" Rendite geblieben ist ;-)

    Rollierende Renditen machen besser klar das es sich bei Investitionserwartungen um ein Spektrum handelt, also ein Von-Bis-Bereich, in dem sich die Ergebnisse in der Praxis abspielen. Dieses Spektrum verschiebt sich in eine "bessere" Richtung, je länger das betrachtete Zeitfenster ist, also die Wahrscheinlichkeit nach X Jahren eine negative Rendite zu haben wird geringer umso länger die Anzahl der Jahre X gewählt wird. (=Hauptargument dafür, an Langfristinvestitionen konsequent dranzubleiben!)

    Gerade auf amerikanischen Internetseiten findet man viele schöne Tabellen und Grafiken dazu, gibt ja auch gute historische Datensätze der US-Indizes. z.b: http://allfinancialmatters.com/wp-content/uploads/2013/01/SP-500-Rolling-Period-Returns-2013-Edition.pdf

    Dieser Artikel ( https://novelinvestor.com/best-time-sp-500/ ) macht auch noch mal schön die Wichtigkeit des längeren Investitionszeitraumes deutlich.
    Die Wahrscheinlichkeit, das der SP500 von einem Jahr zum andern positiv abschließt, ist 73% (Anzahl der Gewinnjahre vgl mit Anzahl Verlustjahre). Auf 5-Jahresbasis steigt die Wahrscheinlichkeit einer positiven Rendite schon auf 86%.Wer für einen 10-Jahres-Zeitraum investiert bleibt, hat in 95% aller Fälle einen Gewinn gemacht. Und spätestens nach 20 Jahren ist ein Verlust bisher noch nicht aufgetreten.
    (Natürlich immer die üblichen Disclaimer wie bei vielen Finanzstudien, das ganze bezieht sich auf Total-Return Werte, ohne Gebühren, Steuern, Inflation etc.).
    Man beachte aber, das nirgendwo eine Aussage gemacht wurde, wie HOCH nun unbedingt diese jeweilige Rendite ausfällt, nur die Wahrscheinlichkeit dass sie generell positiv ist. Rollierende 10-Jahresrenditen reichen z.b. in einem Spektrum von +20% bis -2%. Welche genau man selbst nun 2025 (oder 35,45, etc) bekommen wird, bleibt noch zu sehen, und kann natürlich u.U. auch unter dem allgemeinen Durchschnitt liegen. Achja und obwohl das Beispiel hpts von SP500-Daten stammt, zeigen extreme Gegenbeispiele wie Japan auch gut dass es genauso wichtig ist, neben der Langfristigkeit auch die ausgewogene globale Diversifikation zu beachten.

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    1. Danke Chris für die gute Ergänzung. In Deinem Kommentar steht zusammengefasst drin, was hier auf dem Blog verstreut über verschiedene Artikel steht. Über starke jährliche Schwankungen hatten wir zum Beispiel in Dax-Performance seit 1988 gesprochen.

      Auch wenn es sicher viele verstehen zu sagen, die erwartete Performance liegt zwischen -2 und +20%, gibt es eine andere Gruppe, die mit dieser Aussage nichts anfangen kann. Da gibt es Analogien zur Wettervorhersage. Für eine 4 bis 5-Tage Prognose für einen bestimmten Ort müsste eigentlich gesagt werden: Höchstwert zwischen 15 und 25 Grad, um die Unsicherheit mit abzudecken.
      Aber dann kommt als Reaktion: Ja was denn jetzt? Die wissen es auch nicht." Also wird für einen Ort selbst als Prognose für den vierten oder fünften Vorhersagetag gesagt: Höchsttemperatur 20 Grad. Also der Erwartungswert und lässt damit die Unsicherheit einfach weg.

      Das Thema nehme ich auf meine ToDo-Liste, um demnächst mal noch einen zusammenfassenden Bericht zu schreiben.

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  18. Die vor allem in den Kommentaren angesprochenen Themen sind äusserst interessant. Das mit den 20 Jahren die Aktien halten hat auch noch einen weiteren Vorteil: technisch betrachtet hat man von einem guten Dividendenzahler (sofern die Dividende nie gekürzt wird) in 20 Jahren so viel Dividende erhalten, dass das investierte Kapital sich verdoppelt hat und man somit einen totalverlust dieser Aktie (zumindest finanziell) tragen könnte ohne Verluste einzustecken.
    Jedenfalls bei rund 10% oder 8% wäre das theoretisch kein Ding. Wer also Aktien kauft, sollte diese unbedingt langfristig (15-20 Jahre) halten wollen. Zinseszins, Inflation etc ungeachtet

    Gruss
    Trüssel

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  19. Übrigens: spannender und sehr professioneller Blog!

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